Fritz 17 mit FAT FRITZ und verbesserter Fritz 16 (Rybka) Engine

Hallo Schachfreunde,

wie ich soeben erfahren habe, wird bei Fritz 17 die FAT-FRITZ-Engine in physikalischer Form mitgeliefert. Es besteht also nicht einfach nur eine Cloud-Anbindung. Das sind gute Neuigkeiten. Einen kleinen Haken hat die Sache aber trotzdem. Um in den Genuss von FAT FRITZ zu kommen, muss der heimische Rechner über eine oder besser mehrere starke GPUs (meist in Form von Grafikkarten) verfügen. Soweit nichts Ungewöhnliches. Allerdings werden nicht alle auf dem Markt erhältlichen GPUs unterstützt. Chessbase wird hier noch eine Info veröffentlichen.

Zusätzlich soll es in Fritz 17 auch wieder eine normale Engine geben. Es handelt sich hierbei um die bereits in Fritz 16 eingesetzte „Rybka“-Engine mit leichten Verbesserungen.

Soweit das kleine Update.

Fritz 17 kommt am 12.November in die Läden und kann bei uns schon vorbestellt werden.

https://www.topschach.de/fritz-ganz-grosse-schachprogramm-p-4207.html

Bis bald

Euer Benny

DGT Centaur modifizieren

Schon seit längerer Zeit arbeite ich in meiner Freizeit an einigen Modifikationen des DGT Centaur. Thema sind unter anderem das Abspeichern von gespielten Partien und natürlich die WLAN- und Bluetooth Funktionalität. Das Programmieren am Seriengerät des DGT Centaur gestaltet sich hierbei etwas mühselig. Jeder DGT Centaur besitzt einen Raspberry Pi Zero mit entsprechender SD-Karte. Diese SD-Karte ist bei jedem Gerät an die vorhandene Hardware gebunden. Mit einigem Aufwand konnte ich diese Hürde überwinden. Problematisch war zu Anfang aber noch, dass die meisten Python-Dateien auf der SD-Karte nur in verschlüsselter Form vorliegen.

Aber auch hier könnte ich eine passende Lösung finden. Wenn man das Programm im laufenden Betrieb unterbricht, hat man über das Display des DGT Centaur kompletten Zugriff auf alles Nötige.

Damit ist es nun möglich, direkt im Display des DGT Centaur zu programmieren. Das alles ist natürlich etwas fuzzelig, aber wo ein Wille ist… 😉 Das Abspeichern von Partien funktioniert bereits recht gut. Die entsprechenden Routinen gab es zu meiner Verwunderung sogar schon im Quellcode. WLAN und Bluetooth konnte ich auch schon zum Laufen bringen, jedoch fehlt es noch an einer ordentlichen Eingabemaske im Display. Zusätzlich sollen natürlich noch in der oberen Taskleiste neben dem Akku-Symbol sowohl ein WLAN-Zeichen, als auch ein Bluetooth-Zeichen erscheinen.

Ebenfalls ist das Onlinespielen in Arbeit. Hier habe ich mich zunächst auf den FICS-Server beschränkt, da ich beim ICC noch etwas mit dem „Timeseal“ zu kämpfen habe. Die Timeseal-Funktion sorgt für die Synchronisation der Zeit auf dem Server und der Zeit im Client. Unter anderem soll damit auch Time-Cheating verhindert werden.

Es ist also noch viel zu erledigen 🙂 Wer schon jetzt ein paar Sachen testen möchte, ist herzlich eingeladen in unserem Schachcenter vorbeizuschauen.

Den DGT Centaur haben wir übrigens ständig auf Lager 🙂 Wer noch keinen hat, kann ihn hier bestellen: https://www.topschach.de/centaur-schachcomputer-p-4161.html

Bis bald

Euer Benny

Fritz 17 – Immer noch das ganz große Schachprogramm?

