DGT Chef Hans Pees besiegt den niederländischen Meister Lucas van Foreest

DGT Chef Hans Pees ließ es sich nicht nehmen, am 20.08.2021 bei einer Simultanveranstaltung gegen den niederländische Meister Lucas van Foreest anzutreten. Am Abend vor der Partie hatten Hans und ich den üblichen Smalltalk per WhatsApp und er sagte mir, dass er hoffe, wenigstens 5 Züge gegen Lucas zu bestehen. Es sollten mehr werden. 🙂

Lucas entschied sich, gegen Hans einen Spanier zu spielen und lockerte bei kurz rochiertem König mit den Bauernzügen h3 und g4 die Königssicherheit. In der Theorie ist dieses Vorgehen bekannt und mit Sicherheit auch spielbar, jedoch gibt es dem Schwarzspieler gute Möglichkeiten, das Frischluftbedürfnis des weißen Königs für Angriffe auszunutzen. Ich persönlich vertrete hier eine ziemlich dogmatische Meinung und bringe Anfängern bei, das Vertreiben eines Läufers auf g4 mittels h3+g4 nur dann vorzunehmen, wenn man mit Weiß noch nicht kurz rochiert hat und anschließend groß zu Rochieren. Eine Faustregel, welche einem viel Ärger erspart. Eventuell hat Lucas den guten Hans in dieser Partie einfach unterschätzt. Als Chef der Firma DGT ist Hans bekannt dafür, auf dem Schachmarkt Chancen zu erkennen und konsequent zu nutzen. In der Partie gegen Lucas van Foreest war das nicht anders. 🙂

 

Dieser schöne Sieg gegen den niederländischen Meister Lucas van Foreest wird Hans sicher lange in Erinnerung bleiben. An dieser Stelle nochmal Glückwunsch von mir. 🙂

Bis bald

Euer Benny

Aktuelles zum DGT Pegasus

Wie eine Bombe ist der DGT Pegasus eingeschlagen und begeistert nun schon seit einigen Monaten die große Community der Online-Schachspieler. Nach einem etwas holprigen Start, welcher viel Supportarbeit nach sich zog, ist nun endlich etwas Luft, um einen Einblick in die Entwicklung des DGT Pegasus, der DGT App und dem ganzen „Drumherum“ einzugehen.

Nicht Wenige Neubesitzer eines DGT Pegasus konnten es kaum erwarten, die ersten Partien online auf diesem schönen Schachbrett zu spielen. Kaum hat der Paketbote den DGT Pegasus geliefert, wurde die Neuanschaffung direkt ausgepackt und losgelegt. Und genau hier gab es den ersten Knackpunkt. Elektronische Geräte sollten in der Regel immer erst Zimmertemperatur erreichen, bevor man diese in Betrieb nimmt. Aber wer macht das schon? Wenn ich ein neues Produkt aus dem Hause DGT vor mir habe, warte ich auch nicht und will es direkt testen.

Die niedrigen Temperaturen zur Weihnachtszeit sorgten zwangsläufig dafür, dass manche Geräte im ersten Betrieb etwas „Rumgemuckt“ haben. Grundsätzlich wäre dies kein Problem gewesen, da sich durch einen ausgeführten Hard-Reset der DGT Pegasus neu kalibrieren lässt und danach das Spielen (Zugerkennung) keine Probleme mehr bereitet. Noch vor dem Release des DGT Pegasus habe ich DGT darauf hingewiesen, dass die Kunden wissen müssen, wie man diesen Hard-Reset beim DGT Pegasus ausführt. Leider hatte es DGT verpasst, diese wichtige Info in die Anleitung aufzunehmen. Dies wurde von Seiten DGT dann aber schnell nachgeholt.

DGT Pegasus Hard Reset

Das Spielen mit dem DGT Pegasus mit der DGT App funktionierte nun problemlos. Ein Durchschnaufen war jedoch nur kurzzeitig möglich. Durch den Run auf den DGT Pegasus fanden innerhalb kürzester Zeit mehrere tausend DGT Pegasus neue Besitzer, was erwartungsgemäß zu einer hohen Auslastung des DGT Cloud Servers führte. Was während der Testphase mit gleichzeitig spielenden 10-20 Testern einwandfrei funktionierte, kollabierte bei tausenden von Nutzern.

