Lichess veröffentlicht offizielle API Schnittstelle

Der durch Spenden finanzierte Online-Schachserver Lichess bietet Schachspielern das wohl umfangreichste und größte Angebot im Onlineschach. Egal ob Analysieren , Spielen oder das Forschen in Lieblingseröffnungen, wird von Lichess praktisch alles geboten, was das Schachherz begehrt. Seit heute bietet Lichess nun die lang erwartete API-Schnittstelle an.

Lichess API Schnittstelle

Durch diese API-Schnittstelle ist es nun möglich, dass Drittanbieter das Onlinespielen auf Lichess in ihren Produkten anbieten können. Als Programmiersprache wird Python verwendet und hier beginnt der Spaß. Besitzer eines DGT Centaur, eines DGT Pi oder eines externen Raspberry Pi wissen, dass die dort verwendete Software ebenfalls in Python geschrieben wurde. Das Onlinespielen mit dem DGT Centaur (Hobbyprojekt von mir) und dem DGT Pi war bisher nur über eine Telnet-Verbindung möglich, welche einzig von den Schachservern FICS und ICC als Schnittstelle bereitgestellt werden. Die Programmierung ist in diesem Fall allerdings recht umständlich, da der Syntax der beiden Server relativ beschränkt ist.

Mit der API-Schnittstelle von Lichess wird das alles nun wesentlich einfacher.

Link zur API-Dokumentation: https://lichess.org/api

Hier wurde ganze Arbeit geleistet und dem Python-Programmierer stehen eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung, den DGT Centaur und den DGT Pi Lichess-Ready zu machen. Das Besondere ist hierbei auch, dass man über diese Schnittstelle auch Engines (Schach-Bots) einbinden kann. Diese werden anschließend auf dem Lichess-Server auch als Engines gekennzeichnet. Engine-Zweikämpfen steht damit nichts mehr im Weg. Wer das direkte Duell gegen einem menschlichen Gegner sucht, wird auch hier die Möglichkeiten der Lichess-API zu schätzen wissen.

Im Falle des DGT Centaur werde ich auch jeden Fall ein paar Tests machen und wenn es hierbei eine gute schnelle Möglichkeit gibt, online Schach zu spielen, auf die Telnet-Schnittstelle von FICS und vom ICC verzichten.

Für die Python-Programmierer unter uns gibt es jetzt auf jeden Fall genug neuen Stoff, an dem wir uns austoben können. 😉

Bis bald

Euer Benny

Chessbase nimmt die Fritz- und Chessbase-App aus dem Google Playstore

Und plötzlich waren sie weg. Klammheimlich entfernte Chessbase im Google-Store die mehr oder weniger beliebten Schach-Apps „Fritz“ und „Chessbase“.

Chessbase Apps

Lediglich die App fürs Onlinespielen ist noch erhältlich. Eine Nachfrage bei Chessbase ergab, dass sich die „Fritz“- und „Chessbase“-App momentan in „Reparatur“ befinden. Dies klingt etwas seltsam, da man Verbesserungen und Korrekturen problemlos als Update anbieten kann. Die Schachfreunde Topschach sind der Sache auf den Grund gegangen. 🙂

In den meisten Fällen verschwinden Apps im Google-Store, wenn diese nicht den Sicherheitsrichtlinien entsprechen. Es reicht hierbei schon aus, wenn man innerhalb einer App Funktionen von Webseiten hinzulädt. Programmiert man beispielsweise eine App und möchte innerhalb der App Grafiken direkt von einem Webserver laden, wird die App von Google nicht zugelassen. Dies ist auch sinnvoll, da man auf diese Weise nach Freigabe einer App von Google problemlos den Inhalt der App ändern könnte, ohne Veränderungen an der eigentlichen App im Playstore vornehmen zu müssen. Diese Third-Source-Änderungen könnten gegen die Richtlinien von Google verstoßen.

Eine Prüfung der „Fritz“-App und „Chessbase“-App ergab allerdings, dass keinerlei Beanstandungen von Seiten der Google-Richtlinien bestehen.

