DGT Bluetooth Set – Limited Edition

Das DGT Bluetooth Set in limitierter Auflage (50 Sets) ist ein weiteres Produkt, welches DGT zum 25 jährigen Firmenjubiläum auf den Markt bringt. Das komplett in feinstem Leder gefasste Schachbrett ist wirklich etwas Besonderes und für Sammler eine gute Investition. Komplett handgefertigt besitzt dieses DGT Bluetooth Brett selbstverständlich die selben Funktionen wie das normale Bluetooth DGT Brett.

DGT Bluetooth Set Limited Edition

Sehr passend wurden auch das Design der Figuren gewählt, welche ebenfalls nur mit dem Brett zusammen limitiert erhältlich sind.

DGT Bluetooth Set Limited_Edition

Der Preis von gut 2500,-€ ist schon ziemlich heftig, aber für Produkte aus dem Bereich Kunst und Design nicht unüblich. Diese futuristisch anmutenden Schmuckstücke werden auf jeden Fall glückliche Besitzer finden.

Wer das nötige Kleingeld übrig hat, kann diese Sonderedition des DGT-Bluetooth-Sets bei uns bestellen:

https://www.topschach.de/bluetooth-eboard-limited-edition-p-4117.html

DGT 3000 Limited Edition

Mit der DGT 3000 Limited Edition hat die Firma DGT zum 25 jährigen Firmenjubiläum eine besondere Version der DGT 3000 Schachuhr auf den Markt gebracht.

DGT 3000 Limited Edition

Vor längerer Zeit habe ich mich mit Hans darüber unterhalten, ob es nicht möglich sei, die DGT 3000 als besondere Edition in Holz herzustellen. Als ein Naturprodukt ist Holz allerdings ziemlich anfällig in Sachen Qualität und ich sagte Hans, dass es heutzutage ziemlich gute Techniken gibt, Holz mit Kunststoff zu imitieren.

DGT 3000 Limited Edition

Nachdem mich DGT letzte Woche zu einem Besuch eingeladen hat, um aktuelle und zukünftige Projekte zu besprechen, präsentierte mir Hans zu meiner Überraschung die DGT 3000 Limited Edition!

In Sachen Design, Funktionalität und Qualität, ist diese DGT 3000 Limited Edition für mich die aktuell schönste Schachuhr auf dem Schachmarkt. Mit einer speziellen Wassertechnik entsteht das Holzmuster auf der Schachuhr. Dieses wirkt verblüffend echt und harmonisiert in Verbindung mit einem DGT-Set perfekt. Auch wenn es sich bei dieser Uhr um eine limitierte Auflage handelt, welche nur bis Ende des Jahres erhältlich sein soll, stehen die Chancen nicht schlecht, dass dieses Design dauerhaft erhältlich sein wird. Etwas Überzeugungsarbeit muss aber mit Sicherheit noch geleistet werden 🙂

DGT 3000 Limited Edition

Ein DGT Pi mit Holzmuster wird es leider offiziell nicht geben. Auf Kundenwunsch werde ich aber mit Sicherheit einige DGT Pi entsprechend umbauen.

Ab sofort bei uns im Shop:

https://www.topschach.de/3000-limited-edition-p-4116.html

Partie gegen das Mephisto B&P Modul

Das Mephisto Blitz- und Problemlösungs-Modul, kurz Mephisto B&P Modul, kam Mitte der 80er auf den Markt und stand im direkten Kontrast zu dem selektiv rechnenden Mephisto III Programm, welches ein zwei Jahre früher auf den Markt kam. Das Mephisto B&P Programm von Ulf Ratsmann soll dank ausgefeilter Brute Force Berechnung besonders gut fürs Blitzen und, in höheren Spielstufen, für das Lösung von Problemschach-Aufgaben geeignet sein. Die taktischen Fähigkeiten des Moduls wurden in den Vordergrund gestellt und um das zu testen, spielte ich eine  „Blitz“-Partie auf Level 5, was einer 20 Minuten Schnellschach entspricht.

