TATORT BERLIN Colloquium

Die Dreharbeiten zum TATORT BERLIN mit dem Titel „Colloquium“ laufen auf Hochtouren und in einigen Szenen spielt laut Drehbuch ein Schachcomputer eine wichtige Wolle. Wir vom Team Topschach werden immer wieder als Berater für TV-Produktionen, in welchen Schach eine Rolle spielt, hinzugezogen. Einmal mehr mussten wir uns entscheiden, welcher Schachcomputer für die Szenen geeignet ist und über die vom Drehbuchautor geforderten Funktionen verfügt. Wir haben uns für den Revelation II AE entschieden.

Über die Story darf noch nicht viel verraten werden, aber zwei Bilder vom Set geben einen guten Vorgeschmack 😉

Tatort Berlin Colloquium

Der Revelation II AE beim Tatort Berlin

Tatort Berlin Colloquium Schachcomputer

Ein hübsches Matt in 5 Zügen

Ausgestrahlt wird diese Tatort-Folge im Herbst und ich kann schon jetzt sagen, dass die Story spannend und voller Intrigen ist. Mehr Infos zum Dreh, den Schauspielern und der Story werde ich ebenfalls im Herbst veröffentlichen.

Bis bald

Euer Benny

Game Changer & Man vs Machine – Zwei Buchempfehlungen

Auf aktuelle Bücher über Schachcomputer und Schachengines trifft man heutzutage eher selten. Zwar wird der Schachmarkt Monat für Monat mit neuen Schachbüchern überschwemmt, aber so richtige Perlen muss man dabei schon suchen. Umso erfreulicher ist, dass mit Game Changer und Man vs. Machine fast zeitgleich zwei Titel über Computerschach veröffentlicht wurden, welche ich jedem Schachspieler und Schachcomputerfreund ans Herz legen kann.

Fangen wir mit Game Changer an. Das Autoren-Duo GM Matthew Sadler und IM Natasha Regan bringt neben der schachlichen, auch die berufliche Kompetenz mit. Er als Informatiker und Sie als Mathematikerin. Diese Kompetenzen sind auch dringend notwendig, denn Thema des Buches ist das auf künstlicher Intelligenz basierende Programm AlphaZero. Wie es der Zufall will, ist der Chefentwickler und Erfinder von AlphaZero, Demis Hassabis, ein Jugendfreund von GM Matthew Sadler. Dieser gab dem Großmeister die Möglichkeit, einen tiefen Blick hinter die Kulissen von AlphaZero zu werfen. Ganze 2000 Partien wurden den Autoren zur intensiveren Analyse bereitgestellt und als ob das nicht schon Grund genug zur Freude gibt, hatte Matthew Sadler die sagenhafte Möglichkeit, selbst gegen das Schachmonster AlphaZero Partien zu spielen.

Herausgekommen ist eines der wirklich interessantesten Schachbücher der letzten Jahre. Selbst Schachspieler, welche sich nicht für Computerschach interessieren, werden die  lehrreichen Analysen mit Spannung verfolgen. Für Schachweltmeister Magnus Carlsen sind die Partien von AlphaZero ein Quell der Inspiration.

Ab sofort bei uns im Shop:

Game Changer

Damit kommen wir auch schon zum zweiten Buch. Man vs. Machine zeigt die Geschichte des Computerschachs auf. Angefangen mit dem noch getürkten Schachtürken aus dem 18. Jahrhundert, bis hin zum hier und jetzt. Wussten Sie, dass selbst Bobby Fischer gegen Schachcomputer angetreten ist?

Man vs. Machine

Auf gut 500 Seiten wird der rasante Aufstieg der Schachcomputer durchleuchtet. Viele Anekdoten bieten Gelegenheit zum Schmunzeln und Hintergrundgeschichten sorgen für den Aha-Effekt. Zahlreichen Partieanalysen runden dieses Werk ab. Alle wichtigen Personen der damaligen und heutigen Zeit kommen zu Wort. Ziemlich interessant waren für mich auch die Dinge, welche nicht in dem Buch stehen. So wird die Firma Mephisto in diesem Buch nur am Rande mit 3 unkommentierten Partien erwähnt. Anderen Firmen der damaligen Zeit, wie beispielsweise Fidelity und Novag, wurde etwas mehr Raum gegeben. Die Autoren Karsten Müller und Jonathan Schaeffer haben es geschafft, dem Leser alle wichtigen Entwicklungen im Computerschach verständlich näher zu bringen.