Auch 28 Jahre nach der ersten Fritz Version wird die in Hamburg ansässige Firma Chessbase nicht müde, das bekannte Schachprogramm Fritz in der nun 17. Neuauflage zu veröffentlichen. Das einst stärkste Schachprogramm hat seit Stockfish & Co. in den Bereichen Spielstärke und Analyse nicht mehr viel zu melden. Spätestens seit Version 13 war Fritz mit all seinen guten Funktionen ausgereift und gut. Alle Versionen die danach kamen, hatten lediglich irgendwelche Spielereien, die kein Schachspieler braucht. Dementsprechend gingen von Version zu Version auch die Verkaufszahlen eklatant zurück.

Fritz 17 Schachprogramm

Wie soll man auch ein Schachprogramm verbessern, dass bereits alle Funktionen die sich Schachspieler wünschen besitzt?

Schaut man in die Produktbeschreibung von Fritz 17, liest sich das fast wie die Produktbeschreibung von Fritz 16. Aber ein Punkt erweckte dann doch meine Aufmerksamkeit:

Jetzt mit: FAT FRITZ! Die auf der AlphaZero Technik basierende KI-Schach-Engine, ein selbstlernendes neuronales Netzwerk!

FAT FRITZ soll es also richten. Hinter FAT FRITZ steckt allerdings nichts weiter, als das kostenlose LC0-Open-Source-Projekt (Leela Zero), welches sich jeder interessierte Schachspieler kostenlos herunterladen und installieren kann. Chessbase verschweigt diesen Fakt sehr gekonnt. Der einzige Unterschied ist, dass Chessbase bei FAT FRITZ ein eigenes WEIGHT-File erstellt hat. WEIGHT-Files beinhalten das „Schachwissen(Stellungsbewertungen)„, welches der Engine durch eine Vielzahl von Schachpartien antrainiert wird.

Hier wurden laut Chessbase bei FAT FRITZ eine Vielzahl von historischen Partien verwendet, um die Engine im Analyseeinsatz auf ein hohes Level zu heben. FAT FRITZ kann man bereits seit einigen Wochen in der Chessbase-Cloud finden und mieten. Die Nachfrage ist allerdings, soweit ich das beurteilen kann, ziemlich gering.

In Fritz 17 soll diese Engine nun enthalten sein, wobei nicht klar ist, ob man diese, wie bereits möglich, nur über die Engine-Cloud mieten kann oder ob die Engine tatsächlich im Paket enthalten ist und physikalisch auf dem heimischen Rechner installiert werden kann. Nur Letzteres wäre für viele Schachspieler ein Kaufgrund, wie eine Kundenumfrage ergab.

Auch würde es die Preissteigerung von 69,90€ für Fritz 16 auf 79,90€ für Fritz 17 erklären.

Ab dem 12. November wird Fritz 17 erhältlich sein und spätestens dann wird dieses Geheimnis wohl gelüftet werden.

Wer möchte, kann Fritz 17 aber schon jetzt vorbestellen:

https://www.topschach.de/fritz-ganz-grosse-schachprogramm-p-4207.html

Bis bald

Euer Benny

TATORT BERLIN Colloquium

Die Dreharbeiten zum TATORT BERLIN mit dem Titel „Colloquium“ laufen auf Hochtouren und in einigen Szenen spielt laut Drehbuch ein Schachcomputer eine wichtige Wolle. Wir vom Team Topschach werden immer wieder als Berater für TV-Produktionen, in welchen Schach eine Rolle spielt, hinzugezogen. Einmal mehr mussten wir uns entscheiden, welcher Schachcomputer für die Szenen geeignet ist und über die vom Drehbuchautor geforderten Funktionen verfügt. Wir haben uns für den Revelation II AE entschieden.