Mit etwa 1800 ELO wird die Spielstärke des Moduls angegeben, was ich auf Grund des rein auf Taktik basierenden Programms nicht so recht glauben kann. Ohne positionelle Kenntnisse kann man mit Taktik nur dann bestehen, wenn der Gegner grobe Schnitzer macht.

In meiner Partie ging ich sodann auch gleich zur Sache und spielte gegen den Französisch aufspielenden Silikon-Gegner eine seltene Bauernopfer-Variante, welche den Gegner schon nach einer handvoll Zügen aus dem Buch brachte.

Es kam zu folgender Stellung:

Mephisto B&P Modul

Das Mephisto B&P Modul rochierte mit seinem letzten Zug direkt ins Unglück hinein. Ich muss dazu sagen, dass diese Bauernopfer-Variante gegen Französisch ziemliches Gift für die alten Schachcomputer ist. Schwarz klammert sich an den Mehrbauern auf d4, will den Druck gegen den Bauern auf e5 erhöhen und beachtet dabei nicht, wie inaktiv er damit seine Figuren am Damenflügel versammelt. Den schwarzen König kann man hier schon als Vollwaisen betrachten, der bei einem Angriff von Weiß ziemlich alleine dasteht. Und die weißen Figuren stehen ideal, um diesen auszuführen.

Die Partie endete mit folgender, recht simpler Taktik:

Mit den eigenen Waffen geschlagen! 🙂 So macht das natürlich immer besonders viel Spaß. Auf dem Blitzlevel 5 erreichte das Mephisto B&P Modul immer eine Brute Force Zugtiefe von 5-6 Halbzügen. In Anbetracht dessen, dass dieses Modul schon weit über 30 Jahre auf dem Buckel hat und damalige Misch-Programme (Selektiv & Brute Force) eine Brute-Force-Suchtiefe in vergleichbarer Zeit von maximal 3 erreichten, macht das zumindest optisch (im Display) einen guten Eindruck. Es ist schon verwunderlich, dass das Programm diese recht einfache und ziemlich forcierte Taktik nicht erkannt hat.

Aus positioneller Sicht kann man dem Programm nicht wirklich einen Vorwurf machen. Da fehlt halt einfach das Wissen. Ich habe noch weitere Partien gegen das Modul (diesmal auf Level 6) gespielt (einen Spanier und eine gegen Sizilianisch) und in beiden Partien zeigte sich, dass das Programm eigene taktische Möglichkeiten durchaus gut erkennt, aber die taktischen Möglichkeiten des Gegners ziemlich oft übersieht.

Für den schnellen Snack zwischendurch macht das Programm aber immer wieder Spaß.

Interview mit Ossi Weiner zum Millennium Chess Link

Die Veröffentlichung des Millennium Chess Link steht kurz bevor. Für uns ein guter Grund, mit dem Erfinder Ossi Weiner ins Gespräch zu kommen und ein Interview zu führen. Bevor es aber dazu kam, stellte Ossi Weiner die neusten Errungenschaften aus dem Hause Millennium 2000 in unserem Schachcenter vor. Hierbei konnten wir auch das angekündigte King-Modul begutachten. Millennium King Modul

Zwar handelt es sich bei diesem Modul noch um ein handgefertigtes Modell, jedoch kann bereits schon jetzt im Bezug auf das Design und dem Programm die Bestnote vergeben werden. War das Lang-Modul aus Kunststoff nicht gerade ein Hingucker, sticht das King-Modul durch die hochwertige Verarbeitung hervor und passt wesentlich besser zum Brett des Chess Genius Exclusive. Die Sache wirkt nun richtig rund und schmeichelt dem Auge.