Für mich eine klare Kaufempfehlung.

Ab sofort bei uns im Shop:

Man vs. Machine

 

Soweit mein kurzer Abriss zu beiden Büchern. 😉

Bis bald

Euer Benny

Ein „Roter Hering“ des Computerschachs

Die mediale Präsenz des DGT Centaur stieg in den letzten Wochen so rasant an, dass auch ziemlich unbekannte Schach-Individuen sich dazu berufen fühlten, ein paar Partien gegen diesen Bestseller-Schachcomputer zu spielen. So auch der DWZ- und vereinslose spirituelle Lebensberater Hartmut H. aus Nürnberg. Waren wir zunächst fasziniert von seinen leichten Siegen die er online in seinem einsamen Kämmerlein gegen den DGT Centaur im Modus „Challenging“ erspielte, kam es schnell zur Ernüchterung, als Hartmut H. „seine“ Analysen zu diesen Partien veröffentlichte.

Man muss das Wort „seine“ in Anführungszeichen setzen, denn was er präsentierte, war nichts weiter als die automatische Vollanalyse des Fritz-Programms. Hierbei gibt man einfach eine gespielte Schachpartie in das Fritz-Programm ein, drückt ein Knöpfchen und kurze Zeit später spuckt Fritz eine eher unbrauchbare Analyse der Partie mit Hinweis auf Vorgängerpartien, Varianten und belanglosen Kommentaren aus.

Hartmut H. ergänzte diese automatisch erzeugten Analysen mit oberflächlicher Polemik. Er bezeichnet Züge des Centaur als lächerlich und bringt zum Ausdruck, mit welcher Leichtigkeit er doch den Centaur im Modus „Challenging“ bezwingen kann. Dabei schafft es Hartmut H. allerdings nicht, eine Stellung mehr als einen Zug tief zu analysieren. Seine Kommentierung ist daher an Oberflächlich- und Belanglosigkeit nicht zu überbieten.

Ich wollte es genauer wissen und habe Hartmut H. an einem Vormittag unter der Woche per Telefon aus dem Bett geklingelt. Auf seine Analysen angesprochen wurde sehr schnell klar, dass Hartmut H. von Schach wenig bis keine Ahnung hat. Die in „seinen“ Analysen automatisch von Fritz erstellten Varianten konnte er genauso wenig erklären, wie die gängige Eröffnungstheorie „seiner“ gespielten Varianten.

Roter Hering

Der Rote Hering. Hatte ich nach dem Lesen der Partie-Kommentare von Hartmut H. ziemliche Bedenken gegenüber seiner schachlichen Kompetenz, war ich mir nach dem Telefonat mit Hartmut H. ziemlich sicher, dass die von Hartmut H. gegen den Centaur gespielten Partien nicht so richtig zu seinem Schach-Skill passen. Vergleiche ich seine Äußerungen mit denen von einigen meiner Schach-Schüler, würde ich den DWZ- und vereinslosen Hartmut H. auf etwa 1100-1200 DWZ schätzen.

Der Modus „Challenging“ des DGT Centaur ist selbst für starke Vereinsspieler eine ordentliche Herausforderung. Die Leichtigkeit, mit welcher Hatmut H. den Centaur in diesem Modus bezwungen haben will, hatte noch nicht einmal unser Internationaler Meister Thomas Reich.

Wir haben Hartmut H. die Chance gegeben, bei uns im Schachcenter vor Ort gegen einen beliebigen DGT Centaur im Modus „Challenging“ fünf Partien zu spielen. Würde er auch nur eine Partie gewinnen, hätte er von uns ein Preisgeld in Höhe von 1000,-€ erhalten. Wir haben Hartmut H. dieses Angebot zugesendet und erhielten, wie wir es erwartet hatten, ziemlich skurrile Ausreden, warum er nicht bereit sei, live vor Ort gegen den DGT Centaur zu spielen.

Diese Ausreden passten überhaupt nicht zu den prahlerischen Äußerungen in seinen Partieanalysen. Man sollte meinen, dass jemand der mit solch einer Leichtigkeit gegen den DGT Centaur gewinnt, in Nürnberg ins Auto steigt, die etwa eine Stunde Fahrzeit in Kauf nimmt und sich die 1000,-€ abholen würde.

