Kostenloses Fritz 18 NNUE Engine DLC

Mit dem neusten Fritz 18 Update setzt Chessbase ein weiteres Mal auf die NNUE-Technik und bietet allen Fritz 18-Besitzern kostenlos die Engine „Fritz 18 Neuronal“ zum Download an. Einen Zuwachs von satten 120 ELO soll diese Fritz 18 NNUE Engine gegenüber der bisherigen Fritz18-Engine besitzen. Chessbase gibt eine Spielstärke von 3400 ELO an, wobei der Otto-Normalschachspieler wohl kaum diesen 120 ELO Sprung fühlen wird.

Bereits zweimal versuchte Chessbase mit der NNUE-Technik auf dem Enginemarkt Fuß zu fassen und beide Male endeten diese Versuche (Fat Fritz 1 und Fat Fritz 2) in einem Desaster.

Fat Fritz 2 – Ein unmoralisches Angebot

Anders als bei Fat Fritz 1 und Fat Fritz 2, setzt Chessbase zum Berechnen die eigene Fritz 18 Engine ein und zieht bei der Bewertung von Varianten und Stellungen die NNUE-Technik hinzu. Man kann sich Fritz 18 wie ein Motor in einem Auto vorstellen, welcher durch einen Katalysator (NNUE-Technik) die Bewertungen von Stellungen entwickelt.

In meinen Tests brachte die Engine „Fritz 18 Neuronal“ im Bereich „Festungen knacken“ bessere Ergebnisse als die non-NNUE-Fritz 18 Engine, jedoch stellt sich mir die Frage, wer in Zeiten von Stockfish diese Fritz 18 NNUE-Engine wirklich braucht. Aus Marketingsicht macht es für Chessbase sicher Sinn, nochmal auf den NNUE-Zug aufzuspringen und dem aktuellen Technik-Trend von Schachengines zu folgen, aber solange es mit Stockfish die stärkste Engine kostenlos gibt, bleibt „Fritz 18 Neuronal“ nichts weiter als „just another NNUE-Engine„.

Es ist mir seit über 10 Jahren ein Rätsel, warum Chessbase im Bereich Engines immer wieder Versuche unternimmt, ganz oben mitzuspielen und hierbei sogar die eigene Reputation aufs Spiel setzt. Es gab mal eine Zeit, da war Fritz tatsächlich ganz oben, aber diese Zeit war vor gefühlten 20 Jahren. Anstatt mit Fritz irgendwelchen ELO-Punkten hinterherzujagen, hätte sich Chessbase auf das Wesentliche konzentrieren sollen und der Marke Fritz ein Gesicht geben müssen. Mit Fritz 5 (1996) bekam Fritz die Stimme vom Kabarettisten Matthias Deutschmann und genau dieses Feature zog so ziemlich jeden Schachspieler in den Bann. Fritz hatte plötzlich einen launigen Charakter mit Wiedererkennungswert und selbst heute trifft man noch in Schachvereinen auf Spieler, welche beim Spielen typische Fritz-Sprüche raushauen („Auf seinem Grabstein kann man lesen, er war wahrhaftig gut……….gewesen„).

Chessbase hat es bis heute nicht geschafft, diesen Charakter auszubauen. Stattdessen findet man in der Versionshistorie von Fritz allerlei unnütze Features, welche mit der nächsten Version verschwinden und durch andere unnütze Spielereien ersetzt werden, welche in der darauf folgenden Version dann auch wieder verschwinden. Für die Mehrheit der Schachspieler ist Fritz nur noch eine GUI, welche sich kinderleicht bedienen lässt und alles bietet, was das Schachspielerherz begehrt. Anstatt jedes Jahr irgendeinen neuen Schnickschnack in die GUI zu basteln, welcher am Ende nur für neue Bugs in der GUI sorgt, wäre es wohl sinnvoller, wenn Chessbase an der Stabilität und an der Performance der Programme arbeiten würde. Aber hier kommt wohl die Marketingabteilung von Chessbase in die Quere. Ein Feature wie beispielsweise das „Mate-O-Meter“ lässt sich wohl besser bewerben, als farblose Wörter wie „Stabilität“ und „Performance“. 

