DGT Centaur auf der Spielwarenmesse 2019

Die Spielwarenmesse in Nürnberg gehört zu den Highlights eines jeden Jahres. Uns persönlich interessiert hier hauptsächlich der Bereich Schach und Schachcomputer und unser erster Anlaufpunkt war der Messestand von DGT.

Schon im letzten Jahr wurde der Schachcomputer DGT Centaur vorgestellt, aber damals als reine Demo-Version. Spielen könnte man mit dem Teil noch nicht. Kurz nach der Messe 2018 hatten wir aber Gelegenheit, als erster Schachhändler das Gerät zu testen (Bericht hier) und waren nun gespannt, was sich seither bei der Entwicklung des DGT Centaur getan hat.

Am Stand angekommen, wurden wir sehr herzlich empfangen und zu meiner Überraschung sah ich Ossi Weiner im Gespräch mit Hans Pees. Das ist insofern bemerkenswert, da die Firmen Millennium und DGT auf dem Schachcomputer-Markt direkte Konkurrenten sind.

Die nächste Überraschung war die Anwesenheit von Schachcomputer-Sammler Alwin Gruber. Erst vor ein paar Wochen war er bei uns im Schachcenter und auch ihn hat es gereizt, den neuen DGT Centaur unter die Lupe zu nehmen.

Mit im Gepäck hatte ich unseren freien Mitarbeiter André Krupke. Seinerzeit Mitentwickler des europäischen Moduls Columbus der Internationalen Raumstation (ISS) und noch immer beim DLR tätig, kennt er sich in Sachen Technik hervorragend aus. Als Schachspieler nahm er sich sogleich auch den DGT Centaur vor und spielte eine Partie.

DGT Centaur gegen André Krupke.

Das Spielen ging leicht von der Hand und auch ungenau gesetzte Figuren erkannte der DGT Centaur schnell und zuverlässig

DGT Centaur
DGT Centaur

André hatte gegen den DGT Cenatur nicht wirklich große Probleme und holte für uns den ersten Punkt. Nun war es an mir, es ihm gleich zu tun und so nahm auch ich diesen Schachcomputer unter die Lupe.

DGT Centaur

Was die Optik betrifft, habe ich gehofft, dass man die LED-Ringe unter den Feldern nur dann sieht, wenn diese auch Leuchten. Insgesamt wurde das verbessert, aber zu 100% war ich auf den ersten Blick damit nicht ganz zufrieden. Beim Spielen stört das aber nicht und nach ein paar Partien fällt es einem auch nicht mehr auf.

DGT Centaur

Ich startete meine erste Partie im Friendly-Modus und war über die Gegenwehr des ELO-Boliden ziemlich überrascht. Die Kiste spielte richtig gut und im Gegensatz zur André, kam ich in meiner ersten Partie nicht wirklich voran. Verzweifelt wickelte ich in ein ausgeglichenes Endspiel ab.

Hierbei war interessant zu beobachten wir der DGT Centaur Endspiele behandelt. Nur ab und zu zog er nicht die besten Züge, aber das was er machte war immer noch gut genug, das Schiff nicht untergehen zu lassen.

Als nächstes interessierte mich, wie der DGT Centaur eine brandaktuelle theoretische Stellung bewertet, die aus dem Budapester Gambit ensteht. Ich schaltete hierzu in den Analysemodus und führte recht flott die Eröffnungszüge für beide Seiten auf dem Brett aus. Auch hier hatte der DGT Centaur keine Probleme, meinen Zügen zu folgen. Sehr gut! Es kam zu folgender Schlüsselstellung:

Schwarz am Zug. Der aktuelle Stand der Theorie empfiehlt hier den Zug Kg8-h8. Ziemlich tiefe Analysen dieser Stellung die ich in den letzten Wochen vorgenommen habe, zeigen aber, dass Schwarz mittels dem Zug b7-b6 ziemlich gute Chancen hat, auf den vollen Punkt zu spielen.

DGT Centaur

Mit einem Score von +0.46 sieht sich der DGT Cenatur im Vorteil und empfiehlt für Schwarz den Zug Lh5. Leider wird hierzu nicht die Suchtiefe angezeigt, was etwas mehr Aufschluss über diese Empfehlung geben würde.

Mit der Anzeige eines Zugvorschlags gibt sich ein Vereinsspieler aber nicht zufrieden und hier hat sich DGT ein nettes Feature einfallen lassen. Drückt man in dieser Stellung die HINT-Taste, bekommt man direkt eine Reihe von Zugvorschlägen mit Bewertung.

DGT Centaur

Diese Zugvorschläge decken sich mit meinen Analysen, wenn auch nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. Für mich ein sehr schönes Feature, da man für sich selbst oder in gemütlicher Runde im Schachverein einfach verschiedene Eröffnungsvarianten aufs Brett bringen kann und damit interessante Ideen diskutiert werden können.