Anstatt sich wie ein Ehrenmann dem DGT Centaur vor Ort zu stellen, verbreitete Hartmut H. ein Gegenangebot über ein zwielichtiges Forum. Hierin teilte er unter anderem mit, dass er starker Raucher sei und am Brett quarzen müsste.  Ein Notar solle ebenfalls vor Ort sein und natürlich sollen die Partien live übertragen werden. Anders als in seinen beiden glorreichen Schnellschach-Online-Partien gegen den DGT Centaur, verlangte er zudem, dass 90 Minuten-Partien gespielt werden. Die Liste der Forderungen klang überhaupt nicht mehr nach dem Hartmut H., der in seinen Analysen den DGT Centaur als lächerlich bezeichnet hat. Per Mail haben wir dieses Gegenangebot nie erhalten. Seine Forderungen waren einfach nur infantil überzogen und dienten nur dem Zweck, nicht gegen den DGT Centaur live vor Ort antreten zu müssen.

Mehr Eier als Hartmut H. hatte die FIDE-Meisterin Anita Just, welche nicht lange fackelte, direkt anreiste und sich dem DGT Centaur stellte:

WFM Anita Just DGT Centaur

Echte Schachspieler haben keine Ausreden und setzen sich ans Brett. 😉

Bis bald

Euer Benny

PS: Updates zu diesem Thema findet ihr in den Kommentaren

Revelation II AE im TV-Krimi

Es passiert schon häufiger im Jahr, dass mich Anfragen bezüglich Schachcomputern von Filmproduzenten erreichen. Diesmal ist es ein TV-Krimi, in welchem ein hochwertiger Schachcomputer zum Einsatz kommen soll. Ich habe einige Vorschläge gemacht und das Produktionsteam hat sich für den Revelation II AE entschieden. Schon jetzt kann ich verraten, dass der Revelation II AE mit zwei hübschen Mattkombinationen in Szene gesetzt wird.

DGT Revelation Anniversary Edition

Um welchen Krimi es sich handelt und wann dieser ausgestrahlt wird, verrate ich demnächst. 😉

Euer Benny

Ruud Martin im Schachcenter von Topschach

Mit Ruud Martin hat die Brettschachcomputer-Szene einen der fähigsten Entwickler auf ihrer Seite. Neben diversen Eigenentwicklungen ist er über die Grenzen hinaus durch die Zusammenarbeit mit der niederländischen Firma DGT bekannt geworden. Der Revelation II und die Weiterentwicklung Revelation II AE entstammen aus diesem gemeinschaftlichen Projekt. Besonders die auf diesen Geräten erhältlichen Emulationen besonderer Meilensteine in der Schachcomputer-Entwicklung der 80er und 90er, ließ seine Fan-Basis enorm anwachsen.

Mit dem Novag Robot kam eine weitere Emulation hinzu, mit welcher Ruud Martin nochmals Akzente setzt. Im Original nur schwer zu bekommen, bleibt dieser Schachcomputer als Emulation im Revelation II AE der Nachwelt erhalten. Es handelt sich bei diesem Schachcomputer um den ersten seiner Art, welcher die eigenen Züge per Roboterarm direkt am Brett ausführte. Die Serieneinführung war 1982. Zwei Jahre zuvor gab es zwar schon Versuche der Firma Chafitz, diese Technik im Schachcomputer BORIS umzusetzen, jedoch kam es nie zur Serienreife.

Zwar muss man bei der Emulation im Revelation II die Computerzüge per Hand ausführen, jedoch werden die Bewegungen des Roboterarms mit Zügen sehr hübsch visualisiert im Display angezeigt. Eine Besonderheit dieses Schachcomputers ist das Zeigen von Emotionen während einer Schachpartie. Egal ob Ärger bei Figurenverlust oder Freude beim Matt setzen, der Novag Robot zeigt dies im Original mittels Lämpchen am Brett und verschiedenen Sound-Effekten an. Emuliert werden die visuellen Effekte im Display des Revelation II. Alleine dies sieht schon ziemlich spannend aus.

Um diese Emulation komplett abzurunden, steckte Ruud Martin nochmal viel Arbeit in dieses Projekt und schaffte es nun auch, die Soundeffekte des Novag Robot zu emulieren. Mittels einer kleinen Hardware-Erweiterung kommt man nun auch in den Genuss der emotionalen Soundeffekte während der Partie. Ein absolutes Nerd-Feature. 😉

Grund genug, Ruud Martin ins Schachcenter von Topschach einzuladen. Am gestrigen Sonntag war es dann auch soweit und neben spannenden Gesprächen über den Schachmarkt haben wir das neue Gimmick in unseren Showroom-Revelation II AE eingebaut. Hier ein paar Bildeindrücke:

Revelation II Novag Robot Sound-Chip

Im Revelation II ist genug Platz für solche Erweiterungen 🙂

Revelation II Novag Robot Sound-Chip

Mit routinierter Selbstverständlichkeit ist der kleine Chip schnell eingebaut.