Über die Story darf noch nicht viel verraten werden, aber zwei Bilder vom Set geben einen guten Vorgeschmack 😉

Tatort Berlin Colloquium

Der Revelation II AE beim Tatort Berlin

Tatort Berlin Colloquium Schachcomputer

Ein hübsches Matt in 5 Zügen

Ausgestrahlt wird diese Tatort-Folge im Herbst und ich kann schon jetzt sagen, dass die Story spannend und voller Intrigen ist. Mehr Infos zum Dreh, den Schauspielern und der Story werde ich ebenfalls im Herbst veröffentlichen.

Bis bald

Euer Benny

Game Changer & Man vs Machine – Zwei Buchempfehlungen

Auf aktuelle Bücher über Schachcomputer und Schachengines trifft man heutzutage eher selten. Zwar wird der Schachmarkt Monat für Monat mit neuen Schachbüchern überschwemmt, aber so richtige Perlen muss man dabei schon suchen. Umso erfreulicher ist, dass mit Game Changer und Man vs. Machine fast zeitgleich zwei Titel über Computerschach veröffentlicht wurden, welche ich jedem Schachspieler und Schachcomputerfreund ans Herz legen kann.

Fangen wir mit Game Changer an. Das Autoren-Duo GM Matthew Sadler und IM Natasha Regan bringt neben der schachlichen, auch die berufliche Kompetenz mit. Er als Informatiker und Sie als Mathematikerin. Diese Kompetenzen sind auch dringend notwendig, denn Thema des Buches ist das auf künstlicher Intelligenz basierende Programm AlphaZero. Wie es der Zufall will, ist der Chefentwickler und Erfinder von AlphaZero, Demis Hassabis, ein Jugendfreund von GM Matthew Sadler. Dieser gab dem Großmeister die Möglichkeit, einen tiefen Blick hinter die Kulissen von AlphaZero zu werfen. Ganze 2000 Partien wurden den Autoren zur intensiveren Analyse bereitgestellt und als ob das nicht schon Grund genug zur Freude gibt, hatte Matthew Sadler die sagenhafte Möglichkeit, selbst gegen das Schachmonster AlphaZero Partien zu spielen.

Herausgekommen ist eines der wirklich interessantesten Schachbücher der letzten Jahre. Selbst Schachspieler, welche sich nicht für Computerschach interessieren, werden die  lehrreichen Analysen mit Spannung verfolgen. Für Schachweltmeister Magnus Carlsen sind die Partien von AlphaZero ein Quell der Inspiration.

Ab sofort bei uns im Shop:

Game Changer

Damit kommen wir auch schon zum zweiten Buch. Man vs. Machine zeigt die Geschichte des Computerschachs auf. Angefangen mit dem noch getürkten Schachtürken aus dem 18. Jahrhundert, bis hin zum hier und jetzt. Wussten Sie, dass selbst Bobby Fischer gegen Schachcomputer angetreten ist?

Man vs. Machine

Auf gut 500 Seiten wird der rasante Aufstieg der Schachcomputer durchleuchtet. Viele Anekdoten bieten Gelegenheit zum Schmunzeln und Hintergrundgeschichten sorgen für den Aha-Effekt. Zahlreichen Partieanalysen runden dieses Werk ab. Alle wichtigen Personen der damaligen und heutigen Zeit kommen zu Wort. Ziemlich interessant waren für mich auch die Dinge, welche nicht in dem Buch stehen. So wird die Firma Mephisto in diesem Buch nur am Rande mit 3 unkommentierten Partien erwähnt. Anderen Firmen der damaligen Zeit, wie beispielsweise Fidelity und Novag, wurde etwas mehr Raum gegeben. Die Autoren Karsten Müller und Jonathan Schaeffer haben es geschafft, dem Leser alle wichtigen Entwicklungen im Computerschach verständlich näher zu bringen.

Für mich eine klare Kaufempfehlung.