Somit hat Chessbase die beiden Apps tatsächlich selbst entfernt. Der Grund könnte sein, dass sich in der Schachszene mittlerweile herumgesprochen hat, wie einfach man bei diesen Apps den Kopierschutz (Eingabe einer gültigen Seriennummer) umgehen kann. Startet man die Chessbase-App, wird man per Pop-Up-Fenster aufgefordert, seinen Lizenzschlüssel einzugeben. Dieses Fenster lässt sich auch nicht wegklicken und ohne eine gültige Eingabe kann man die App nicht nutzen. Der findige Schachspieler kennt aber einen witzigen Trick. Man aktiviert an seinem Smartphone das automatische Drehen des Displays. Nun startet man die Chessbase-App und wartet bis das Fenster erscheint, in welchem man den Lizenzschlüssel eingeben muss. Dreht man nun das Smartphone, passt sich die Anzeige im Display (z.B. von horizontal in vertikal) entsprechend an. Hierbei verschwindet jedoch das Fenster mit der Aufforderung, seinen Lizenzschlüssel einzugeben und die App lässt sich in vollem Umfang nutzen.

Ich bin mir sehr sicher, dass dies der Grund ist, warum Chessbase die beiden Apps direkt aus dem Playstore entfernt hat. Es ist verständlich, dass Chessbase möglicherweise bis zur Lösung des Problems die beiden Apps nicht ungewollt kostenlos zur Verfügung stellen möchte.

Schön wäre es natürlich, wenn ich falsch liegen würde und Chessbase uns demnächst mit einer brandneuen App überrascht, welche all die Features enthält, die sowohl in der Fritz- als auch in der Chessbase-App schmerzlich vermisst wurden. Warten wir’s einfach ab. 😉

Bis bald

Euer Benny

TATORT – Das perfekte Verbrechen am 15.03.2020

Am 15.03.2020 läuft um 20:15 Uhr ein ganz besonderer Tatort im Ersten mit dem Titel „Das perfekte Verbrechen“. Bereits letzten Sommer wurde ich von der Produktionsfirma beauftragt, für eine Szene in diesem Tatort einen passenden Schachcomputer zur Verfügung zu stellen.

https://schach.computer/tatort-berlin-colloquium/

Neben dem DGT Centaur und dem Revelation II AE stand auch ein Fidelity V11 in der engeren Wahl. Zusammen mit der Produktionsfirma wurde sich für den Revelation II AE entschieden.Tatort Berlin Colloquium

Ich bin gespannt, wie viel man vom Revelation II AE im Tatort sehen wird und habe mittlerweile die Freigabe erhalten, das Bild- und Filmmaterial das ich während den Dreharbeiten aufgenommen habe, zu veröffentlichen. Ein entsprechender Artikel folgt in Kürze.

Mehr zum Tatort „Das perfekte Verbrechen“ und den Darstellern findet ihr unter folgendem Link:

https://www.rbb-online.de/unternehmen/presse/presseinformationen/programm/2020/03/tatort–das-perfekte-vebrechen/figuren.html

Welchen Fall die Ermittler lösen müssen, wird hier beschrieben:

https://www.rbb-online.de/unternehmen/presse/presseinformationen/programm/2020/03/tatort–das-perfekte-vebrechen/

Erstausstrahlung ist am 15.03.2020 um 20:15 Uhr im Ersten

Bis bald

Euer Benny

Revelation II AE Update mit Mephisto Bavaria Figurenerkennung

Das neuste Firmware-Update des Revelation II AE erweitert die Retro-Emulationen Mephisto Lyon, Vancouver und London um die Mephisto Bavaria-Figurenerkennung. Für viele Fans nostalgischer Schachcomputer wird damit ein kleiner Traum war. Im Unterschied zum Mephisto Modular, Exclusive und München -Brett, hatte der Mephisto Bavaria eine aktive Figurenerkennung, mit welcher schnell und unkompliziert Schachstellungen zur Analyse auf dem Brett aufgebaut werden konnten. Unterstützt wurde die Technik allerdings nur von den späteren WM-Modulen mit Lang-Programm.

Mephisto Bavaria

Richtig durchsetzen konnte sich der Mephisto Bavaria jedoch nicht, was zum Einen am hohen Preis lag und zum anderen auch an den vorhandenen Alternativen ohne Figurenerkennung. Das Feature war damals lediglich eine komfortable Eingabemöglichkeit für Schachstellungen. Erst mit dem Aufkommen von DGT-Brettern fand diese Technik durch Liveübertragungen von Schachpartien einen praktischeren Einsatz.