Erinnert sich eigentlich noch jemand an den Mate-O-Meter im Fritz 11? Fritz ist wie ein Weihnachtsbaum, welcher langsam vor sich hin trocknet und jedes Jahr aus dem Keller geholt wird, um ihn mit immer mehr Lametta und Kugeln zu „schmücken“.

Der Dauerbrenner der Wegwerf-Features sind jedoch die 3D-Bretter, deren Hardwarehunger in den letzten Jahren enorm gestiegen ist. Technisch gibt es da immer was Neues zu entdecken und man fühlt, mit welcher Freude die Entwickler bei Chessbase an den Dingern gearbeitet haben. Das sich der Kreis der Nutzer dieser 3D-Bretter in Grenzen hält, ist Chessbase bewusst und es ist lobenswert, dass man bei der Installation von Fritz gefragt wird, ob man sich diesen grafischen Firlefanz antun möchte.

Chessbase gibt in seinen YouTube-Videos immer einen guten Einblick in die Entwicklung von neuen Features. Interessant ist hierbei, dass zur Findung von Ideen für neue Features Top-Großmeister zu Rate gezogen werden. Hier würde ein Blick auf die Wünsche und Vorstellungen von vereinslosen Hobbyspielern sicher zu Features führen, deren Halbwertszeit um Einiges länger ist.

Das kostenlose Fritz 18 NNUE-Engine-Update ist ein nettes und sicher gut gemeintes Geschenk von Chessbase an alle Fritz 18 Besitzer. Ich analysiere aber trotzdem weiter mit Stockfish.

Bis bald

Euer Benny

DGT Pegasus – Relaunch der komplett neuen DGT App findet in Kürze statt

In Rekordzeit hat es die Firma DGT geschafft, für die Neuentwicklung der DGT App ein fleißiges Team zusammenzustellen, welches mit der Umsetzung der neuen DGT App vor einigen Monaten begonnen hat. Nächtelanges Tüfteln und Programmieren haben sich gelohnt und in Kürze folgt der Release (https://digitalgametechnology.com/faq).

Neue DGT App DGT Pegasus

Während DGT die erste App noch von einem Drittanbieter entwickeln ließ und das Ergebnis nicht den qualitativen Vorstellungen von DGT entsprach, wurde die Neuentwicklung der DGT App ins eigene Haus gelegt. Eine gute und richtige Entscheidung 😉

Mehr zur neuen App in Kürze

Euer Benny

DGT Pegasus Apps & Software

Nachdem nun immer mehr Apps und Desktop-Software den DGT Pegasus unterstützen, möchte ich an dieser Stelle eine kleine Übersicht geben:

1. WhitePawn App (iOS/Android)
Zum Download

Chess.com (Android)
Zum Download

DGT App (iOS/Android)
Zum Download Android
Zum Download iOS

Chess Dojo (Android)
Zum Download

BearChess (Windows)
Zum Download

LucasChess (Windows/Linux)
Zum Download

Arena (Windows)
In Verbindung mit dem Pegasus-Treiber von Graham : https://goneill.co.nz/chess.php

Shredder (Windows)
In Verbindung mit dem Pegasus-Treiber von Graham : https://goneill.co.nz/chess.php

Sehr bald wird auch Chess24 den Pegasus unterstützen und auch die App ChessForAndroids kommt noch hinzu.

Auf jede einzelne App und Software werde ich demnächst in einem längeren Artikel eingehen.

Bis bald

Euer Benny

DGT Chef Hans Pees besiegt den niederländischen Meister Lucas van Foreest

DGT Chef Hans Pees ließ es sich nicht nehmen, am 20.08.2021 bei einer Simultanveranstaltung gegen den niederländische Meister Lucas van Foreest anzutreten. Am Abend vor der Partie hatten Hans und ich den üblichen Smalltalk per WhatsApp und er sagte mir, dass er hoffe, wenigstens 5 Züge gegen Lucas zu bestehen. Es sollten mehr werden. 🙂