Ab sofort bei uns im Shop:

Man vs. Machine

 

Soweit mein kurzer Abriss zu beiden Büchern. 😉

Bis bald

Euer Benny

Ein „Roter Hering“ des Computerschachs

Die mediale Präsenz des DGT Centaur stieg in den letzten Wochen so rasant an, dass auch ziemlich unbekannte Schach-Individuen sich dazu berufen fühlten, ein paar Partien gegen diesen Bestseller-Schachcomputer zu spielen. So auch der DWZ- und vereinslose spirituelle Lebensberater Hartmut H. aus Nürnberg. Waren wir zunächst fasziniert von seinen leichten Siegen die er online in seinem einsamen Kämmerlein gegen den DGT Centaur im Modus „Challenging“ erspielte, kam es schnell zur Ernüchterung, als Hartmut H. „seine“ Analysen zu diesen Partien veröffentlichte.

Man muss das Wort „seine“ in Anführungszeichen setzen, denn was er präsentierte, war nichts weiter als die automatische Vollanalyse des Fritz-Programms. Hierbei gibt man einfach eine gespielte Schachpartie in das Fritz-Programm ein, drückt ein Knöpfchen und kurze Zeit später spuckt Fritz eine eher unbrauchbare Analyse der Partie mit Hinweis auf Vorgängerpartien, Varianten und belanglosen Kommentaren aus.

Hartmut H. ergänzte diese automatisch erzeugten Analysen mit oberflächlicher Polemik. Er bezeichnet Züge des Centaur als lächerlich und bringt zum Ausdruck, mit welcher Leichtigkeit er doch den Centaur im Modus „Challenging“ bezwingen kann. Dabei schafft es Hartmut H. allerdings nicht, eine Stellung mehr als einen Zug tief zu analysieren. Seine Kommentierung ist daher an Oberflächlich- und Belanglosigkeit nicht zu überbieten.

Ich wollte es genauer wissen und habe Hartmut H. an einem Vormittag unter der Woche per Telefon aus dem Bett geklingelt. Auf seine Analysen angesprochen wurde sehr schnell klar, dass Hartmut H. von Schach wenig bis keine Ahnung hat. Die in „seinen“ Analysen automatisch von Fritz erstellten Varianten konnte er genauso wenig erklären, wie die gängige Eröffnungstheorie „seiner“ gespielten Varianten.

Roter Hering

Der Rote Hering. Hatte ich nach dem Lesen der Partie-Kommentare von Hartmut H. ziemliche Bedenken gegenüber seiner schachlichen Kompetenz, war ich mir nach dem Telefonat mit Hartmut H. ziemlich sicher, dass die von Hartmut H. gegen den Centaur gespielten Partien nicht so richtig zu seinem Schach-Skill passen. Vergleiche ich seine Äußerungen mit denen von einigen meiner Schach-Schüler, würde ich den DWZ- und vereinslosen Hartmut H. auf etwa 1100-1200 DWZ schätzen.

Der Modus „Challenging“ des DGT Centaur ist selbst für starke Vereinsspieler eine ordentliche Herausforderung. Die Leichtigkeit, mit welcher Hatmut H. den Centaur in diesem Modus bezwungen haben will, hatte noch nicht einmal unser Internationaler Meister Thomas Reich.

Wir haben Hartmut H. die Chance gegeben, bei uns im Schachcenter vor Ort gegen einen beliebigen DGT Centaur im Modus „Challenging“ fünf Partien zu spielen. Würde er auch nur eine Partie gewinnen, hätte er von uns ein Preisgeld in Höhe von 1000,-€ erhalten. Wir haben Hartmut H. dieses Angebot zugesendet und erhielten, wie wir es erwartet hatten, ziemlich skurrile Ausreden, warum er nicht bereit sei, live vor Ort gegen den DGT Centaur zu spielen.

Diese Ausreden passten überhaupt nicht zu den prahlerischen Äußerungen in seinen Partieanalysen. Man sollte meinen, dass jemand der mit solch einer Leichtigkeit gegen den DGT Centaur gewinnt, in Nürnberg ins Auto steigt, die etwa eine Stunde Fahrzeit in Kauf nimmt und sich die 1000,-€ abholen würde.