War der Mephisto München ein Gerät der Oberklasse, repräsentierte der Mephisto Bavaria zum damaligen Zeitpunkt die absolute Königsklasse. Es ist selbst heute noch sehr spannend, Stellungen aus aktuellen Partien von Weltklasse-Schachspielern mit den alten Schachcomputern unter die Lupe zu nehmen. Mehr als einmal wird man staunen, zu welchen Ergebnissen die damaligen Weltmeister-Schachprogramme in der Analyse kommen.

Revelation II AE Entwickler Ruud Martin hat hier ganze Arbeit geleistet und den Komfort des Mephisto Bavaria perfekt umgesetzt.

Bis bald

Euer Benny

Topschach auf der Spielwarenmesse in Nürnberg 2020

Die Spielwarenmesse in Nürnberg gehörte auch dieses Jahr zu unseren Pflicht-Terminen 🙂 Alle wichtigen Hersteller sind vertreten und unser erstes Ziel war der Stand der niederländischen Firma DGT. Hier konnte ich dann auch die neue DGT Echo Blinden-Schachuhr unter die Lupe nehmen.

Insgesamt macht diese Schachuhr einen sehr guten Eindruck. Die zum Abrufen der Restbedenkzeit notwendigen Tasten würde ich jedoch mit einer Signalfarbe versehen. Noch eleganter wäre es, wenn der Schachspieler die Tasten direkt am Kabel der Knopf-Kopfhörer hätte. Aber bis zum Release der DGT Echo ist ja noch etwas Zeit 🙂

Das die Entwicklung bei bestehenden Produkten ebenfalls weitergeführt wird, zeigen die nächsten Bilder des DGT Centaur. An der Optik des DGT Centaur wurde weiter optimiert und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen.

DGT Centaur Toy Fair 2020 DGT Centaur Toy Fair 2020

Einige Prozesse in der Herstellung werden nun von DGT direkt in den Niederlanden vorgenommen. Kenner des DGT Centaur werden die Unterschiede in der Optik sehr schnell erkennen 😉

Das bei DGT in diesem Jahr auf der Messe vor allem die Schachuhren im Vordergrund stehen, zeigen die folgenden Fotos:

DGT Schachuhren Toy Fair 2020DGT Schachuhren Toy Fair 2020

Das Angebot ist wirklich vielfältig, wobei die DGT 3000 Limited Edition, die DGT 3000, die DGT 2010 und die DGT 1001/1002 die tatsächlichen Bestseller sind. Im Bild rechts unten sieht man den DGT Travel Timer, welcher einem auf Wunsch auch eine zufällige Chess960-Stellung auslosen kann.

Nachdem die Kooperation zwischen DGT und dem Online-Schach-Anbieter Chess.com bereits die ersten Früchte trägt, wurde nun auch mit dem FIDE-Veranstalter WorldChess eine Kooperation eingegangen. Waren die Produkte aus dem Hause WorldChess wegen fehlender Logistik noch vor einiger Zeit nur schwer zu bekommen, wurde mit der Firma DGT ein starker Partner ins Boot geholt. Die neuen Produkte im WorldChess-Sortiment tragen unverkennbar die Handschrift der Firma DGT:

DGT WorldChess Toy Fair 2020 DGT WorldChess Toy Fair 2020 DGT WorldChess Toy Fair 2020

Die Starter-Sets aus dem Hause DGT sind seit Jahren ein Dauerbrenner und werden hauptsächlich im Schulschach eingesetzt. Neben dem wirklich gelungenen Design wird im WorldChess-Starter-Set auch eine Jahresmitgliedschaft auf dem offiziellen FIDE-Schachserver ARENA enthalten sein. Preislich soll das Paket für 34$ im Handel erhältlich sein. Aber auch hier werden wir uns wohl noch etwas gedulden müssen.

Interessante Gespräche gab es dann noch beim gemeinsamen Abendessen mit der Firma DGT. Hans Pees sprach über zukünftige Produkte und die allgemeine Entwicklung im Schachbereich. Unter anderem ist die Firma DGT der neue starke Sponsor der Amateur-Schach-Turnierserie DSAM.

Auch in diesem Jahr gab es auch wieder besonders skurrile Produkte auf der Spielwarenmesse:

Der Eye-Catcher für jedes Schaufenster mit Shitstorm-Garantie. 🙂

Soweit mein kleiner Bericht

Euer Benny

DGT Bretter ab sofort mit Apple Mac kompatibel / Chess.com unterstützt DGT Bretter

DGT Chess.com

Bereits im letzten Jahr gab es erste Tests auf dem Online-Schachserver von chess.com mit DGT Brettern. Auch jetzt läuft dieses Feature noch als Beta, aber absolut stabil. Damit ist chess.com der erste browserbasierte Onlineschach-Anbieter, welcher das Verwenden von DGT Sets unterstützt. Ein kostenpflichtiges Nutzerkonto ist hierzu bei chess.com nicht nötig. Hier eine kurze Anleitung.