Millennium King Modul

Ausgiebig testen konnten wir den Einsatz des Millennium Chess Link Moduls. Egal ob teures iPad oder günstiges Android-Tablet, die Verbindung konnte in jedem Fall schnell und zuverlässig über die entsprechende Software (Chess for Android & HIARCS) aufgebaut werden und das Spielen kann losgehen. Die Züge wurden in nahezu Echtzeit übertragen und es kam zu keinerlei Fehlern in der Erkennung.

Millennium Chess Link

Was das Programm HIARCS betrifft, habe ich es direkt auf Fehler im Eröffnungsbuch untersucht. Es kam zu folgenden Zügen:

HIARCS hatte diese Stellung noch im Buch und antwortete mit 5…Sxe5 und war nach 6.d4 aus dem Buch. Es ist zwar nur eine kleine Nuance, aber Tiefe Analysen dieser Variante haben ergeben, dass Schwarz wohl besser mit 5…Sxe4 fortsetzen sollte, wenn er schon die Variante mit 4…Lc5 einleitet. Um ganz sicher zu gehen, kann HIARCS aber auch den ausgetretenen 4…Sxe4-Pfad gehen und sich auf ein langwieriges Theorieduell einlassen. Das HIARCS trotz dieses „Lapsus“ die Partie dennoch für sich entscheiden konnte, brauche ich anhand der wohl weit über 3000 ELO liegenden Spielstärke nicht erwähnen.

Die Rücknahme von Zügen gestaltet sich genauso einfach wie das Ziehen. Hat man sich mal vertan, kann man problemlos einen und mehrere Züge hintereinander zurücknehmen.

Millennium Chess Link

Für unseren Test habe ich einen neuen Chess Genius Exclusive aus unserem Lager geholt, bei welchem mir auffiel, dass die Oberfläche des Schachbretts ruhiger wirkte, als bei bei älteren Modellen. Die bekannte dicke Lackschicht ist weg! Auf Rückfrage teilte mir Herr Weiner mit, dass man den Hersteller ausgewechselt hat. Diese Verbesserung ist wirklich gelungen.

Im Dauertest konnte ich auch keine Wärmeentwicklung des Chess Link Moduls feststellen, was für die Langlebigkeit des Produktes spricht.

Millennium Chess Link

Ausgeliefert wird das Millennium Chess Link Modul in einer sicheren Verpackung.

Im Anschluss stand uns Herr Ossi Weiner noch für ein Interview zur Verfügung:

Ossi Weiner Millennium 2000

Topschach Benny: Können Sie uns kurz beschreiben, um welche Möglichkeiten das Chess Link Modul den Chess Genius Exclusive erweitert?

Ossi Weiner: Das Chess Link schafft die Möglichkeit, das Exclusive-Schachbrett mit Figurenerkennung mit mobilen Geräten zu verbinden. Also Android-Smartphones- und Tablets, Apple iPhone und Apple-Tablets und Windows Laptops über die USB/Bluetooth Schnittstelle. Das eröffnet auch in Zukunft viele Möglichkeiten und ist kein Prozess von ein paar Monaten, sondern entwickelt sich ständig weiter. Man bringt damit den Schachcomputer mit den Möglichkeiten des Internets zusammen und das halte ich für das Wichtigste. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Beispielsweise kann man auch über die Einbindung des MESS-Emulators nachdenken.

Topschach Benny: Welche Endgeräte und Betriebssysteme werden bei der Markteinführung unterstützt und welche Apps/Programme sind verfügbar?

Ossi Weiner: Momentan werden Android- und iOS-Geräte unterstützt. PC-Geräte werden dazukommen. Das ist in Arbeit. Aber es ist schon jetzt möglich, UCI-Engines hinzuzufügen. Bei HIARCS möchte ich besonders die Möglichkeit der Spielstärke-Adaptierung hervorheben. Diese Spielstärke-Adaption findet man auch bei Shredder, aber bei HIARCS ist diese schon ziemlich perfekt. Es macht mir zu Beispiel einen großen Spaß, 3 bis 4 Partien gegen HIARCS zu spielen und dann zu sehen, dass ich 20 ELO dazugewonnen habe. Das ist ziemlich motivierend. Durch die höhere Selektivität die HIARCS beispielsweise gegenüber Stockfish besitzt, sind sehr spannende Partien möglich.