Lucas entschied sich, gegen Hans einen Spanier zu spielen und lockerte bei kurz rochiertem König mit den Bauernzügen h3 und g4 die Königssicherheit. In der Theorie ist dieses Vorgehen bekannt und mit Sicherheit auch spielbar, jedoch gibt es dem Schwarzspieler gute Möglichkeiten, das Frischluftbedürfnis des weißen Königs für Angriffe auszunutzen. Ich persönlich vertrete hier eine ziemlich dogmatische Meinung und bringe Anfängern bei, das Vertreiben eines Läufers auf g4 mittels h3+g4 nur dann vorzunehmen, wenn man mit Weiß noch nicht kurz rochiert hat und anschließend groß zu Rochieren. Eine Faustregel, welche einem viel Ärger erspart. Eventuell hat Lucas den guten Hans in dieser Partie einfach unterschätzt. Als Chef der Firma DGT ist Hans bekannt dafür, auf dem Schachmarkt Chancen zu erkennen und konsequent zu nutzen. In der Partie gegen Lucas van Foreest war das nicht anders. 🙂

 

Dieser schöne Sieg gegen den niederländischen Meister Lucas van Foreest wird Hans sicher lange in Erinnerung bleiben. An dieser Stelle nochmal Glückwunsch von mir. 🙂

Bis bald

Euer Benny

Aktuelles zum DGT Pegasus

Wie eine Bombe ist der DGT Pegasus eingeschlagen und begeistert nun schon seit einigen Monaten die große Community der Online-Schachspieler. Nach einem etwas holprigen Start, welcher viel Supportarbeit nach sich zog, ist nun endlich etwas Luft, um einen Einblick in die Entwicklung des DGT Pegasus, der DGT App und dem ganzen „Drumherum“ einzugehen.

Nicht Wenige Neubesitzer eines DGT Pegasus konnten es kaum erwarten, die ersten Partien online auf diesem schönen Schachbrett zu spielen. Kaum hat der Paketbote den DGT Pegasus geliefert, wurde die Neuanschaffung direkt ausgepackt und losgelegt. Und genau hier gab es den ersten Knackpunkt. Elektronische Geräte sollten in der Regel immer erst Zimmertemperatur erreichen, bevor man diese in Betrieb nimmt. Aber wer macht das schon? Wenn ich ein neues Produkt aus dem Hause DGT vor mir habe, warte ich auch nicht und will es direkt testen.

Die niedrigen Temperaturen zur Weihnachtszeit sorgten zwangsläufig dafür, dass manche Geräte im ersten Betrieb etwas „Rumgemuckt“ haben. Grundsätzlich wäre dies kein Problem gewesen, da sich durch einen ausgeführten Hard-Reset der DGT Pegasus neu kalibrieren lässt und danach das Spielen (Zugerkennung) keine Probleme mehr bereitet. Noch vor dem Release des DGT Pegasus habe ich DGT darauf hingewiesen, dass die Kunden wissen müssen, wie man diesen Hard-Reset beim DGT Pegasus ausführt. Leider hatte es DGT verpasst, diese wichtige Info in die Anleitung aufzunehmen. Dies wurde von Seiten DGT dann aber schnell nachgeholt.

DGT Pegasus Hard Reset

Das Spielen mit dem DGT Pegasus mit der DGT App funktionierte nun problemlos. Ein Durchschnaufen war jedoch nur kurzzeitig möglich. Durch den Run auf den DGT Pegasus fanden innerhalb kürzester Zeit mehrere tausend DGT Pegasus neue Besitzer, was erwartungsgemäß zu einer hohen Auslastung des DGT Cloud Servers führte. Was während der Testphase mit gleichzeitig spielenden 10-20 Testern einwandfrei funktionierte, kollabierte bei tausenden von Nutzern.

Ich möchte an dieser Stelle den Einsatz der DGT Cloud kurz erklären, da es hier immer noch ein paar Missverständnisse gibt. Spielt man mit dem DGT Pegasus über die DGT App auf Lichess, läuft die Kommunikation mit Lichess nicht direkt zwischen DGT App und Lichess ab, sondern mit dem dazwischen geschalteten DGT Cloud Server. Der Anwender hat damit keine direkte Verbindung zu Lichess. Natürlich könnte man nun denken, dass dieser Zwischenschritt zu Latenz bei der Ausführungen von Zügen führen kann, in der Praxis ist davon jedoch nichts zu spüren. Die Züge werden gefühlt in Echtzeit ausgeführt.