  1. Zunächst benötigen wir ein kostenloses Konto auf dem chess.com Schachserver. Die Registrierung ist recht einfach und man kann sofort loslegen. (EDIT: Um die BETA-Features freizuschalten, muss das verwendete Benutzerkonto seit mindestens 30 Tagen existieren und man muss mindestens einen Aktivitätspunkt besitzen. Aktivitätspunkte erhält man, indem man zum Beispiel im Forum von chess.com Beiträge schreibt.)
  2. Nachdem wir uns auf dem Schachserver angemeldet haben, gehen wir in die Einstellungen und aktivieren die Features, welche sich noch in der Beta-Phase befinden: DGT Brett Chess.com
  3. Wir verbinden nun unser DGT Brett mit unserem Computer. Es werden sowohl Bluetooth, als auch USB und serielle Bretter unterstützt.
  4. Um unser DGT Set zu verwenden, benötigen wir nun die aktuelle Treiber-Software. Diese steht unter der folgenden Webseite kostenlos zur Verfügung und kann schnell und unkompliziert heruntergeladen und installiert werden: https://www.livechesscloud.com/software/ – Es werden hierbei Treiber für folgende Betriebssysteme angeboten: Windows, macOS und Linux. Hat man den passenden Treiber heruntergeladen und diesen gestartet, sucht der Treiber automatisch nach vorhanden Brettern und zeigt diese auf der rechten Seite des Treiberfensters an: DGT Chess.comSollte kein Brett angezeigt werden, kann man mittels des Menüpunktes „Serial Ports“ das zu verwendende Brett anhand des COM-Ports auswählen. Das DGT Brett ist nun betriebsbereit und wir gehen zurück auf die Webseite chess.com
  5. Wir klicken im Menü links auf „Spielen“:DGT Brett Chess.comund im anschließenden Fenster auf das Zahnrad rechts oben, um die Spiel-Einstellungen aufzurufen: DGT Brett Chess.comEs öffnet sich nun eine Box mit den Einstellungen, bei welchem wir nach unten scrollen und als letzten Punkt „DGT Smart Board“ finden. DGT Brett Chess.com Die Bezeichnung ist etwas unglücklich gewählt, da Chess.com alle DGT Bretter unterstützt und nicht nur die Kunststoff-DGT-Bretter, welche den Namen SmartBoard tragen. Aber das soll uns nicht weiter stören. Wir aktivieren diesen Punkt im Menü und klicken auf „Speichern“. Für eure Schachpartien, Analysen und das Schachtraining könnt ihr von nun an über den Schachserver chess.com euer DGT Brett verwenden! 🙂

Die DGT Bretter auf diese Weise unter macOS, Linux und Windows eingesetzt werden. Ich habe meine Tests mit allen drei Betriebssystemen erfolgreich abgeschlossen und keine Fehler gefunden. Als Browser empfehle ich allerdings Google-Chrome. Dieser hatte im Bezug auf Schnelligkeit bei meinen Tests die besten Ergebnisse. Die für die Anzeige der Züge bei DGT Brettern vorhandene DGT 3000 Schachuhr wird momentan noch nicht unterstützt. Die ersten Tests hierzu laufen allerdings schon und sind sehr vielversprechend.

Dreh- und Angelpunkt der ganzen Sache ist der mehr oder weniger neue DGT LiveChess Treiber, welcher für die wichtigsten Betriebssysteme zur Verfügung steht. Mit diesem Treiber steht eine umfangreiche API-Schnittstelle zur Verfügung, durch welche das Einbinden von DGT Brettern in browserbasierte Anwendungen ein Kinderspiel ist. Andere Anbieter wie Lichess und Chess24 werden sehr sicher bald nachziehen.

Allen Besitzern von DGT Brettern wünsche ich viel Spaß mit diesem neuen Feature. Falls ihr noch Fragen habt oder Hilfe beim Einrichten benötigt, stehe ich euch selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Bis bald

Euer Benny

DGT Echo – Die Schachuhr für Blinde

Die DGT Echo Schachuhr ist ein wirklich besonderes Produkt. Für Schachspieler ohne Augenlicht geht ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung. Zwar können blinde Spieler nahezu problemlos an regulären Schachturnieren teilnehmen und hierbei ein separates Schachset für Blinde verwenden, jedoch mussten blinde Schachspieler bezüglich der verbleibenden Bedenkzeit immer ihr Gegenüber fragen.