Revelation II Novag Robot Sound-Chip

Jetzt noch einen Lautsprecher anschließen….

Revelation II Novag Robot Sound-Chip

…und testen 🙂 Alles funktioniert perfekt. Danke Ruud!

Ich werde in einem der nächsten Beiträge ein Video bereitstellen, in welchem ich dieses neue Gimmick vorstellen werde 🙂

Bis Bald

Euer Benny

Johan de Konings „The King“ besiegt GM Klaus Bischoff

Am 25.05.2019 fand ein Wettkampf „Mensch gegen Computer“ im Rahmen des Deutschen Schachmeisterschafts-Gipfels in Magdeburg statt. Mit GM Klaus Bischoff fand der Hersteller Millennium einen Großmeister, welcher nach Einladung bereit war, gegen ein Schachprogramm anzutreten. Gespielt wurden zwei Partien zu je 15 Minuten pro Seite mit wechselnden Farben.

The King Klaus Bischof

Klaus Bischoff gehört zu den stärkeren Großmeistern in Deutschland und kein Gegner hat es wirklich leicht mit ihm. Noch vor dem Match teilte ich dem Geschäftsführer von Millennium Thomas Karkosch mit, dass ich als Ergebnis zwei blutleere Remisen erwarte. Klaus Bischoff ist ein Meister des Verflachens, wenn er auf Gegner trifft, welche er als stärker einschätzt. Im Falle des King Programms von Johan de Koning wurde er offenbar in kalte Wasser geworfen. Unvorbereitet startete er in die erste Partie und schob die weißen Steine ambitionslos übers Brett.

Großmeisterliches Schach sieht etwas anders aus. Schachcomputer sind geduldig und selbst in Zeitnot führen diese noch recht passable Züge aus. Bei Menschen steigt der Druck mit zunehmender Zeitnot und auch die Fehlerquote. Seine Figuren einfach nur irgendwo hinzuziehen und zu versuchen, immer in der Remisbreite zu bleiben, wird spätestens in der Zeitnot bestraft. Bei nur zwei gespielten Partien bleibt keine Zeit zum Anschnuppern. Hier muss man gleich in die Vollen gehen.

Wenig aufregend war auch die zweite Partie, in welcher Klaus Bischoff nochmal hätte in die Vollen gehen können. Aber auch in dieser Partie vermied Bischoff jede Art von Dynamik. Tatsächlich schaffte er es lange Zeit, die Remisbreite nicht zu verlassen und die Punkteteilung war in greifbarer Nähe. Allerdings packte Bischoff dann doch noch der Ehrgeiz und Übermut, um den vollen Punkt zu kämpfen. Das ging allerdings ziemlich in die Hose.

Klaus Bischoff spielte mit angezogener Handbremse und wenn man sich die Partien anschaut merkt man, dass er mehr oder weniger ratlos gegen das Schachprogramm agierte. Richtig Lust den Wettkampf zu spielen/gewinnen hatte der Gewinner einiger Blitz-Meisterschaften er offenbar nicht. In keiner Partie kam das „The King“-Programm in Verlustgefahr. Der Wettkampf hätte durchaus interessant werden können, aber nicht mit Klaus Bischoff als Gegner. Das Schachprogramm „The King“ ist ein durchaus schlagbarer Gegner, auf welchen man sich vorbereiten kann. Schwächen im Eröffnungsspiel und das Unterschätzen von gegnerischen Angriffen gehören zu den wunden Punkten des Programms. Verteidigen ist nicht die Stärke vom „The King“, aber das Programm von Johan de Koning kommt nicht oft in die Gelegenheit, sich verteidigen zu müssen.

IM Roman Vidonyak hat mit der selben Zeitkontrolle (15 Minuten) bei uns im Schachcenter gegen „The King“ gespielt und konnte in 4 Partien satte 3 Punkte holen (2 Siege und 2 Remis). Der Spielansatz von Roman Vidonyak war allerdings auch ein ganz anderer. Er wollte in jeder Partie den vollen Punkt holen und ließ sich gerne auf Verwicklungen ein. Souverän behielt er immer die Übersicht und kommentierte das interessante Spiel vom „The King“.