Problematisch war die hohe Anzahl an gleichzeitigen Nutzern in zweierlei Hinsicht. Zum Einen gibt/gab es auf Lichess Restriktionen, wie viele gleichzeitige Nutzer sich mit ein und die selbe IP-Adresse auf Lichess anmelden dürfen und zum Anderen wird/wurde auch von Lichess beschränkt, wie viele Partien gleichzeitig über ein und die selbe IP gestartet werden dürfen. Hinzu kam noch der Umstand, dass das auf dem DGT Cloud Server vorhandene Verbindungs-Protokoll bei der hohen Anzahl an Nutzern nicht sauber lief. Eine großer Berg an Arbeit kam damit auf DGT zu, welcher aber mittlerweile sehr gut abgetragen wurde. Das Spielen mit der DGT App funktioniert nun.

Vielfach wurde die Frage gestellt, warum DGT überhaupt einen DGT-Cloud-Server einsetzt und nicht wie bei anderen Apps den Anwender direkt mit Lichess verbinden lässt. Hierzu muss man Folgendes wissen. Bei der Entwicklung der DGT App hatte man die Idee, neue Features und Verbesserungen in der App bereitzustellen, ohne für die App ein Update anbieten zu müssen. Im Prinzip ist es so, dass die Menüs und Features jederzeit über die DGT Cloud erweitert werden können. Da die DGT App von einem Drittanbieter erstellt wurde und das Einbinden von Features ohne DGT Cloud fortlaufend Kosten produzieren würde, hat man sich für die Cloud-Lösung entschieden, mit welcher DGT ohne kostenintensive App-Updates Verbesserungen und neue Features (wie beispielsweise das Einbinden des Chess24-Onlineschach-Anbieters) selbst bereitstellen kann.

Das Grundprinzip ist der DGT Cloud ist daher nicht schlecht, jedoch ist das Betreiben eines Cloud-Servers, welcher 24h am Tag für tausende von Schachspielern funktionieren muss, keine triviale Sache. Wenn auf dem Server ein Dienst am Freitagabend ausfällt, kann man nicht bis Montag warten, bis sich jemand darum kümmert. 😉

Mittlerweile läuft die Sache aber ziemlich rund und in wenigen Tagen wird es ein finales Update auf die Version 1.0 geben (geplant ist der 19.01.22).

Während DGT mit der eigenen App beschäftigt war, haben sich bekannte App-Entwickler ans Werk gemacht, und die Unterstützung des DGT Pegasus in die entsprechenden Apps hinzugefügt. Dies sollte ursprünglich über die von DGT bereitgestellte API laufen, deren Registrierungsprozess aber noch relativ unklar ist. Da die Schnittstelle des DGT Pegasus jedoch fast identisch zum DGT Centaur ist, konnten die Entwickler auf bereits bestehende Daten des DGT Centaur zurückgreifen und die Einbindung auch ohne offizielle DGT API vornehmen.

Ein paar Entwickler haben Bedenken, dass DGT dieses Vorgehen verbieten könnte. Nach einem längeren Telefonat mit DGT kann ich aber versichern, dass DGT nichts in dieser Richtung unternehmen wird. Als es mit der DGT App Probleme gab war DGT froh, dass findige Entwickler eine gute Lösung gefunden haben, mit welcher der DGT Pegasus problemlos läuft.

Hierzu zählt in erster Linie die WhitePawn-App von Khadim, welche sowohl für iOS, als auch für Android kostenlos und werbefrei verfügbar ist und u.a. auch das Spielen auf dem Lichess-Server mit dem DGT Pegasus ermöglicht.

Weiterhin gibt es die ChessDojo-App von Gerhard, mit welcher man mit dem DGT Pegasus lokale Partien gegen diverse Engines in verschiedenen Spielstufen spielen kann.

Mit BearChess von Lars steht die erste Desktop-Software-Windows-Schachsoftware zur Verfügung, welche den DGT Pegasus unterstützt.

Eine Reihe weiterer Entwickler steht in den Startlöchern, den DGT Pegasus in ihre Software/App einzubinden. Selbstverständlich werde ich zu gegebener Zeit hierüber informieren.