Der Marktführer aus den Niederlanden im Bereich elektronischer Schachprodukte hat sich der Sache angenommen und mit der DGT Echo Schachuhr diese Lücke gefüllt.

DGT Echo

Die DGT Echo Schachuhr besitzt alle Funktionen der regulären DGT 3000 Schachuhr und kann auch mit DGT-Brettern verbunden werden. Das Besondere ist, dass die DGT Echo sowohl auf der linken, als auch auf der rechten Seite die Anschlussmöglichkeit für Kopfhörer besitzt.

DGT Echo

Auf diese Weise können blinde Schachspieler die verbleibende Bedenkzeit problemlos und komfortabel über einen Ohrstöpsel abfragen. Der Inhaber Hans Pees kann zurecht stolz auf dieses innovative Produkt sein. Das Credo der Firma DGT war schon immer „Schach für alle!“ und mit der DGT Echo wird dies einmal mehr bestätigt. Aktuell ist Hans mit dem ehemaligen Weltmeister Vishy Anand in Mumbai unterwegs und hat dort ein interessantes Interview über zukünftige Projekte aus dem Hause DGT gegeben:

Die DGT Echo Schachuhr im Shop kaufen:

https://www.topschach.de/dgt-echo-p-4211.html

Bis bald

Euer Topschach Benny

King Performance – Ein erneutes Desaster

Die ersten Geräte des King Performance Schachcomputers wurden mittlerweile ausgeliefert und meine Vorhersage/Feststellung (https://schach.computer/the-king-performance-schachcomputer/) im Bezug auf die schlechte Qualität in der Verarbeitung des King Performance hat sich bestätigt.

Besitzer des King Performance ärgern sich über wackelige Bretter und Luftbläschen in der billig aufgeklebten Folie am Bedienfeld.

Dabei sollte diesmal doch alles besser werden. Laut Millennium erhalten alle Geräte vor dem Versand eine Sichtprüfung. Aber hier war wohl eher der Wunsch der Vater des Gedankens. Wie sehr man beim King Performance auf billige Verarbeitung setzt, sieht man sehr deutlich am Bedienfeld. Anstatt ein paar Cent für eine Blende aus Metall zu investieren, entschied sich Millennium für dünne goldfarbene Plastikfolie, welche noch nicht einmal richtig verklebt wurde. Die Folge sind Luftbläschen unterhalb der Folie, welche als Aufwölbungen deutlich sichtbar sind.

Wackelige Bretter gab es ja schon bei dem Millennium Schachcomputer ChessGenius Exclusive, welcher vor ein paar Jahren auf den Markt geworfen wurde. Damals versuchte man noch die krummen Bretter mit unterschiedlich hohen Gummipfropfen auszugleichen, damit diese nicht wackeln. Die Besitzer des ChessGenius Exclusive haben aber trotzdem schnell gemerkt, dass ihnen krumme Bretter von minderer Qualität untergejubelt wurden. Beim King Performance hat man auf ausgleichende Gummipfropfen verzichtet und lässt die Bretter wackeln.

Großes Lob fand beim King Performance bisher nur die Verpackung. Hier wurde tatsächlich Geld investiert. Die Freude verblasst aber ziemlich schnell, wenn man die Verpackung öffnet. „Mehr Schein als Sein“ trifft es ziemlich gut.

King Performance Fail

Bis bald

Euer Benny

DGT Centaur Reisetasche

Mit dem eingebauten Akku ist der DGT Centaur der optimale Schachcomputer für Reisen. Die Firma DGT hat nun nachgelegt und für den DGT Centaur eine Reisetasche entworfen, welche ab sofort lieferbar ist.

DGT Centaur Reisetasche

Die gute Polsterung der Tasche sorgt für einen optimalen Schutz. In den beiden zusätzlichen Fächer an der Außenseite, können die Figuren und das Netzteil untergebracht werden.