Topschach Benny: Gibt es bereits die Möglichkeit, in Verbindung mit dem Chess Link Modul online Schach zu spielen? Vor längerer Zeit gab es diesbezüglich von Millennium 2000 ja mal eine Anfrage bei Chessbase. Wird man, nachdem das Chess Link Modul nun kurz vor der Markeinführung ist, nochmals Kontakt mit diversen Onlineschach-Anbietern aufnehmen?

Ossi Weiner: Also Chessbase wird das zunächst nicht unterstützen. Das ist dort möglicherweise nicht im Focus. Aber wir sind mit Lichess und dem ICC in Kontakt und hier arbeiten wir an einer Lösung. Auch eine Zusammenarbeit mit chess.com ist glaube ich in Planung.

Topschach Benny: Nachdem die Schnittstelle des Moduls für alle Entwickler offen zur Verfügung stehen soll, wäre es interessant zu erfahren, wie Entwickler an die Schnittstellen-Dokumentation herankommen. Wird diese als Download bereitgestellt?

Ossi Weiner: Die Schnittstelle steht zur Verfügung, aber nicht einfach als Download. Um die Schnittstelle zu verwenden, muss man sich bei Millennium registrieren, kurz erläutern was man vorhat und dann kann es auch schon losgehen. Wir wollen hier den Überblick behalten, wer was macht.

Topschach Benny: Gibt es schon ein paar Anbieter, mit welchen man bereits jetzt eine Zusammenarbeit anstrebt?

Ossi Weiner: Ja, da ist zum Beispiel Stefan Meyer-Kahlen mit dem wir in Kontakt sind, aber das muss terminlich noch abgestimmt werden. Auch wird es eine Einbundung in den HIARCS Chess Explorer geben. Das Programm ist auf dem Mac ohne Konkurrenz, und wenn Sie mich fragen auch in der PC Version sicher gleichwertig mit Chessbase, aber wesentlich preisgünstiger. Man muss sich keine einzelnen Programme hinzukaufen, sondern bekommt alles in einem Paket. HIARCS ist auf dem deutschen Markt leider etwas unbekannt und ich möchte dem Mark Uniacke gerne helfen, sein Programm auch in Deutschland bekannter zu machen. In den USA und in England ist er wesentlich bekannter.

Topschach Benny: Bereits zu Zeiten von Mephisto waren Sie eine der Schlüsselfiguren auf dem Schachcomputer-Markt. Können Sie unseren Lesern einen Einblick geben, inwieweit sich der heutige Schachcomputer-Markt vom damaligen unterscheidet?

Ossi Weiner: Wir haben momentan einen Retro-Trend und es wird auf Qualität geachtet. Dieses „Geiz ist geil“ ist vorbei. Die Leute wollen wieder gute Qualität und dafür sind sie auch bereit Geld zu investieren. Wir haben also diesen Retro-Trend erwischt. Natürlich haben wir auch ein Auge auf DGT geworfen und abgewartet, wie sich der Markt weiter entwickelt. Es ist natürlich auch für uns keine kleine Sache, einen sechsstelligen Betrag in die Hand zu nehmen und in die Entwicklung zu stecken. Wir gehen mit dem Markt und der Markt geht auch auf uns zu. Die Nachfrage nach wertigen Produkten steigt, was sehr erfreulich ist. Beim ChessGenius Exclusive haben wir eine Käuferschicht die bei etwa 40+ Jahren liegt. Dieser Markt ist natürlich nicht unendlich. Durch die Anbindung des Schachcomputers an Smartphones wollen wir den jungen Markt erschließen. Ein Schachspieler im Alter von 20 Jahren möchte am Schachbrett sitzen und auch sein Smartphone verwenden können. Das wird in etwa 5 Jahren unser Hauptmarkt sein. Mit dem Chess Link machen wir den Chess Genius Exclusive auch für junge Käufer interessant. Auch in Planung ist ein FIDE-Schachcomputer mit einem Lehrbuch, gedacht für die Zielgruppe von Schülern und Jugendlichen in aller Welt. 