Bis bald

Euer Benny

DGT Sets im CT-Magazin im Test

Als vor einigen Wochen der HEISE-Verlag (CT-Magazin) beim niederländischen Marktführer für elektronische Schachbretter DGT durchgeklingelt hat, war noch nicht klar, wohin die Reise führen wird. Der andauernde Schachboom blieb natürlich auch dem CT-Magazin nicht verborgen und so dachte man sich, dass ein Test von elektronischen Schachbrettern keine schlechte Idee sei. Die Anfrage machte mich zunächst etwas skeptisch, da für das Testen von elektronischen Schachbrettern und deren Feinheiten eine enorme Erfahrung und Marktkenntnis erforderlich ist.

HEISE Magazin DGT Test

Den umfangreichen Test findet man ab Seite 114 des CT-Magazins Ausgabe 25/2021

Nachdem ich heute den Testbericht in den Händen halte muss ich zugeben, dass der Autor Hartmut Gieselmann vom CT-Magazin ganze Arbeit geleistet hat und mit Fachkenntnis bis ins kleinste Detail die auf dem Markt befindlichen Produkte getestet und bewertet hat. Gerne hätte ich hierbei auch den DGT Pegasus im Test gesehen, jedoch war dieser zum Zeitpunkt des Tests noch nicht verfügbar. Dennoch ließ es sich der Autor Hartmut Gieselmann nicht nehmen, auf den DGT Pegasus hinzuweisen.

Ein guter und objektiver Testbericht, bei welchem man am Ende das Gefühl hat, dass die elektronischen Schachbretter von DGT im Bezug auf die Qualität und den vielen Einsatzmöglichkeiten, nach wie vor die beste Wahl sind.

Hier geht’s zum Artikel:

https://www.heise.de/select/ct/2021/25/2121609430468825983

Hinweis: Der Testbericht befindet sich online hinter einer Paywall. Wer keinen Zugang hat, findet den kompletten Testbericht auch in der Printversion des aktuellen CT-Magazins (Ausgabe 25/2021) im Zeitschriftenhandel.

Bis bald

Euer Benny

DGT Centaur V2 Modifikation mit dem Raspberry Pi Zero 2

Wie bereits bekannt, bricht der Bootvorgang des Centaur V2 (Modifikation) wegen Unterspannung ab, wenn man den neuen Raspberry Pi Zero 2 verwendet. Durch einen etwas uneleganten Quickhack konnten wir den Abbruch verhindern und den DGT Centaur V2 starten. Ich teste nun, ob das System genauso stabil läuft, wie mit dem Zero W und wie sich die Mehrpower des Zero 2 auf die Akkulaufzeit auswirkt.

DGT Centaur V2 Zero 2

Da man momentan wesentlich einfacher an den Zero 2 rankommt, als an den 1er, ist das eine gute Möglichkeit für alle DGT Centaur Besitzer, doch noch die begehrte Modifikation zum Laufen zu bekommen 🙂

DGT Centaur V2 Zero 2

Ich halte euch auf dem Laufenden. 😉

Update 06.11.2021:

Ich habe nun sowohl den Quickhack „avoid_warnings=1“, als auch den Quickhack „avoid_warnings=2“ getestet. Grundsätzlich muss man hierbei wissen, dass mit diesen Quickhacks das Problem nicht gelöst, sondern umgangen wird. Die Programmierer unter uns werden sich noch daran erinnern, wie man bei frühen BASIC-Programmen beim Auftauchen von Fehlermeldungen einfach die Zeile „ON ERROR RESUME NEXT“ im Code eingefügt hat und damit die Fehlermeldungen unterdrücken konnte.