Ich möchte an dieser Stelle den Einsatz der DGT Cloud kurz erklären, da es hier immer noch ein paar Missverständnisse gibt. Spielt man mit dem DGT Pegasus über die DGT App auf Lichess, läuft die Kommunikation mit Lichess nicht direkt zwischen DGT App und Lichess ab, sondern mit dem dazwischen geschalteten DGT Cloud Server. Der Anwender hat damit keine direkte Verbindung zu Lichess. Natürlich könnte man nun denken, dass dieser Zwischenschritt zu Latenz bei der Ausführungen von Zügen führen kann, in der Praxis ist davon jedoch nichts zu spüren. Die Züge werden gefühlt in Echtzeit ausgeführt.

Problematisch war die hohe Anzahl an gleichzeitigen Nutzern in zweierlei Hinsicht. Zum Einen gibt/gab es auf Lichess Restriktionen, wie viele gleichzeitige Nutzer sich mit ein und die selbe IP-Adresse auf Lichess anmelden dürfen und zum Anderen wird/wurde auch von Lichess beschränkt, wie viele Partien gleichzeitig über ein und die selbe IP gestartet werden dürfen. Hinzu kam noch der Umstand, dass das auf dem DGT Cloud Server vorhandene Verbindungs-Protokoll bei der hohen Anzahl an Nutzern nicht sauber lief. Eine großer Berg an Arbeit kam damit auf DGT zu, welcher aber mittlerweile sehr gut abgetragen wurde. Das Spielen mit der DGT App funktioniert nun.

Vielfach wurde die Frage gestellt, warum DGT überhaupt einen DGT-Cloud-Server einsetzt und nicht wie bei anderen Apps den Anwender direkt mit Lichess verbinden lässt. Hierzu muss man Folgendes wissen. Bei der Entwicklung der DGT App hatte man die Idee, neue Features und Verbesserungen in der App bereitzustellen, ohne für die App ein Update anbieten zu müssen. Im Prinzip ist es so, dass die Menüs und Features jederzeit über die DGT Cloud erweitert werden können. Da die DGT App von einem Drittanbieter erstellt wurde und das Einbinden von Features ohne DGT Cloud fortlaufend Kosten produzieren würde, hat man sich für die Cloud-Lösung entschieden, mit welcher DGT ohne kostenintensive App-Updates Verbesserungen und neue Features (wie beispielsweise das Einbinden des Chess24-Onlineschach-Anbieters) selbst bereitstellen kann.

Das Grundprinzip ist der DGT Cloud ist daher nicht schlecht, jedoch ist das Betreiben eines Cloud-Servers, welcher 24h am Tag für tausende von Schachspielern funktionieren muss, keine triviale Sache. Wenn auf dem Server ein Dienst am Freitagabend ausfällt, kann man nicht bis Montag warten, bis sich jemand darum kümmert. 😉

Mittlerweile läuft die Sache aber ziemlich rund und in wenigen Tagen wird es ein finales Update auf die Version 1.0 geben (geplant ist der 19.01.22).

Während DGT mit der eigenen App beschäftigt war, haben sich bekannte App-Entwickler ans Werk gemacht, und die Unterstützung des DGT Pegasus in die entsprechenden Apps hinzugefügt. Dies sollte ursprünglich über die von DGT bereitgestellte API laufen, deren Registrierungsprozess aber noch relativ unklar ist. Da die Schnittstelle des DGT Pegasus jedoch fast identisch zum DGT Centaur ist, konnten die Entwickler auf bereits bestehende Daten des DGT Centaur zurückgreifen und die Einbindung auch ohne offizielle DGT API vornehmen.

Ein paar Entwickler haben Bedenken, dass DGT dieses Vorgehen verbieten könnte. Nach einem längeren Telefonat mit DGT kann ich aber versichern, dass DGT nichts in dieser Richtung unternehmen wird. Als es mit der DGT App Probleme gab war DGT froh, dass findige Entwickler eine gute Lösung gefunden haben, mit welcher der DGT Pegasus problemlos läuft.

Hierzu zählt in erster Linie die WhitePawn-App von Khadim, welche sowohl für iOS, als auch für Android kostenlos und werbefrei verfügbar ist und u.a. auch das Spielen auf dem Lichess-Server mit dem DGT Pegasus ermöglicht.

Weiterhin gibt es die ChessDojo-App von Gerhard, mit welcher man mit dem DGT Pegasus lokale Partien gegen diverse Engines in verschiedenen Spielstufen spielen kann.

Mit BearChess von Lars steht die erste Desktop-Software-Windows-Schachsoftware zur Verfügung, welche den DGT Pegasus unterstützt.

Eine Reihe weiterer Entwickler steht in den Startlöchern, den DGT Pegasus in ihre Software/App einzubinden. Selbstverständlich werde ich zu gegebener Zeit hierüber informieren.

Bis bald

Euer Benny