Anstatt sich wie ein Ehrenmann dem DGT Centaur vor Ort zu stellen, verbreitete Hartmut H. ein Gegenangebot über ein zwielichtiges Forum. Hierin teilte er unter anderem mit, dass er starker Raucher sei und am Brett quarzen müsste.  Ein Notar solle ebenfalls vor Ort sein und natürlich sollen die Partien live übertragen werden. Anders als in seinen beiden glorreichen Schnellschach-Online-Partien gegen den DGT Centaur, verlangte er zudem, dass 90 Minuten-Partien gespielt werden. Die Liste der Forderungen klang überhaupt nicht mehr nach dem Hartmut H., der in seinen Analysen den DGT Centaur als lächerlich bezeichnet hat. Per Mail haben wir dieses Gegenangebot nie erhalten. Seine Forderungen waren einfach nur infantil überzogen und dienten nur dem Zweck, nicht gegen den DGT Centaur live vor Ort antreten zu müssen.

Mehr Eier als Hartmut H. hatte die FIDE-Meisterin Anita Just, welche nicht lange fackelte, direkt anreiste und sich dem DGT Centaur stellte:

WFM Anita Just DGT Centaur

Echte Schachspieler haben keine Ausreden und setzen sich ans Brett. 😉

Bis bald

Euer Benny

PS: Updates zu diesem Thema findet ihr in den Kommentaren

Revelation II AE im TV-Krimi

Es passiert schon häufiger im Jahr, dass mich Anfragen bezüglich Schachcomputern von Filmproduzenten erreichen. Diesmal ist es ein TV-Krimi, in welchem ein hochwertiger Schachcomputer zum Einsatz kommen soll. Ich habe einige Vorschläge gemacht und das Produktionsteam hat sich für den Revelation II AE entschieden. Schon jetzt kann ich verraten, dass der Revelation II AE mit zwei hübschen Mattkombinationen in Szene gesetzt wird.

DGT Revelation Anniversary Edition

Um welchen Krimi es sich handelt und wann dieser ausgestrahlt wird, verrate ich demnächst. 😉

Euer Benny

Ruud Martin im Schachcenter von Topschach

Mit Ruud Martin hat die Brettschachcomputer-Szene einen der fähigsten Entwickler auf ihrer Seite. Neben diversen Eigenentwicklungen ist er über die Grenzen hinaus durch die Zusammenarbeit mit der niederländischen Firma DGT bekannt geworden. Der Revelation II und die Weiterentwicklung Revelation II AE entstammen aus diesem gemeinschaftlichen Projekt. Besonders die auf diesen Geräten erhältlichen Emulationen besonderer Meilensteine in der Schachcomputer-Entwicklung der 80er und 90er, ließ seine Fan-Basis enorm anwachsen.

Mit dem Novag Robot kam eine weitere Emulation hinzu, mit welcher Ruud Martin nochmals Akzente setzt. Im Original nur schwer zu bekommen, bleibt dieser Schachcomputer als Emulation im Revelation II AE der Nachwelt erhalten. Es handelt sich bei diesem Schachcomputer um den ersten seiner Art, welcher die eigenen Züge per Roboterarm direkt am Brett ausführte. Die Serieneinführung war 1982. Zwei Jahre zuvor gab es zwar schon Versuche der Firma Chafitz, diese Technik im Schachcomputer BORIS umzusetzen, jedoch kam es nie zur Serienreife.

Zwar muss man bei der Emulation im Revelation II die Computerzüge per Hand ausführen, jedoch werden die Bewegungen des Roboterarms mit Zügen sehr hübsch visualisiert im Display angezeigt. Eine Besonderheit dieses Schachcomputers ist das Zeigen von Emotionen während einer Schachpartie. Egal ob Ärger bei Figurenverlust oder Freude beim Matt setzen, der Novag Robot zeigt dies im Original mittels Lämpchen am Brett und verschiedenen Sound-Effekten an. Emuliert werden die visuellen Effekte im Display des Revelation II. Alleine dies sieht schon ziemlich spannend aus.