Genau das findet bei diesen Quickhacks auch statt. Folgendes ist hierbei allerdings zu beachten. Während „avoid_warnings=1“ die laufenden Schutzmechanismen des Zero 2 noch am Laufen hält (drosseln der CPU-Geschwindigkeit bei zu viel Hitzeentwicklung zum Beispiel), werden bei „avoid_warnings=2″ alle Schutzmechanismen außer Kraft gesetzt. Übertrieben gesprochen, könnte man damit einen Zero 2 auch soweit Übertakten, dass sich der Prozessor von selbst aus der Platine lötet. 😉 – Hier werden Erinnerungen an den ersten ausgelieferten Pentium-Prozessor in den 90ern wach, dessen Stifte sich tatsächlich trotz Kühlung verflüssigt haben. 🙂

Auf den Befehl „avoid_warnings=2“ sollte man daher nach Möglichkeit verzichten. Eine weitere Besonderheit ist die Akkulaufzeit. In meinen Tests hat sich diese beim Verwenden von „avoid_warnings=1“ gegenüber dem Zero 1 um etwa 30% reduziert. Verwendet man „avoid_warnings=2“ , kommt man auf eine Reduzierung der Akkulaufzeit von etwas mehr als 50%. Auffällig war bei meinen Tests auch, dass bei „avoid_warnings=2“ keine Akku-Schutzmechanismen gegriffen haben. Der Akku wurde ohne Reduzierung der Leistung einfach leergesaugt. Ein weiterer Grund, warum man auf „avoid_warnings=2“ verzichten sollte.

Meine Tests habe ich nicht unter Laborbedingungen durchgeführt und auch nicht mehrfach reproduziert. Ein wissenschaftlich sauberes Ergebnis meiner Tests schließe ich daher aus. Die Verwendung des Befehls „avoid_warnings=1“ funktioniert recht gut und auch die Akkulaufzeit ist passabel. Inwieweit sich das Unterdrücken von Warnmeldungen im Langzeitbetreib auswirkt, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

Bis bald

Euer Benny

DGT Pegasus – Cloud API

Schon wenige Tage nach dem Vorverkaufsstart hat sich sich der DGT Pegasus bereits zu einem weiteren Bestseller der niederländischen Firma DGT entwickelt. Die ersten Anfragen von Entwicklern, welche den Pegasus zum Onlinespielen in ihre Apps und Desktop-Software integrieren möchten, ließen nicht lange auf sich warten. Wer den DGT Pegasus in seine Software einbinden möchte, kann dies über die DGT-Cloud-API machen. Es handelt sich hierbei um eine Cloud-Schnittstelle zur hauseigenen DGT-App, mit welcher Drittanbieter auf die Hardware des DGT Pegasus zugreifen können.

Wie funktioniert die DGT-Cloud-API?

Diese Frage habe ich in den letzten Tagen ziemlich oft gehört. Folgendes Schema zeigt es auf:

DGT Pegasus Cloud API

Dreh und Angelpunkt ist die DGT-App, welche den DGT Pegasus ansteuert. Durch den Weg über die Cloud-API könnte man auf den ersten Blick den Eindruck bekommen, dass es zu Latenz in der Übertragung kommt. Im praktischen Tests konnte ich aber keine Unterschiede zu einer direkten Verbindung feststellen. Die gesamte Kommunikation lief gefühlt in Echtzeit ab. Die Vorteile dieser Cloud-API-Lösung sind, dass innerhalb der DGT App die Apps von Drittanbietern aufgeführt sind und damit jeder Besitzer eines DGT Pegasus direkt in der DGT App sieht, welche Apps den DGT Pegasus unterstützen. Auch wird sichergestellt, dass die Anbindung zum DGT Pegasus über eine App eines Drittanbieters den hohen Qualitätsansprüchen der Firma DGT entspricht. 

Ein weiterer Vorteil ist, dass auf diese Weise eine Kompatibilität zu zukünftigen DGT-Produkten, welche ebenfalls die DGT-Cloud-API nutzen, vorhanden ist. Ich möchte dies an einem einfachen Beispiel aufzeigen. Ein Drittanbieter, welcher über die DGT-Cloud-API den DGT Pegasus in seine App integriert hat, lässt am DGT Pegasus eine Feld-LED blinken. Nun bringt DGT irgendwann ein weiteres Produkt auf den Markt, welches pro Feld 4 LEDs besitzt. Um mit diesem neuen Produkt kompatibel zu sein, muss der Drittanbieter seine App nicht umprogrammieren. Die DGT-Cloud-API kann für Kompatibilität sorgen und übersetzt den Code so, dass bei dem neuen Produkt in Verbindung mit der Drittanbieter-App die 4 Feld-LEDs blinken.