Topschach Benny: Ist es geplant, wie zur damaligen Mephisto-Zeit, neben dem Exclusive-Brett auch ein Brett in Turniergröße ähnlich dem München-Brett anzubieten?

Ossi Weiner: Wenn ich die Verkaufszahlen der damaligen Mephisto Excluive und der Mephisto München vergleiche, war das Interesse am kleineren Brett wesentlich höher. Aber aus den Augen ist das noch nicht.

Topschach Benny: Vielen Dank für das interessante Gespräch.

Bis bald

Euer Benny

Millennium Chess Link ab Ende August lieferbar!

Das Millennium Chess Link Modul wird Ende nächster Woche ausgeliefert. Diese freudige Botschaft bekam ich aus erster Hand von einem Mitarbeiter der Firma Millennium 2000 beim gestrigen Vereinsabend. Für alle Vorbesteller ist das eine gute Nachricht und für uns der Moment, dieses Bluetooth-Add-On für den ChessGenius Exclusive auf Herz und Nieren zu testen. Selbstverständlich werden wir unser Ergebnis in einem Video festhalten und in unserem YouTube-Kanal bereitstellen.

ChessGenius Exclusive Chess Link

Bis bald

Euer Benny

DGT Brett mit dem Smartphone oder Tablet verwenden

Für ambitionierte Vereinsspieler gehört ein DGT Brett mittlerweile zur Standard-Ausrüstung. Viele Anwender kennen bereits die kostenlose App namens Acid Ape Chess, welche man problemlos mit einem DGT Bluetooth Brett verbinden kann. Sowohl das Analysieren von Partien, das Spielen gegen Engines wie Komodo und Stockfish, als auch das Onlinespielen gegen menschliche Gegner ist damit ein Kinderspiel.

Acid Ape Chess

Acid Ape Chess

Nach dem Erfolg der Acid Ape Chess App, gibt es mit Chess for Android ab sofort eine weitere Schach-App, welche man mit DGT Brettern verbinden kann. Sowohl mit Bluetooth-DGT Brettern, als auch mit USB-DGT Brettern. Verantwortlich für die Umsetzung ist der Programmierer Aart Bik. Auch wenn diese App nicht ganz an den Komfort der Acid Ape Chess App heran kommt, wurde mit der DGT-Kompatibilität ein zukunftsorientierter Weg gewählt.

Chess for Android

Chess for Android

In unseren Tests konnte sowohl per USB, als auch per Bluetooth mit Leichtigkeit eine Verbindung zum DGT Brett hergestellt werden. Das ziehen der Figuren wird praktisch in Echtzeit auf dem Smartphone angezeigt.

Eine schöne Sache die viel Spaß macht!

Bis bald

Euer Benny

Mephisto Modena – Die kleine Kampfsau gibt nicht auf!

Der Mephisto Modena gehört zu den Snacks, welche ich mir zwischendurch gönne. Mit knapp 2000 ELO ist er ein angenehmer Gegner, dessen Spielweise schon recht listig ist. An einem Abend im Schachcenter war es dann wieder soweit. Ich schaute mir die Schuhmann-Doku Schumanns Bargespräche an und spielte nebenbei eine 15 Min Schnellschachpartie gegen den Mephisto Modena.