Um diese Emulation komplett abzurunden, steckte Ruud Martin nochmal viel Arbeit in dieses Projekt und schaffte es nun auch, die Soundeffekte des Novag Robot zu emulieren. Mittels einer kleinen Hardware-Erweiterung kommt man nun auch in den Genuss der emotionalen Soundeffekte während der Partie. Ein absolutes Nerd-Feature. 😉

Grund genug, Ruud Martin ins Schachcenter von Topschach einzuladen. Am gestrigen Sonntag war es dann auch soweit und neben spannenden Gesprächen über den Schachmarkt haben wir das neue Gimmick in unseren Showroom-Revelation II AE eingebaut. Hier ein paar Bildeindrücke:

Revelation II Novag Robot Sound-Chip

Im Revelation II ist genug Platz für solche Erweiterungen 🙂

Revelation II Novag Robot Sound-Chip

Mit routinierter Selbstverständlichkeit ist der kleine Chip schnell eingebaut.

Revelation II Novag Robot Sound-Chip

Jetzt noch einen Lautsprecher anschließen….

Revelation II Novag Robot Sound-Chip

…und testen 🙂 Alles funktioniert perfekt. Danke Ruud!

Ich werde in einem der nächsten Beiträge ein Video bereitstellen, in welchem ich dieses neue Gimmick vorstellen werde 🙂

Bis Bald

Euer Benny

Johan de Konings „The King“ besiegt GM Klaus Bischoff

Am 25.05.2019 fand ein Wettkampf „Mensch gegen Computer“ im Rahmen des Deutschen Schachmeisterschafts-Gipfels in Magdeburg statt. Mit GM Klaus Bischoff fand der Hersteller Millennium einen Großmeister, welcher nach Einladung bereit war, gegen ein Schachprogramm anzutreten. Gespielt wurden zwei Partien zu je 15 Minuten pro Seite mit wechselnden Farben.

The King Klaus Bischof

Klaus Bischoff gehört zu den stärkeren Großmeistern in Deutschland und kein Gegner hat es wirklich leicht mit ihm. Noch vor dem Match teilte ich dem Geschäftsführer von Millennium Thomas Karkosch mit, dass ich als Ergebnis zwei blutleere Remisen erwarte. Klaus Bischoff ist ein Meister des Verflachens, wenn er auf Gegner trifft, welche er als stärker einschätzt. Im Falle des King Programms von Johan de Koning wurde er offenbar in kalte Wasser geworfen. Unvorbereitet startete er in die erste Partie und schob die weißen Steine ambitionslos übers Brett.

Großmeisterliches Schach sieht etwas anders aus. Schachcomputer sind geduldig und selbst in Zeitnot führen diese noch recht passable Züge aus. Bei Menschen steigt der Druck mit zunehmender Zeitnot und auch die Fehlerquote. Seine Figuren einfach nur irgendwo hinzuziehen und zu versuchen, immer in der Remisbreite zu bleiben, wird spätestens in der Zeitnot bestraft. Bei nur zwei gespielten Partien bleibt keine Zeit zum Anschnuppern. Hier muss man gleich in die Vollen gehen.

Wenig aufregend war auch die zweite Partie, in welcher Klaus Bischoff nochmal hätte in die Vollen gehen können. Aber auch in dieser Partie vermied Bischoff jede Art von Dynamik. Tatsächlich schaffte er es lange Zeit, die Remisbreite nicht zu verlassen und die Punkteteilung war in greifbarer Nähe. Allerdings packte Bischoff dann doch noch der Ehrgeiz und Übermut, um den vollen Punkt zu kämpfen. Das ging allerdings ziemlich in die Hose.