Noch immer etwas unzufrieden mit dem Ergebnis meiner gespielten Schachpartie gegen den DGT Centaur, versuchte ich es nun noch einmal, den Schachcomputer von meinen Schachkünsten zu überzeugen. Diesmal hatte ich mehr Glück! Hatte der DGT Centaur in meiner ersten Schachpartie noch in allen Bereichen recht gut gespielt, zeigte das Gerät diesmal verdientes Mitleid 🙂 und stand schon nach den ersten Zügen ziemlich schlecht. Die Partie hing für den DGT Centaur immer am seidenen Faden und immer hielt das Programm die Stellung gerade so zusammen. Am Ende konnte ich mich aber dann doch durchsetzen. Von dieser Partie gibt es auch ein Video, welches diesem Artikel später hinzugefügt wird.

Kommen wir noch zu ein paar bemerkenswerten Details. Ohne Figuren ist der Schachcomputer federleicht und eignet sich damit perfekt, um ihn auf Reisen mitzunehmen. Der eingebaute Akku hält für gute 12 Stunden Dauerbetrieb und ist innerhalb von 30-45 Minuten mit dem beigefügten Netzteil wieder voll aufgeladen.

Im Lieferumfang enthalten sind zwei zusätzliche Damen (eine für Schwarz und eine für Weiß).

Geliefert wird der DGT Centaur in einer ebenso leichten wie funktionalen Verpackung:

DGT Centaur
DGT Centaur
DGT Centaur
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Jetzt bei uns im Shop bestellen:

https://www.topschach.de/centaur-schachcomputer-p-4161.html

Acid Ape Chess App BETA weiterhin kostenlose DGT Anbindung

Mit der Schach App Acid Ape Chess hat der Hersteller Acid Ape Studios den Besitzern von DGT Brettern über Jahre eine große Freude gereitet. War es doch auf diese Weise ziemlich einfach, sein vorhandenes DGT-Set mit dem Smartphone zu verbinden und damit entweder online oder gegen verschiedene Engines zu spielen.

Leider fand die BETA-Phase dieser App nun ein Ende und die nun noch kostenlose Version der App wurde stark eingeschränkt. Unter anderem ist die Anbindung an DGT-Sets in dieser Version nur noch gegen Aufpreis möglich.

Um auch weiterhin in den Genuss der DGT-Set Anbindung und weiteren Features zu kommen, muss man sich zuerst die „Grandmaster“-Version der Acid Ape Chess App für knapp 20,-€ kaufen. Wer nun aber denkt, dass damit alles wieder beim Alten ist, wird enttäuscht sein. Für die DGT-Unterstützung fordert Acid Ape Studios nochmal zusätzliche 50,-€.

Mit insgesamt 70,-€ für das Rundumwohlfühlpaket liegt die Acid Ape Chess App deutlich über dem gängigen Preis für Apps. Eine Anfrage bei dem Hersteller über die Preisgestaltung ergab lediglich den Hinweis, dass man sich an DGT wenden solle.

Ich wollte es genau wissen und habe DGT kontaktiert. Hier wurde mir mitgeteilt, dass der Hersteller Acid Ape Studios vor einiger Zeit an DGT die Forderung stellte, einen ziemlich hohen Betrag zu zahlen, damit die DGT-Unterstützung auch weiterhin in der Acid Ape Chess App angeboten wird. DGT lehnte dies verständlicherweise ab, da DGT die Schnittstelle und diverse Quellcodes zur Programmierung kostenlos bereitstellt.

Warum sollte DGT für ihre kostenlos angebotenen Produkte Geld an einen fremden Hersteller zahlen?

Nun sollen die Nutzer der Acid Ape Chess App zur Kasse gebeten werden, was zwar legitim ist, aber bei der Preisgestaltung aus unserer Sicht etwas übertrieben wurde.

Ich erhalte momentan viele Hilferufe per Mail, wie man denn die alte Beta mit der kostenlosen DGT-Unterstützung wieder zum Laufen bekommt. Auf den ersten Blick schien das nicht einfach, da auch bei letzten Beta-Versionen nach der Installation ein Popup-Fenster aufgeht, in welchem man entweder die App schließen, oder auf die teure Version 1.00 Upgraden kann.

Nach einer Zeit konnte aber eine BETA-Version als APK Datei gefunden werden, welche über alle bekannten Features und die auch die DGT-Unterstützung verfügt.

Heruntergeladen kann diese BETA-Version unter folgendem Link: [Hinweis,- wir haben diesen Link entfernt, da sich nach einigen Tagen auch bei dieser Version automatisch ein Update zur kastrierten Version einspielt]

Es handelt sich hierbei um eine APK-Installationsdatei. Diese kann man auf seinem Handy ausführen und damit Acid Ape Chess installieren. Wichtig ist hierbei aber, dass man bei seinem Smartphone die Option „Apps von Drittanbietern zulassen“ aktiviert hat.

So wünsche ich meinen Lesern und Schachcomputer-Fans auch weiterhin viel Spaß mit dieser tollen App. 🙂

Euer Topschach Benny