DGT Centaur Reisetasche

Ab sofort bei uns im Shop:

https://www.topschach.de/centaur-reisetasche-p-4209.html

Bis bald

Benny

Fritz 17 in der Praxis

Auspacken und Installieren

Fritz 17 Fat Fritz

Nur wenige Tage nachdem Fritz 17 auf dem Markt war, erreichten uns die ersten Support-Anfragen. Ein Grundproblem zeigte sich bereits bei der Installation. Bei den ersten ausgelieferten Exemplaren wurde Fritz 17 ohne Probleme installiert. Zumindest die GUI (Anwenderoberfläche).  Bei einigen Anwendern tauchte die Fritz 17 Engine (die UCI von Frank Schneider) jedoch nicht in der Engine-Liste auf. Nachdem der Chessbase-Support den betroffenen Anwendern eine neue Setup-Datei zur Verfügung gestellt hat, war dieses Problem gelöst.

In den aktuell erhältlichen Fritz 17 ist dieses Problem behoben und ich gehe davon aus, dass es nur die Download-Version betraf. Kommen wir nun aber zu einer weiteren kleinen Hürde. Neben der Fritz 17 CPU-Engine von Frank Schneider, liegt das Augenmerk der meisten Anwender hauptsächlich auf der Fat Fritz Engine. Basierend auf dem kostenlos erhältlichen Community Projekt Leela Zero (Lc0), soll Fat Fritz allen aktuellen Engines das Fürchten lehren.

Startet man jedoch nach der Installation Fritz 17, ist in der Engine-Liste weit und breit nichts von Fat Fritz zu finden. Dieses Problem lässt sich aber recht schnell lösen. Auf der DVD befindet sich ein Ordner namens „Setup“, in welchem wir die Datei namens „Setup_Fat_Fritz.exe“ finden. Mit einem Doppelklick auf die Datei beginnt die Installation von Fat Fritz. Interessant ist hierbei, dass während der Installation die vorhandene Hardware auf GPUs geprüft wird und sich die Installation entsprechend angepasst wird. Für Besitzer von 32-Bit Windows-Betriebssystemen kommt die Ernüchterung allerdings ziemlich schnell. Fat Fritz läuft nur auf 64-Bit Windows-Betriebssystemen, wie ein entsprechender Hinweis während der Installation verrät.

Etwas irritierend ist hierbei allerdings, dass die Installation trotz des 64-Bit-Hinweises komplett durchläuft. Startet man aber nun Fritz 17, findet man kein Fat Fritz in der Engine-Liste. Da Fat Fritz nicht gerade wenig Platz auf der Festplatte beansprucht, will man es in diesem Fall natürlich löschen. Eine Deinstallations-Routine sucht man allerdings vergebens.

Auf einem 64-Bit Windows-Betriebssystem hat man diese Probleme nicht. Startet man Fritz 17 nach der erfolgreichen Installation, finden sich eine Vielzahl von neuen Engines in der Engine-Liste. Zu meiner Überraschung wurden neben den verschiedenen Fat Fritz-Versionen auch einige Lc0-Engines (Leela Zero) installiert.

Fritz 17 Engines

 

Fat Fritz in der Analyse

Uns interessiert aber zunächst nur Fat Fritz. Je nach verbauter Grafikkarte, kann man den entsprechenden Fat Fritz laden. Wer keine leistungsstarke NVIDIA-Grafikkarte besitzt, muss nicht unbedingt in die Röhre schauen. Hier wählt man einfach die „Fat Fritz opencl“-Engine und los geht’s. Auf einem unserer Testrechner konnte selbst mit einer 10 Jahre alten ASUS-Grafikkarte noch eine Leistung von im Schnitt gut 300 Knoten pro Sekunde erreicht werden. Reicht das aus, um gute Ergebnisse zu erhalten?

Fat Fritz Analyse

Wenn man bedenkt, dass eine kleine NVIDIA-Grafikkarte GTX1050 bereits für 100,-€ gehandelt werden und eine Leistung von 1500 Knoten pro Sekunde verspricht, ist die Frage durchaus berechtigt. Es kommt ganz darauf an, wie man Fat Fritz einsetzen möchte. Ich selbst bin kein Fan von Engine gegen Engine Partien, um die Spielstärke einer Engine zu messen. Mein Einsatzgebiet ist die Analyse von Eröffnungsvarianten und das Finden von neuen Ideen in verschiedenen Eröffnungen.