Ich selbst konnte gegen „The King“ ebenfalls schon ordentlich Punkten. Hierbei sei aber angemerkt, dass dies hauptsächlich am Eröffnungsbuch des „The King“ lag. Nicht selten weisen einige Varianten Lücken auf, welche man als ambitionierter Eröffnungsspezialist ziemlich gut ausnutzen kann. Als Mensch sollte man gegen „The King“ auf jeden Fall taktisch spielen, auch wenn man das gegen neue Schachprogramme ja eigentlich nicht machen sollte. Aber „The King“ unterschätzt beispielsweise sehr gerne bei kurz rochiertem König taktische Einschläge/Opfer auf h7.

Wie dem auch sei. Klaus Bischoff lief in beiden Partien im Leerlauf. Das er beim Schachspielen auch glänzen kann, zeigen die vielen Erfolge seiner Schachkarriere.

Anschließend gab es noch eine Podiumsdiskussion mit Marius Lauer und Ossi Weiner. Damit wurde der Abend dann doch nochmal interessant.

Sollte es ein weiteres Mensch-Maschine-Match geben, wäre es nicht schlecht, wenn Millennium einen Schachspieler als Gegner wählen würde, welcher keine Angst vor Gespenstern hat. 😉

„The King“ gewinnt 2:0 gegen Klaus Bischoff.

Bis bald

Euer Benny

DGT Centaur – Bestseller des Jahres

Das der DGT Centaur ein echter Renner wird, konnte man ahnen. Der nun schon seit Monaten andauernde Run auf diesen Schachcomputer, bricht allerdings alle Vorstellungen. 🙂 Mit dem DGT Centaur hat der niederländische Marktführer DGT einen echten Treffer gelandet. An dieser Stelle auch ein fettes Danke an unser Team, dass in der letzten Zeit ziemlich viele Überstunden machen musste, um der Nachfrage Herr zu werden. 🙂

DGT Centaur kaufen

Und täglich grüßt das Murmeltier…..die Lieferung muss noch heute an unsere Kunden raus 🙂

DGT Centaur kaufen

….geschafft 🙂 Die DHL Fahrer begrüßen uns mittlerweile täglich mit einem Seufzer 😛

Wer bei den nächsten Stapeln mit einem Paket dabei sein will, der kann den DGT Centaur bei uns im Shop bestellen:

https://www.topschach.de/centaur-schachcomputer-p-4161.html

Bis bald

Euer Benny

IM Thomas Reich vs. DGT Centaur

5 Minuten Blitzpartie eines Internationalen Meisters gegen den DGT Centaur

 

Mit IM Thomas Reich hatte der DGT Centaur keinen leichten Gegner. Gespielt wurde eine 5 Minuten Blitzpartie, in welcher der DGT Centaur im „Friendly“-Modus mit den schwarzen Steinen spielte. Wie immer, suchte der mehrfache Bayerische Blitzmeister IM Thomas Reich recht schnell nach Verwicklungen. Hier die Partie:

Glückwunsch an Ritschi 🙂

The King Performance – Schachcomputer

Millennium nimmt nochmal Anlauf

 

Mit dem The King Performance Schachcomputer möchte die Münchner Firma Millennium ihr Sortiment um einen weiteren Schachcomputer ergänzen. Allerdings kann der Name „The King Performance“ für etwas Irritation sorgen, da dieser Schachcomputer bezüglich der Hardware-Eigenschaften keine Verbesserungen gegenüber des bereits für den ChessGenius Exclusive erhältlichen King Elements aufweist. Werfen wir aber zunächst einen Blick zurück. Mit dem ChessGenius hatte Millennium einen echten Treffer gelandet. Schachspieler bekamen die Chance, ziemlich günstig einen Schachcomputer mit guter Spielstärke und schönen Funktionen zu erwerben. Bei diesem Schachcomputer hatte sich Millennium erfolgreich auf das Wesentliche konzentriert (keine LEDs, einfache Figuren ohne Filz am Sockel, etc.). Die Schachspieler waren zufrieden und viele Eltern konnten ihren Sprösslingen etwas Schönes unter den Tannenbaum legen.