Benny vs. Mephisto Modena

Mit den weißen Steinen spielte ich gegen das Französisch des Schachcomputers und wählte einmal mehr meine Nimzowitsch-Bauernopfervariante. Da muss ich wenigstens keine Zeit in die Planfindung investieren. Einfach runterspielen und gut ist. Hier habe ich allerdings nicht mit der Hartnäckigkeit des Modena gerechnet. Immer wieder setze er mich unter Druck. Meine Gewinnabsichten konterte der Modena immer wieder geschickt aus und mit 2 Bauern weniger wickelte ich in folgendes Endspiel mit ungleichen Läufern ab:

Mephisto Modena Remis Stellung

ich denke es ist relativ einfach zu sehen, dass ich mit Weiß nun einfach meinen Läufer auf der h3-f8-Diagonale hin und her bewegen muss und das Remis sicher habe. Einfach ausschalten kommt für einen ambitionierten Schachspieler natürlich nicht in Frage. Ich möchte im Display das Remis sehen. Entweder durch dreifache Stellungswiederholung, oder durch die 50 Züge Remis-Regel. Mit gerade mal 2 Minuten auf der Uhr hatte der Modena mit stolzen 6 Minuten einen deutlichen Zeitvorteil. Da ich aber über meine nächsten Züge keine Gedanken verlieren musste, antwortete ich immer a tempo.

Der Modena will kein Remis! Während ich meinen Läufer immer auf den Feldern c5 und b4 hin und her bewegte, versuchte der Modena jeder Stellungswiederholung aus dem Weg zu gehen. Er zog seinen Läufer auf alle möglichen Felder und immer dann, wenn die dreifache Stellungswiederholung so gut wie unausweichlich wurde, schob er seinen König auf ein anderes Feld. Genau einen Zug vor der 50 Züge-Regel schob der Silizium-Knecht dann tatsächlich seine Bauern am Königsflügel nach vorne. „AUA“! Der 50-Züge Zähler stand also wieder bei Null. Die Kiste wollte mich tatsächlich über die Zeit heben!

Es kam schließlich zu folgender Stellung:

Benny vs. Mephisto Modena Remis!

Jetzt sollte selbst der Modena ein Einsehen haben und der 50 Züge-Regel nicht mehr ausweichen können. Mittlerweile hatten sowohl der Modena, als auch ich, nur noch knapp eine Minute auf der Uhr. Wild wurden die Läufer von beiden Seiten auf dem Brett herumgezogen. „Du ziehst mich nicht über die Zeit!“ dachte ich mir. Plötzlich geschah dann etwas komplett Unerwartetes. Wir waren bereits bei Zug Nummer 240 in der Partie angekommen und der Modena war am Zug. Es passierte aber nichts. Die Kiste ließ einfach die Zeit herunterlaufen.

Offenbar war der Zugspeicher vom Modena voll 😀

Eins zu Null für mich 😛

Diese Partie ist ein gutes Beispiel dafür, dass jeder Brettschachcomputer seinen eigenen „Charakter“ hat. Der Modena weicht mit allen Mitteln einer Zugwiederholung aus und selbst auf ein Remis gemäß der 50 Züge-Regel hat die Kiste keinen Bock.

Solche Zeit-Rennen kennt man normal nur von menschlichen Spielern, welche einen über die Zeit heben wollen. Gegen die alten Brettschachcomputer macht das Spielen einfach Spaß. Genau diesen Spaß können mir Stockfish & Co nicht bieten und genau das ist das Geheimnis, warum Brettschachcomputer auch heute noch so beliebt sind. 🙂

Bis bald

Euer Benny

Millennium The King – ChessGenius Exclusive Modul

Mit dem King Modul für den ChessGenius Exclusive Schachcomputer plant die Firma Millennium 2000 in den nächsten Monaten eine zusätzliche Erweiterung auf den Markt zu bringen. Als Programm soll die in Schachkreisen bekannte King-Engine von Johan de Koning den Anwender mit ihren Schachzügen begeistern. Relativ bekannt wurde dieses Programm durch die Chessmaster-Serie vor allem bei Hobbyspielern im nordamerikanischen Raum.

