
Online Schach spielen auf Lichess mit dem DGT Centaur
Mit dem DGT Centaur online Schachspielen auf Lichess und das Speichern von Partien war die Idee. Am Ende wurden noch mehr Ideen umgesetzt, wodurch der DGT Centaur zum Alleskönner wurde. Hindernisse gab es mehr als einmal. Die ersten „Lösungen bestanden darin, auf dem vorhandenen Originalprogramm des DGT Centaur aufzusetzen und dieses zu modifizieren. Zwar konnten hier Ergebnisse erzielt werden, aber die Sache war einfach zu aufwendig in der Umsetzung.
Durch das Reengineering des DGT Centaur von Ed kamen wir zu dem Schluss, dass eine komplett eigenständige Neuprogrammierung des DGT Centaur mit allen möglichen Features die sinnvollste Lösung ist. Das Resultat dieser über hunderte von Stunden enthaltenen Arbeit möchte ich in diesem Artikel vorstellen.
Zuvor noch ein wichtiger Hinweis. Bei der Modifikation handelt es sich um ein Open Source Projekt. Dies bedeutet, dass jeder an dem Code herumbasteln und seine eigenen Versionen erstellen und veröffentlichen kann. Ich beziehe mich bei meinen Ausführungen in diesem Artikel ausschließlich auf die Originalversion und verwende diese auch bei meinen Umbauten. Wer einen umgebauten DGT Centaur von mir erhält kann sich sicher sein, dass dieser funktioniert und einem im Garantiefall geholfen wird.
DGT Centaur – Raspberry Pi Zero W
Zum Zeitpunkt des Schreibens an diesem Artikel, kommt man an einen Raspberry Pi Zero W nur sehr schwierig ran. Auch die Preise für diese kleine Hardware sind durch den Mangel an Chips und den gestiegenen Fertigungskosten in die Höhe geschossen. Relativ einfach aber auch mit Preissteigerung kann man aber den Raspberry Pi Zero W/H ordern. Der Unterschied zum reinen Zero W liegt lediglich darin, dass beim Zero W/H bereits eine 40-Pol Leiste auf dem Zero aufgelötet wurde. Mit ein paar Handgriffen kann man den Zero W/H jedoch passend für einen DGT Centaur machen.

Für den Betrieb im DGT Centaur werden nur die außen liegenden Pins der GPIO-Schnittstelle benötigt, weshalb wir die innen liegenden Pins mit einer Zange abknipsen.

Anschließend werden die außen liegenden Pins um 90 Grad nach außen gebogen. Hierbei ist es ratsam, jeden einzelnen Pin nacheinander zu bearbeiten. Wer meint, dass man einfach alle Pins auf einmal an der Tischkante umbiegen kann und damit Zeit spart, wird sich wundern. 😉 – Zeit sparen ist nicht! Beim Verbiegen muss man sehr genau arbeiten. Hier gibt es keine zweiten Versuche. Wer einen Pin ein paarmal hin- und herbiegt, darf ihn anschließend wieder an die Leiste löten. 🙂

Mit etwas Übung ist dieser Arbeitsschritt in etwa 5-10 Minuten erledigt. Im nächsten Schritt öffnet man beim DGT Centaur die Unterseite (Schrauben lösen) und >> !ganz wichtig! <<< steckt das Verbindungskabel vom Akku zur Platine ab. Der im DGT Centaur verwendete Raspberry Pi Zero ist nicht verlötet, sondern einfach mit den GPIO-Pins in die DGT-Platine eingesteckt. Wir heben die Platine etwas an und ziehen den Raspi Zero aus der Steckleiste einfach heraus. Ich denke es versteht sich von selbst, dass wir bei diesem Arbeitsschritt kein Werkzeug wie etwa einen Hammer, eine Zange, usw. verwenden und darauf achten, dass wir nicht elektrostatisch aufgeladen sind. 😉
Beim Anheben der DGT-Platine muss man etwas vorsichtig sein, da das e-Ink-Display auf der Platine nicht festsitzt und auf grobe Behandlung sehr allergisch reagiert. Ein gewisses Maß an Vorsicht und Feinmotorik in den Händen sollte auf jeden Fall vorhanden sein.
Hat man den Zero aus dem DGT Centaur entfernt, ziehen wir die darin befindliche SD-Karte heraus und machen uns zur Sicherheit eine Image-Kopie, welche wir auf unserem Computer speichern. Anschließend schreiben wir das DGT Centaur V2 Image auf diese Karte und stecken sie in unseren passend gemachten Raspberry Pi Zero W/H, welchen wir anschließend in den DGT Centaur stecken. Da die gebogenen Pins beim W/H-Modell etwas kürzer sind, als bei normalen 90 Grad GPIO-Leisten, muss man beim Einstecken darauf achten, dass es sicher sitzt und sich nicht bei der kleinsten Erschütterung aus der Steckverbindung löst.
Zum Schluss legen wir die DGT-Platine mit angestecktem Raspi Zero W/H wieder passend in die Halterung. Auch hier muss man wieder vorsichtig sein, dass man das e-Ink-Display nicht beschädigt. Im Prinzip geht das alles ziemlich einfach, aber ich habe schon Bastler gesehen, welche nebenbei ne Currywurst essen und mit ihren Ketchup-Fingern an Platinen rumgedrückt haben. Deswegen lieber einmal zu viel vorsichtig sein, als einmal zu wenig.
Wer die Klappe von der Unterseite vom DGT Centaur bereits jetzt wieder angebracht und zugeschraubt hat, darf alle Schrauben nochmal lösen, die Klappe entfernen und den Anschluss vom Akku zur Platine hineinstecken. Ein gerne gemachter Fehler 🙂 Haben wir den Akku wieder mit der Platine verbunden, können wir den DGT Centaur mit der entfernten Klappe schließen und zuschrauben.
Wir drehen den DGT Centaur auf die Oberseite und schalten ihn mit der Starttaste ein. Der Startvorgang wird durch die kreisenden LED-Lichter angezeigt und dauert beim ersten Start etwas länger (ca. 90 Sekunden). Wenn der Umbau geklappt hat, erscheint im Display folgende Auswahl als Menü, durch welche man sich mit den Tasten „nach oben“ und „nach unten“ navigieren kann. Mit der Häkchen-Taste bestätigt man seine Auswahl.

Was hinter den einzelnen Punkten im Menü steckt, ist an für sich selbsterklärend. In Kürze veröffentliche ich hierzu aber noch eine genaue Anleitung.
Wer sich den Umbau nicht zutraut, kann sich gerne bei mir melden und einen DGT Centaur V2 bei mir ordern.
Hier nun der Download-Link zum Image: >>>Download<<<
Noch ein wichtiger Hinweis > Das Image funktioniert aktuell nur mit DGT-Centaur-Versionen, welche nach November 2019 gefertigt wurden. Also die Centauren, bei welchen die LED-Ringe im ausgeschalteten Zustand nicht permanent als graue Ringe auf den Feldern sichtbar sind.
Und jetzt viel Spaß mit dem DGT Centaur V2
Benny