DGT Chef Hans Pees besiegt den niederländischen Meister Lucas van Foreest

DGT Chef Hans Pees ließ es sich nicht nehmen, am 20.08.2021 bei einer Simultanveranstaltung gegen den niederländische Meister Lucas van Foreest anzutreten. Am Abend vor der Partie hatten Hans und ich den üblichen Smalltalk per WhatsApp und er sagte mir, dass er hoffe, wenigstens 5 Züge gegen Lucas zu bestehen. Es sollten mehr werden. 🙂

Lucas entschied sich, gegen Hans einen Spanier zu spielen und lockerte bei kurz rochiertem König mit den Bauernzügen h3 und g4 die Königssicherheit. In der Theorie ist dieses Vorgehen bekannt und mit Sicherheit auch spielbar, jedoch gibt es dem Schwarzspieler gute Möglichkeiten, das Frischluftbedürfnis des weißen Königs für Angriffe auszunutzen. Ich persönlich vertrete hier eine ziemlich dogmatische Meinung und bringe Anfängern bei, das Vertreiben eines Läufers auf g4 mittels h3+g4 nur dann vorzunehmen, wenn man mit Weiß noch nicht kurz rochiert hat und anschließend groß zu Rochieren. Eine Faustregel, welche einem viel Ärger erspart. Eventuell hat Lucas den guten Hans in dieser Partie einfach unterschätzt. Als Chef der Firma DGT ist Hans bekannt dafür, auf dem Schachmarkt Chancen zu erkennen und konsequent zu nutzen. In der Partie gegen Lucas van Foreest war das nicht anders. 🙂

 

Dieser schöne Sieg gegen den niederländischen Meister Lucas van Foreest wird Hans sicher lange in Erinnerung bleiben. An dieser Stelle nochmal Glückwunsch von mir. 🙂

Bis bald

Euer Benny

Aktuelles zum DGT Pegasus

Wie eine Bombe ist der DGT Pegasus eingeschlagen und begeistert nun schon seit einigen Monaten die große Community der Online-Schachspieler. Nach einem etwas holprigen Start, welcher viel Supportarbeit nach sich zog, ist nun endlich etwas Luft, um einen Einblick in die Entwicklung des DGT Pegasus, der DGT App und dem ganzen „Drumherum“ einzugehen.

Nicht Wenige Neubesitzer eines DGT Pegasus konnten es kaum erwarten, die ersten Partien online auf diesem schönen Schachbrett zu spielen. Kaum hat der Paketbote den DGT Pegasus geliefert, wurde die Neuanschaffung direkt ausgepackt und losgelegt. Und genau hier gab es den ersten Knackpunkt. Elektronische Geräte sollten in der Regel immer erst Zimmertemperatur erreichen, bevor man diese in Betrieb nimmt. Aber wer macht das schon? Wenn ich ein neues Produkt aus dem Hause DGT vor mir habe, warte ich auch nicht und will es direkt testen.

Die niedrigen Temperaturen zur Weihnachtszeit sorgten zwangsläufig dafür, dass manche Geräte im ersten Betrieb etwas „Rumgemuckt“ haben. Grundsätzlich wäre dies kein Problem gewesen, da sich durch einen ausgeführten Hard-Reset der DGT Pegasus neu kalibrieren lässt und danach das Spielen (Zugerkennung) keine Probleme mehr bereitet. Noch vor dem Release des DGT Pegasus habe ich DGT darauf hingewiesen, dass die Kunden wissen müssen, wie man diesen Hard-Reset beim DGT Pegasus ausführt. Leider hatte es DGT verpasst, diese wichtige Info in die Anleitung aufzunehmen. Dies wurde von Seiten DGT dann aber schnell nachgeholt.

DGT Pegasus Hard Reset

Das Spielen mit dem DGT Pegasus mit der DGT App funktionierte nun problemlos. Ein Durchschnaufen war jedoch nur kurzzeitig möglich. Durch den Run auf den DGT Pegasus fanden innerhalb kürzester Zeit mehrere tausend DGT Pegasus neue Besitzer, was erwartungsgemäß zu einer hohen Auslastung des DGT Cloud Servers führte. Was während der Testphase mit gleichzeitig spielenden 10-20 Testern einwandfrei funktionierte, kollabierte bei tausenden von Nutzern.