King Modul Millennium ChessGenius Exclusive

Im Bereich der Brettschachcomputer findet man The King bei den mittlerweile recht seltenen Geräten TASC 30, TASC 40, Mephisto Montreux und dem Saitek 2500. Erwähnen möchte ich auch den Revelation II, bei welchem diese Brettschachcomputer allesamt als Emulation vorliegen. Der wagemutige Spielstil macht dieses Programm zu einem interessanten Gegner für Vereins- und Hobbyspieler. Ich selbst spiele recht häufig Trainingspartien an einem TASC 30 gegen das Programm und kann sagen, dass The King in jeder Partie auf Ärger gebürstet ist. In der Pressemitteilung beschreibt die Firma Millennium 2000 diese Engine wie folgt:

The King spielt häufig aktiv und dynamisch auf Raumgewinn, drängt den Gegner
zurück und gefällt durch sein taktisch geprägtes Angriffsspiel, wodurch es auch für sehr
starke menschliche Gegner schwierig zu schlagen ist.

Obwohl Schachprogramme gerade im Bezug auf Taktik recht stark sein sollen, wird beim The King allerdings genau dieser Spielcharakter zu seinem Verhängnis. So „übersieht“ die Engine regelmäßig die taktischen Chancen seiner Gegner und findet sich anschließend auf verlorenem Posten. Eine schlechte Stellung zu verteidigen macht dem Programm sehr wenig Spaß und so hat man oft das Gefühl, dass sich The King sehr schnell seinem Schicksal ergibt und wenig Gegenwehr leistet. Aber gerade dieser anfängliche Übereifer macht dieses Programm so interessant. Es bietet aufmerksamen Schachspielern, welche sich nicht einschüchtern lassen, gute Möglichkeiten zum Kontern.

King Modul Millennium ChessGenius Exclusive

In der Pressemitteilung nimmt Millennium 2000 auch Bezug auf die beim ChessGenius Exclusive mitgelieferte Engine ChessGenius von Richard lang mit folgenden Worten:

Das Programm ChessGenius überzeugt durch sein exzellentes strategisches Positionsspiel,
es nutzt gegnerische Fehler gnadenlos aus und gilt als besonders stark im Endspiel.

Dieser Aussage kann ich absolut nicht zustimmen. Nach Hunderten von gespielten Partien gegen so ziemlich jedes Lang-Programm und auch gegen die Version im ChessGenius Exclusive kann ich sagen, dass das sogenannte Positionsspiel des ChessGenius aus vielen ratlosen Zügen besteht. Der Autor der Pressemitteilung macht es sich bei der Beschreibung des Spielstils schon ziemlich einfach. Nur weil ChessGenius nicht so aggressiv wie andere Engines agiert, bedeutet das nicht automatisch, dass der Spielstil als positionell bezeichnet werden kann. Vielmehr ist es so, dass der ChessGenius sich in vielen Phasen der Partie in Lauerstellung befindet und einfach nur Abwartezüge ausführt. Auch werden ohne Abschluss der Eröffnung sehr oft bereits entwickelte Figuren nochmals gezogen. Sehr ökonomisch geht ChessGenius mit Tempi definitiv nicht um. Wie schlecht es um das Positionsspiel des ChessGenius gestellt ist, kann man auf folgender Seite nachlesen:

Match: IM Roman Vidoniak vs. ChessGenius Exclusive

Auch im Endspiel ist der ChessGenius nicht gerade die Sahne auf der Torte. Zwar wurde bei der Programmierung gerade im Bezug auf Bauernstrukturen viel Wissen in die Engine eingepflegt, jedoch übersteigen recht viele elementare Endspiele den Horizont dieser Engine. Hier macht The King auf jeden Fall einen besseren Eindruck, obwohl sich auch diese Engine hier und da mal verzettelt.