Von der Welle des Erfolges getragen, brachte Millennium anschließend den ChessGenius Pro auf den Markt. Ein verbesserter ChessGenius, bei welchem die Preisschraube ein gutes Stück nach oben gedreht wurde. Problematisch war hierbei allerdings, dass diese Verbesserungen eher kosmetischer Natur waren und für den Kunden auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Die Preisspanne zwischen beiden Schachcomputern waren in jedem Fall größer, als die offensichtlichen Veränderungen. Beide Geräte sehen nahezu identisch aus, weshalb eine Vielzahl von Kunden dann auch eher zum günstigeren ChessGenius greift.

Millennium ging nun in die Vollen und brachte mit dem ChessGenius Exclusive eine Luxusvariante des Schachcomputers auf den Markt. Leider etwas zu früh (das Weihnachtsgeschäft wollte man unbedingt mitnehmen) und nicht komplett ausgereift. Preislich orientierte man sich in der Oberliga und dieser Schachcomputer hatte auch Einiges zu bieten. Figurenerkennung, das Speichern von Partien, auswechselbare Eröffnungsbücher, einen schnelleren Prozessor, Figuren und Brett aus Holz. Das Design des Programm-Moduls war allerdings ein echter Makel. Dieses passte optisch überhaupt nicht so richtig zum Rest des Schachcomputers.

Zu diesem Zeitpunkt konnte jeder Insider auf dem Schachmarkt erkennen, dass Millennium die Mehrheit der potenziellen Kunden etwas aus dem Blick verliert und man sich mehr und mehr an den marktfernen Wünschen von ewig gestrigen Anhängern der damaligen Schachcomputer-Szene orientierte. Ich muss zugeben, dass auch ich diese alten Schachcomputer aus den 80ern und 90ern absolut toll finde, aber nur weil mir etwas gefällt , bedeutet das nicht, dass die Mehrheit der Kunden auf dem Schachmarkt genauso denkt. Ich kann hier ziemlich gut differenzieren. Die Mehrheit der Kunden will mit einem Schachcomputer einfach nur spielen und trainieren. Genau das ist der Markt. 99 von 100 Kunden, welche sich für einen Schachcomputer interessieren, können mit dem Namen Richard Lang überhaupt nichts anfangen. Das sich dahinter einer der wohl besten Schach-Programmierer aus den 80ern und 90ern verbirgt, ist für den Kunden im 21. Jahrhundert auch nicht wirklich wichtig zu wissen. Schaut man sich jedoch in den üblichen Schachcomputer-Foren im Internet um, bekommt man das Gefühl, dass solche Dinge absolut wichtig sind und praktisch jeder diese Namen kennt und kennen muss. Millennium hat sich, beabsichtigt oder nicht, genau an dieser kleinen Schachcomputer-Community orientiert und dies als den Schachmarkt wahrgenommen. Das man sich hierbei allerdings auf noch nicht einmal 1% aller tatsächlichen Kunden konzentriert, ist zumindest wirtschaftlich ziemlich fraglich.

Millennium ist nicht die Wohlfahrt und Ziel eines Unternehmens ist es, mit seinen Produkten den potenziellen Markt so gut wie möglich im Gesamten zu erreichen. Nehmen wir als Beispiel die Figurenerkennung des ChessGenius Exlusive. Hier muss Millennium wirklich sehr viel Zeit und Geld in die Hand genommen haben, um dieses Feature beim ChessGenius Exclusive zu realisieren. Schaut man in die Foren der Schachcomputer-Community und fragt dort nach, ob dieses Feature für einen Schachcomputer wichtig ist, sagen praktisch alle „Ja!“. Fragt man jedoch die Masse an Kunden, welche sich für Schachcomputer interessieren und sich nicht in diesen Brettschachcomputer-Foren bewegt, dann liegt der Anteil derer, welche eine Figurenerkennung wichtig ist, bei unter 5%. Das ist auch verständlich, denn der einzige wirkliche Nutzen ist hier wirklich nur, dass man eine Stellung auf dem Brett aufbauen kann und diese vom Schachcomputer ohne Weiteres erkannt wird. Der Aufwand den Millennium bei der Entwicklung dieses Features hatte, steht damit in keiner Relation zum Nutzen. Das hatte übrigens auch die Mehrheit der Käufer von Schachcomputern aus den 80ern und 90ern erkannt und sich eben nicht für den Mephisto Bavaria (erster Schachcomputer mit Figurenerkennung) entschieden. Der einzige sinnvolle Einsatz von Figurenerkennung findet bei DGT Brettern statt, wenn es um Liveübertragungen von Schachturnieren geht. Bei Schachcomputern ist es ein nettes Gimmick, aber nicht wirklich notwendig.