Genau hier liefert Fat Fritz auch mit 300 Knoten pro Sekunde ziemlich gute Ergebnisse. Bevor es Leela Zero und Fat Fritz gab, habe ich meine Lieblingseröffnungen oft wochenlang mit Stockfish 10 über einen Remote-Server mit 64 Threads analysieren lassen. Die Ergebnisse waren ziemlich gut, aber oft auch ernüchternd, weil die eine oder andere Variante am Ende doch nicht so vielversprechend war, wie ich erhoffte.

Diese über Wochen angesammelten Stockfish 10-Analysen setzte ich nun Fat Fritz vor die Nase. Zu meinem Erstaunen benötigte Fat Fritz mit 300 Knoten pro Sekunde gerade mal ein paar Minuten, um die wirklich tiefen Stockfish-Analysen zu bestätigen und tatsächlich in einigen Fällen auch zu verbessern. Varianten, welche ich mit Stockfish über viele Tage mit neuen Ideen zu reparieren versuchte, waren für Fat Fritz mit nur Minuten an Bedenkzeit kein Problem. Die Engine zeigte mir sehr kreative Ideen in sorgenvollen Varianten, auf welche ich nie und nimmer gekommen wäre.

Fat Fritz für den Schachspieler

Als Leela Zero langsam aber sicher in Richtung Großmeister-Niveau optimiert wurde, habe ich neben Stockfish auch Leela Zero für meine Analysen eingesetzt. Leela Zero war ab dem Moment mein Ideengeber. Problematisch wurde es aber, wenn Schachspieler aus meinem Freundeskreis ebenfalls Leela Zero verwenden wollten, aber keine Ahnung hatten, wie sie die Engine zum Laufen bekommen sollen. Je nach Hardware, musste an tausend Schräubchen in der Konfiguration gedreht werden, um passable Ergebnisse zu erhalten. Ein absoluter Zeitfresser, aber was macht man nicht alles für gute Freunde !? 😉

Mit Fritz 17 bekommt nun jeder Schachspieler alles out-of-the-box. Beachten muss man aber den Anwendungsbereich. Ich habe mir die Konfigurationen der einzelnen Fat Fritz Engines angeschaut und kann sagen, dass Fat Fritz den Schwerpunkt definitiv auf die Analyse legt. Für Engine-Zweikämpfe sind die Konfigurationen nur bedingt geeignet, was aber der Zielgruppe von Fritz 17 (Schachspieler) relativ egal sein kann. Der Teil der Schachcommunity, welcher Engine-Ranglisten führt und Engine gegen Engine Kämpfe durchführt ist versiert genug, um die Konfigurationen entsprechend anzupassen.

Eine Lieblingsfunktion vieler Fritz-Anwender ist die sogenannte „Vollanalyse“. Nicht wenige Schachspieler füttern nach einem Mannschaftskampf ihren Fritz mit der gerade gespielten Partie und lassen diese Vollanalyse über die Züge flutschen. Dies zum Leidwesen aller Schachtrainer. Die Vollanalyse durchleuchtet die gespielte Partie, gibt taktische Hinweise, trägt alternative Varianten ein und kommentiert mehr oder weniger sinnvoll Ideen und Züge mit verbalen Noten.  An der Funktion an sich kann man grundsätzlich nichts aussetzen, jedoch kann man die Vollanalyse wesentlich sinnvoller einsetzen. Anstatt seine Partie direkt einzugeben und die Vollanalyse drüber rutschen zu lassen, empfehle ich folgende Vorgehensweise. Nachdem man seine Partie gespielt hat, findet meist zusammen mit dem Gegner eine Post-mortem-Analyse statt. Diese sollte natürlich ohne Engine stattfinden. Hierbei notiert man sich die Gedanken und Ideen die man während der Partie hatte und auch die Varianten, welche man berechnete. Solltet ihr auf einen auskunftsfreudigen Gegner getroffen sein, werden auch seine Gedanken notiert. Anschließend setzt man sich zu Hause ans Fritz-Brett und gibt die Partie mit den Post-mortem-Analysen in sein Fritz sein. Natürlich immer noch ohne Engine. Sobald ihr eure Partie mit den Analyse-Varianten eingetragen habt, könnt ihr die Vollanalyse starten. Fritz wird nun nicht nur eure Partiezüge analysieren und bewerten, sondern auch eure Varianten, über welche ihr in der Partie nachgedacht habt. Der Lerneffekt ist wirklich groß.