Womit wir auch schon zur nächsten Aussage in der Pressemitteilung von Millennium über The King kommen:

Nach Ansicht von Insidern könnte es möglich sein, dass hier der erste „klassische“
Schachcomputer ein Großmeister-Niveau von ≤ 2500 Elo erreichen wird

Bei diesen Insidern handelt es sich fast ausschließlich um normale Schachspieler und Schachcomputer-Sammler, welche auf Nachfrage mitgeteilt haben, nie diese Aussage getroffen zu haben. Das Millennium 2000 mit solchen erfundenen Aussagen ein Produkt bewirbt, ist schon ziemlich befremdlich. Um eine Aussage über die Spielstärke des Programms treffen zu können, lassen diese „Insider“ das Programm gegen andere Engines antreten. Wie sehr diese Art der Ermittlung der Spielstärke zum Glücksspiel wird, zeigt sich an den von den Engines aus dem Buch gespielten Eröffnungen. Hier greift auch The King bei seinen ersten Zügen auf ein vorgegebenes Buch zu und sobald das Ende der vorgegebenen Buchvariante erreicht ist, darf die Engine selbst rechnen. Hier werden teilweise absolute Katastrophen-Varianten gespielt und die Engine zum Rechnen in ein Mittelspiel entlassen, was dem Verwalten eines Schrottplatzes sehr nahe kommt.

King Modul Millennium ChessGenius Exclusive

Nach Durchsicht dieser Partien zusammen mit echten Großmeistern und echten internationalen Meistern sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass The King sehr weit weg vom Großmeister-Niveau ist. Allenfalls FM-Niveau (2300 ELO) könnte man dem Programm noch zugestehen.

Es ist für mich ein Rätsel, wieso die Marketing-Abteilung von Millennium 2000 nicht die wirklichen Vorzüge dieser Engine bewirbt. Stattdessen wird mit einer zweifelhaft hohen ELO geworben, welche dieses Gerät einfach nicht hat. Das muss The King aber auch nicht haben. Das Programm muss den Anwendern Spaß machen und das tut es. Wer von einem Brettschachcomputer eine hohe ELO erwartet, greift sowieso zum DGT Pi in Verbindung mit einem DGT-Set. Zumindest bei der Aussage, dass es sich möglicherweise um den ersten klassischen Schachcomputer handelt mit GM-Niveau, ist man sich dann doch nicht ganz so sicher. Das es mit dem Revelation II bereits seit vielen Jahren einen klassischen Schachcomputer gibt, welcher definitiv über GM-Niveau spielt, weiß man dort mit Sicherheit. Aber die Werbetrommel will natürlich gerührt werden 😉

Mit einem geplanten Verkaufspreis von 199,-€ ist das The King Modul wahrhaftig kein Schnäppchen und um in den Genuss des Programms zu kommen muss man sich zuvor das Komplettpaket ChessGenius Exclusive mit Lang-Modul zulegen. Fans und Sammler von Brettschachcomputern bekommen damit allerdings die Möglichkeit, endlich zu den Besitzern eines Brettschachcomputers zu gehören, in welchem eine King-Engine läuft.

Erwähnen muss man aber auch , dass es seit mehr als 10 Jahren die Möglichkeit gibt, ein DGT-Set mit der Chessmaster-Software zu verbinden und damit auch direkt am Brett gegen The King zu spielen und zu trainieren.

Selbstverständlich werden wir auch das The King Modul in einem Match gegen einen Meisterspieler testen und anschließend darüber berichten, wie denn nun wirklich die Spielstärke des Programms einzuschätzen ist. Aber auch die Trainingsmöglichkeiten mit dem King-Modul werden wir unter die Lupe nehmen. Hier liegt meiner Meinung nach der eigentliche Vorteil dieses Moduls.

Bis bald

Euer Benny