Es handelt sich hierbei um ein ziemlich einfaches und abstraktes Beispiel, welches aber die Vorteile der DGT-Cloud-API gut aufzeigt.

Hat jeder Zugriff auf die Cloud-Schnittstelle?

Auch diese Frage wird oft gestellt. Die DGT-Cloud-API steht mit der Veröffentlichung des DGT Pegasus zunächst nicht öffentlich zur Verfügung, da hier noch ein paar Dinge getestet werden müssen. Wer den DGT Pegasus in seine App integrieren möchte, sollte am besten DGT kontaktieren.

Ein wichtiger Punkt ist natürlich auch der Datenschutz. Hier verweise ich auf folgende Erklärung von DGT:

https://digitalgametechnology.com/privacy-policy-dgt-chess-app

Unter folgendem Link kann der DGT Pegasus bestellt werden:

https://www.topschach.de/pegasus-online-schachspielen-p-4236.html

In der kommenden Woche werde ich ein Video veröffentlichen, in welchem ich den DGT Pegasus auf Herz und Nieren testen werde.

Bis bald

Euer Benny

DGT Centaur V2 – Das Finale Release

Online Schach spielen mit dem DGT Centaur

Online Schach spielen auf Lichess mit dem DGT Centaur

Mit dem DGT Centaur online Schachspielen auf Lichess und das Speichern von Partien war die Idee. Am Ende wurden noch mehr Ideen umgesetzt, wodurch der DGT Centaur zum Alleskönner wurde. Hindernisse gab es mehr als einmal. Die ersten „Lösungen bestanden darin, auf dem vorhandenen Originalprogramm des DGT Centaur aufzusetzen und dieses zu modifizieren. Zwar konnten hier Ergebnisse erzielt werden, aber die Sache war einfach zu aufwendig in der Umsetzung.

Durch das Reengineering des DGT Centaur von Ed kamen wir zu dem Schluss, dass eine komplett eigenständige Neuprogrammierung des DGT Centaur mit allen möglichen Features die sinnvollste Lösung ist. Das Resultat dieser über hunderte von Stunden enthaltenen Arbeit möchte ich in diesem Artikel vorstellen.

Zuvor noch ein wichtiger Hinweis. Bei der Modifikation handelt es sich um ein Open Source Projekt. Dies bedeutet, dass jeder an dem Code herumbasteln und seine eigenen Versionen erstellen und veröffentlichen kann. Ich beziehe mich bei meinen Ausführungen in diesem Artikel ausschließlich auf die Originalversion und verwende diese auch bei meinen Umbauten. Wer einen umgebauten DGT Centaur von mir erhält kann sich sicher sein, dass dieser funktioniert und einem im Garantiefall geholfen wird.

DGT Centaur – Raspberry Pi Zero W

Zum Zeitpunkt des Schreibens an diesem Artikel, kommt man an einen Raspberry Pi Zero W nur sehr schwierig ran. Auch die Preise für diese kleine Hardware sind durch den Mangel an Chips und den gestiegenen Fertigungskosten in die Höhe geschossen. Relativ einfach aber auch mit Preissteigerung kann man aber den Raspberry Pi Zero W/H ordern. Der Unterschied zum reinen Zero W liegt lediglich darin, dass beim Zero W/H bereits eine 40-Pol Leiste auf dem Zero aufgelötet wurde. Mit ein paar Handgriffen kann man den Zero W/H jedoch passend für einen DGT Centaur machen.

Für den Betrieb im DGT Centaur werden nur die außen liegenden Pins der GPIO-Schnittstelle benötigt, weshalb wir die innen liegenden Pins mit einer Zange abknipsen.