Der ChessGenius Exclusive ist praktisch ein Schachcomputer, welcher in einer kleinen Schachcomputer-Community mit Enthusiasten für Geräte aus den 80ern und 90ern für viel Freude sorgte. Kurioserweise gehen fast alle Mitglieder dieser Community davon aus, dass sie den gesamten Schachcomputer-Markt repräsentieren. Was sie sich wünschen, wünscht sich praktisch jeder. Finden sie etwas toll, dann findet das natürlich jeder der sich einen Schachcomputer wünscht, absolut toll. 😉

Wie weit weg diese Community vom tatsächlichen Schachcomputer-Markt entfernt ist, erkennt man als Händler ziemlich schnell, wenn man die Umfragen zu Schachcomputern dieser Community (weltweit ein paar hundert Mitglieder) mit Umfragen vergleicht, welche man als Händler mit einigen zehntausend Kunden gemacht hat.

Der ChessGenius Exclusive ist ohne Frage ein guter Schachcomputer. Allerdings ist dieses Vergnügen mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 600,-€ alles andere als günstig. Wieder werfen wir einen Blick in die Brettschachcomputer-Foren und stellen fest, dass dort so gut wie jeder mit dem Argument kommt, dass so ein Schachcomputer in den späten 80ern und frühen 90ern über 10.000 DM gekostet hätte. Ja! Das stimmt! Jedoch sind wir nicht mehr in dieser Zeit. Würde man in diese Zeit zurück reisen und sein iPhone mitnehmen, würde man für dieses Gerät in den 80ern sehr warscheinlich 100 Millionen DM erhalten. Wir leben aber im Heute.

Nach dem ChessGenius Exclusive legte Millennium, wieder auf vielfachen Wunsch der kleinen Community, nochmal ordentlich nach und brachte das King-Element auf den Markt. Ein neues Programm-Modul für den ChessGenius Exclusive. Optisch hat man hier alles richtig gemacht. Das Teil passt viel besser als das Lang-Modul zum ChessGenius Exclusive , da es passenderweise aus Holz gefertigt wird. Beim Programm hat Millennium wieder keine Kosten und Mühen gescheut und sich für ein Spitzenprogramm der damaligen Zeit von Johan de Koning entschieden. Hier wurde entwickelt und verbessert und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Genau so etwas hat sich die kleine Community gewünscht und für einige ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen. Wirft man aber wieder einen Blick über den Tellerrand auf den gesamten Schachcomputer-Markt, kann so gut wie niemand etwas mit dem Namen Johan de Koning anfangen. Das King-Element ist tatsächlich ein echtes Nischenprodukt in der Nische, welches wirklich nur absolute Hardcore-Schachcomputer-Fans als Zielgruppe hat. Wirtschaftlich kann sich das King-Element für die Firma Millennium nicht lohnen. Das weiß auch der Geschäftsführer Karkosch von Millennium, welcher in einem Telefonat offen sagte, dass das King-Element eher ein Geschenk für die Community sei. Aber die echten Hardcore-Fans der kleinen Schachcomputer-Community blenden solche Wahrheiten gerne aus.

Ich zitiere einen Brettschachcomputer-Fanboy: „die komplette Entstehung des King ist ein Musterbeispiel dafür, wie vorteilhaft es für alle Seiten sein kann, Communities offen mit in die Entwicklung von Produkten einzubeziehen.
Schade, dass das bei anderen Herstellern so nicht der Fall ist, da werden meiner Meinung nach Chancen vertan.“

Diese Aussage zeigt sehr schön, wie verblendet der eine oder andere in der Schachcomputer-Community von seiner eigenen Meinung ist. Das dabei auch noch an andere Hersteller appelliert wird, es Millennium gleich zu tun, geht schon fast als Satire durch. Andere Hersteller verzichten sehr gerne auf solche ruinösen Chancen. 😉

 

Ankündigung des The King Performance!