Klaus Bischoff spielte mit angezogener Handbremse und wenn man sich die Partien anschaut merkt man, dass er mehr oder weniger ratlos gegen das Schachprogramm agierte. Richtig Lust den Wettkampf zu spielen/gewinnen hatte der Gewinner einiger Blitz-Meisterschaften er offenbar nicht. In keiner Partie kam das „The King“-Programm in Verlustgefahr. Der Wettkampf hätte durchaus interessant werden können, aber nicht mit Klaus Bischoff als Gegner. Das Schachprogramm „The King“ ist ein durchaus schlagbarer Gegner, auf welchen man sich vorbereiten kann. Schwächen im Eröffnungsspiel und das Unterschätzen von gegnerischen Angriffen gehören zu den wunden Punkten des Programms. Verteidigen ist nicht die Stärke vom „The King“, aber das Programm von Johan de Koning kommt nicht oft in die Gelegenheit, sich verteidigen zu müssen.

IM Roman Vidonyak hat mit der selben Zeitkontrolle (15 Minuten) bei uns im Schachcenter gegen „The King“ gespielt und konnte in 4 Partien satte 3 Punkte holen (2 Siege und 2 Remis). Der Spielansatz von Roman Vidonyak war allerdings auch ein ganz anderer. Er wollte in jeder Partie den vollen Punkt holen und ließ sich gerne auf Verwicklungen ein. Souverän behielt er immer die Übersicht und kommentierte das interessante Spiel vom „The King“.

Ich selbst konnte gegen „The King“ ebenfalls schon ordentlich Punkten. Hierbei sei aber angemerkt, dass dies hauptsächlich am Eröffnungsbuch des „The King“ lag. Nicht selten weisen einige Varianten Lücken auf, welche man als ambitionierter Eröffnungsspezialist ziemlich gut ausnutzen kann. Als Mensch sollte man gegen „The King“ auf jeden Fall taktisch spielen, auch wenn man das gegen neue Schachprogramme ja eigentlich nicht machen sollte. Aber „The King“ unterschätzt beispielsweise sehr gerne bei kurz rochiertem König taktische Einschläge/Opfer auf h7.

Wie dem auch sei. Klaus Bischoff lief in beiden Partien im Leerlauf. Das er beim Schachspielen auch glänzen kann, zeigen die vielen Erfolge seiner Schachkarriere.

Anschließend gab es noch eine Podiumsdiskussion mit Marius Lauer und Ossi Weiner. Damit wurde der Abend dann doch nochmal interessant.

Sollte es ein weiteres Mensch-Maschine-Match geben, wäre es nicht schlecht, wenn Millennium einen Schachspieler als Gegner wählen würde, welcher keine Angst vor Gespenstern hat. 😉

„The King“ gewinnt 2:0 gegen Klaus Bischoff.

Bis bald

Euer Benny

DGT Centaur – Bestseller des Jahres

Das der DGT Centaur ein echter Renner wird, konnte man ahnen. Der nun schon seit Monaten andauernde Run auf diesen Schachcomputer, bricht allerdings alle Vorstellungen. 🙂 Mit dem DGT Centaur hat der niederländische Marktführer DGT einen echten Treffer gelandet. An dieser Stelle auch ein fettes Danke an unser Team, dass in der letzten Zeit ziemlich viele Überstunden machen musste, um der Nachfrage Herr zu werden. 🙂

DGT Centaur kaufen

Und täglich grüßt das Murmeltier…..die Lieferung muss noch heute an unsere Kunden raus 🙂

DGT Centaur kaufen

….geschafft 🙂 Die DHL Fahrer begrüßen uns mittlerweile täglich mit einem Seufzer 😛

Wer bei den nächsten Stapeln mit einem Paket dabei sein will, der kann den DGT Centaur bei uns im Shop bestellen:

https://www.topschach.de/centaur-schachcomputer-p-4161.html

Bis bald

Euer Benny