Anschließend werden die außen liegenden Pins um 90 Grad nach außen gebogen. Hierbei ist es ratsam, jeden einzelnen Pin nacheinander zu bearbeiten. Wer meint, dass man einfach alle Pins auf einmal an der Tischkante umbiegen kann und damit Zeit spart, wird sich wundern. 😉 – Zeit sparen ist nicht! Beim Verbiegen muss man sehr genau arbeiten. Hier gibt es keine zweiten Versuche. Wer einen Pin ein paarmal hin- und herbiegt, darf ihn anschließend wieder an die Leiste löten. 🙂

Raspberry Pi Zero W/H

Mit etwas Übung ist dieser Arbeitsschritt in etwa 5-10 Minuten erledigt. Im nächsten Schritt öffnet man beim DGT Centaur die Unterseite (Schrauben lösen) und >> !ganz wichtig! <<< steckt das Verbindungskabel vom Akku zur Platine ab. Der im DGT Centaur verwendete Raspberry Pi Zero ist nicht verlötet, sondern einfach mit den GPIO-Pins in die DGT-Platine eingesteckt. Wir heben die Platine etwas an und ziehen den Raspi Zero aus der Steckleiste einfach heraus. Ich denke es versteht sich von selbst, dass wir bei diesem Arbeitsschritt kein Werkzeug wie etwa einen Hammer, eine Zange, usw. verwenden und darauf achten, dass wir nicht elektrostatisch aufgeladen sind. 😉

Beim Anheben der DGT-Platine muss man etwas vorsichtig sein, da das e-Ink-Display auf der Platine nicht festsitzt und auf grobe Behandlung sehr allergisch reagiert. Ein gewisses Maß an Vorsicht und Feinmotorik in den Händen sollte auf jeden Fall vorhanden sein.

Hat man den Zero aus dem DGT Centaur entfernt, ziehen wir die darin befindliche SD-Karte heraus und machen uns zur Sicherheit eine Image-Kopie, welche wir auf unserem Computer speichern. Anschließend schreiben wir das DGT Centaur V2 Image auf diese Karte und stecken sie in unseren passend gemachten Raspberry Pi Zero W/H, welchen wir anschließend in den DGT Centaur stecken. Da die gebogenen Pins beim W/H-Modell etwas kürzer sind, als bei normalen 90 Grad GPIO-Leisten, muss man beim Einstecken darauf achten, dass es sicher sitzt und sich nicht bei der kleinsten Erschütterung aus der Steckverbindung löst.

Zum Schluss legen wir die DGT-Platine mit angestecktem Raspi Zero W/H wieder passend in die Halterung. Auch hier muss man wieder vorsichtig sein, dass man das e-Ink-Display nicht beschädigt. Im Prinzip geht das alles ziemlich einfach, aber ich habe schon Bastler gesehen, welche nebenbei ne Currywurst essen und mit ihren Ketchup-Fingern an Platinen rumgedrückt haben. Deswegen lieber einmal zu viel vorsichtig sein, als einmal zu wenig.

Wer die Klappe von der Unterseite vom DGT Centaur bereits jetzt wieder angebracht und zugeschraubt hat, darf alle Schrauben nochmal lösen, die Klappe entfernen und den Anschluss vom Akku zur Platine hineinstecken. Ein gerne gemachter Fehler 🙂 Haben wir den Akku wieder mit der Platine verbunden, können wir den DGT Centaur mit der entfernten Klappe schließen und zuschrauben.

Wir drehen den DGT Centaur auf die Oberseite und schalten ihn mit der Starttaste ein. Der Startvorgang wird durch die kreisenden LED-Lichter angezeigt und dauert beim ersten Start etwas länger (ca. 90 Sekunden). Wenn der Umbau geklappt hat, erscheint im Display folgende Auswahl als Menü, durch welche man sich mit den Tasten „nach oben“ und „nach unten“ navigieren kann. Mit der Häkchen-Taste bestätigt man seine Auswahl.

Was hinter den einzelnen Punkten im Menü steckt, ist an für sich selbsterklärend. In Kürze veröffentliche ich hierzu aber noch eine genaue Anleitung.

Wer sich den Umbau nicht zutraut, kann sich gerne bei mir melden und einen DGT Centaur V2 bei mir ordern.

Hier nun der Download-Link zum Image: >>>Download<<<

Noch ein wichtiger Hinweis > Das Image funktioniert aktuell nur mit DGT-Centaur-Versionen, welche nach November 2019 gefertigt wurden. Also die Centauren, bei welchen die LED-Ringe im ausgeschalteten Zustand nicht permanent als graue Ringe auf den Feldern sichtbar sind. 

Und jetzt viel Spaß mit dem DGT Centaur V2

Benny