The King Performance

Millennium will es nun richtig machen! Zumindest teilweise. Beim The King Performance hat man sich endlich wieder auf das Wesentliche konzentriert. Weg mit der kostspieligen Figurenerkennung und zurück zum Drucksensor. Ein kleineres Display spart ebenfalls Kosten und reicht vollkommen aus. Aus Holz wird hier nur noch der Rahmen gefertigt, was die Produktionskosten genauso senkt, wie die Anfälligkeit für Fehler in der Verarbeitung. Die Züge werden weiterhin per Feld-LEDs angezeigt, aber diesmal auf einer Oberfläche aus Kunststoff. Die Hardware und das Programm von Johan de Koning wurden vom King-Element übernommen. Kein unnützer Schnickschnack, sondern einfach nur das Wesentliche. Dies wirkt sich auch positiv auf den Preis aus. Mit 349,-€ trifft es den Kern des Marktes ziemlich genau. Es handelt sich übrigens um genau den Preis, welchen ich bei Millennium schon ziemlich lange für einen Schachcomputer kommuniziert habe, da sich in meinen Kunden-Umfragen genau dieser Maximalpreis für einen Schachcomputer herauskristallisiert hat. 😉

Millennium ist auf dem richtigen Weg, aber von manchen Altlasten will man sich  dann doch nicht so richtig trennen. Beispielsweise werden noch immer diverse Brettschachcomputer-Sammler als Beta-Tester eingesetzt, welche vom heutigen Schachcomputer-Markt überhaupt keine Ahnung haben und auch schon beim ChessGenius Exclusive als Beta-Tester nicht so richtig in Form kamen. Diverse Software-Fehler des Programms im Modul, welche diese „Spezialisten“ in der Betaphase nicht erkannten, hat Millennium aber ziemlich schnell durch Software-Updates ausgemerzt. Diese selbsternannten „Beta-Tester“ sind natürlich mit sehr viel Eifer bei der Sache und ich muss sagen, dass man sich hier durchaus Mühe gibt. Erwähnen muss ich aber auch, dass Millennium nicht nur diese Schachcomputer-Fanboys als Beta-Tester einsetzt, sondern auch ein bis zwei fähige Personen, welche tatsächlich Ahnung haben. Diese tauchen allerdings nicht in diversen Schachcomputer-Foren auf. Ein wesentliches Merkmal haben aber all diese „Beta-Tester“ gemeinsam. Mal abgesehen von diverser Alibi-Kritik, werden die Produkte nicht kritisiert. Wer öffentlich kritisiert, ist seinen Beta-Tester-Status bei Millennium ziemlich schnell los und würde nicht mehr zu dem auserlesenen Kreis derjenigen gehören, welche Vorabmuster erhalten. Extrapunkte kann man sammeln, indem man Konkurrenzprodukte kritisiert.

Das nimmt teilweise ziemlich skurrile Formen an. Ich möchte zwei Beispiele nennen. Den DGT Centaur kann man durchaus als Konkurrenzprodukt betrachten. Hier wurde von einem Millennium-Betatester öffentlich geäußert, dass ihm das Display des DGT Centaur zu klein ist und er es wohl im Alter nicht mehr ablesen könnte. Anzumerken sei hier, dass es sich um ein gestochen scharfes E-Ink-Display handelt. Der selbe Millennium-Tester hat natürlich auch ein paar Worte für das ziemlich kleine Display des The King Performance Schachcomputer von Millennium geäußert (Das Display ist wesentlich kleiner als bei das des King-Elements). Hier schreibt er, dass das kleine Display nicht schlimm ist und alles gut lesbar ist.

Nächstes Beispiel. Seit Februar 2019 gibt es massive Lieferschwierigkeiten des ChessGenius Exclusive. Dies liegt an Problemen mit der Holzverarbeitung, welche aber in nächster Zeit behoben sein sollen. Dann ist der CGE wieder lieferbar. Zu den Lieferproblemen teilt unser Millennium-Betatester allerdings mit, dass der ChessGenius Exclusive ein solch begehrtes und tolles Gerät ist, dass Millennium mit dem Produzieren nicht mehr hinterherkommt und dieser Schachcomputer deshalb ständig ausverkauft ist. 😉

Jeder der Ahnung hat kann sich bei solchen Aussagen ein Schmunzeln nicht verkneifen. Solche Betatester würden mit Sicherheit auch Ihre Seele verkaufen, um auch beim nächsten Produkt wieder ein Betatester zu sein.

Der Schachcomputer The King Performance soll im Herbst 2019 auf den Markt kommen. Unser erster Eindruck von dem was geplant ist, ist sehr positiv. Die Chancen stehen gut, dass dieser Schachcomputer an den Erfolg des ersten Gerätes (ChessGenius) anknüpfen kann. Als Hersteller hat man in jedem Fall mehr davon, vor großem Publikum aufzutreten, als vor einer kleinen Loge.

Bis bald

Euer Benny 😉