Hat man bei seinen Analysen bisher immer auf Stockfish vertraut, sollte man ab sofort sowohl Stockfish, als auch Fat Fritz verwenden. Es ist bemerkenswert, wie Fat Fritz in so manchen Stockfish-Analysen noch die eine oder andere Ressource findet, mit welcher der Gegner mehr Widerstand hätte leisten können. Anbei ein Beispiel:

Stockfish 10 Analyse

Stockfish 10 Analyse

Fat Fritz Analyse

Fat Fritz Analyse

Es handelt sich hierbei um die Vollanalysen einer zuletzt von mir im Mannschaftskampf gespielten Schachpartie. Die Bewertungen von Fat Fritz und Stockfish 10 sind sind ziemlich ähnlich. Aber im 41. Zug sieht Fat Fritz schon, wohin die Reise führt und zeigt interessante Varianten, in welchen Stockfish 10 im Dunkeln tappt. Interessant ist auch, dass ich für die Vollanalyse im Fall von Stockfish 10 leistungsstarke XEON-Prozessoren mit 64 Threads verwendet habe und 128 Gigabyte RAM.

Stockfish Remote

Bei Fritz und Chessbase werden nur die lokal vorhandenen CPUs/Threads (8) angezeigt und nicht die auf einem Remote-Server vorhandenen CPUs/Threads (64).

Im Vergleich hierzu hatte Fat Fritz weit weniger Hardware-Power zur Verfügung. Eine alte AMD Radeon HD 7700 und 32 GB Ram standen Fat Fritz zur Verfügung.

Fat Fritz Analyse

Hier sieht man sehr schön, dass der normale Schachspieler mit Fat Fritz nicht unbedingt die neuste und stärkste Hardware benötigt, um gute Resultate zu erhalten. Es ist klar, dass bessere Hardware immer besser ist, aber für unser Vereinsniveau ohne Ambitionen auf den Weltmeistertitel sind die Analysen auf etwas betagter Hardware vollkommen ausreichend.

Wovon ich aber auf jeden Fall abrate, ist die Verwendung der CPU-Version von Fat Fritz in der Analyse. Mit einer handvoll Knoten pro Sekunde produziert Fat Fritz ein ziemliches Abenteuer an Varianten und Analysen.

Fat Fritz CPU

Spaß macht hier nur das direkte Spielen gegen die Fat Fritz CPU Engine. Mit solch geringer Rechenleistung spielt Fat Fritz ziemlich witziges Schach. Dabei lässt diese Engine auch gerne mal den Gewinn einer Figur aus, um seine Stellung zu verbessern. Einfach mal ausprobieren 😉

Was gibt es sonst noch so Neues in Fritz 17?

Auf den ersten Blick nicht viel. Hier und da merkt man aber, dass an allen Schrauben gedreht wurde. Von mancher Schraube hätte man aber besser die Finger gelassen. Beispielsweise die Funktion „Partieformular entziffern“. Gibt man eine Partie ein, werden die Züge von Weiß in die Spalte der schwarzen Züge eingetragen. Während der Zugausführung sind sporadisch auch einzelne Figuren/Bauern auf dem Brett verschwunden. Aber das sind Kinderkrankheiten, wie wir sie von jeder neuen Fritz-Version kennen. Erst ein paar Tage auf dem Markt, gibt es für Fritz 17 bereits das dritte Update zum Download, welches diese Kinderkrankheiten ausmerzen soll. Weitere Updates werden sicher folgen und in etwa 6 Monaten wird Fritz 17 wohl in der Version „stable“ sein.

Fritz 17 Fazit

Die Fritz-Versionen der letzten Jahre hinterließen immer den Eindruck, dass Chessbase alten Wein aus neuen Schläuchen liefert. Dementsprechend wurden mit jeder neuen Fritz-Version auch keine Verkaufsrekorde gebrochen, um es nett zu formulieren. Fritz 17 ist hier anders. Zwar missfällt mir, dass ein kommerzielles Unternehmen die Arbeit der Leela Zero Community für sich selbst vergolden möchte, aber gleichzeitig bietet Chessbase mit Fritz 17 und Fat Fritz jedem Schachspieler die Möglichkeit, ohne großen Aufwand an den neuen Analysetechniken teilzuhaben.

Nach vielen Jahren ist es das erste Mal, dass ich eine neue Fritz-Version tatsächlich empfehlen kann und nicht auf die älteren und damit günstigeren Fritz-Versionen verweise.

Fritz 17 im Shop kaufen: https://www.topschach.de/fritz-ganz-grosse-schachprogramm-p-4207.html 

Bis bald

Euer Benny