Ich möchte an dieser Stelle den Einsatz der DGT Cloud kurz erklären, da es hier immer noch ein paar Missverständnisse gibt. Spielt man mit dem DGT Pegasus über die DGT App auf Lichess, läuft die Kommunikation mit Lichess nicht direkt zwischen DGT App und Lichess ab, sondern mit dem dazwischen geschalteten DGT Cloud Server. Der Anwender hat damit keine direkte Verbindung zu Lichess. Natürlich könnte man nun denken, dass dieser Zwischenschritt zu Latenz bei der Ausführungen von Zügen führen kann, in der Praxis ist davon jedoch nichts zu spüren. Die Züge werden gefühlt in Echtzeit ausgeführt.

Problematisch war die hohe Anzahl an gleichzeitigen Nutzern in zweierlei Hinsicht. Zum Einen gibt/gab es auf Lichess Restriktionen, wie viele gleichzeitige Nutzer sich mit ein und die selbe IP-Adresse auf Lichess anmelden dürfen und zum Anderen wird/wurde auch von Lichess beschränkt, wie viele Partien gleichzeitig über ein und die selbe IP gestartet werden dürfen. Hinzu kam noch der Umstand, dass das auf dem DGT Cloud Server vorhandene Verbindungs-Protokoll bei der hohen Anzahl an Nutzern nicht sauber lief. Eine großer Berg an Arbeit kam damit auf DGT zu, welcher aber mittlerweile sehr gut abgetragen wurde. Das Spielen mit der DGT App funktioniert nun.

Vielfach wurde die Frage gestellt, warum DGT überhaupt einen DGT-Cloud-Server einsetzt und nicht wie bei anderen Apps den Anwender direkt mit Lichess verbinden lässt. Hierzu muss man Folgendes wissen. Bei der Entwicklung der DGT App hatte man die Idee, neue Features und Verbesserungen in der App bereitzustellen, ohne für die App ein Update anbieten zu müssen. Im Prinzip ist es so, dass die Menüs und Features jederzeit über die DGT Cloud erweitert werden können. Da die DGT App von einem Drittanbieter erstellt wurde und das Einbinden von Features ohne DGT Cloud fortlaufend Kosten produzieren würde, hat man sich für die Cloud-Lösung entschieden, mit welcher DGT ohne kostenintensive App-Updates Verbesserungen und neue Features (wie beispielsweise das Einbinden des Chess24-Onlineschach-Anbieters) selbst bereitstellen kann.

Das Grundprinzip ist der DGT Cloud ist daher nicht schlecht, jedoch ist das Betreiben eines Cloud-Servers, welcher 24h am Tag für tausende von Schachspielern funktionieren muss, keine triviale Sache. Wenn auf dem Server ein Dienst am Freitagabend ausfällt, kann man nicht bis Montag warten, bis sich jemand darum kümmert. 😉

Mittlerweile läuft die Sache aber ziemlich rund und in wenigen Tagen wird es ein finales Update auf die Version 1.0 geben (geplant ist der 19.01.22).

Während DGT mit der eigenen App beschäftigt war, haben sich bekannte App-Entwickler ans Werk gemacht, und die Unterstützung des DGT Pegasus in die entsprechenden Apps hinzugefügt. Dies sollte ursprünglich über die von DGT bereitgestellte API laufen, deren Registrierungsprozess aber noch relativ unklar ist. Da die Schnittstelle des DGT Pegasus jedoch fast identisch zum DGT Centaur ist, konnten die Entwickler auf bereits bestehende Daten des DGT Centaur zurückgreifen und die Einbindung auch ohne offizielle DGT API vornehmen.

Ein paar Entwickler haben Bedenken, dass DGT dieses Vorgehen verbieten könnte. Nach einem längeren Telefonat mit DGT kann ich aber versichern, dass DGT nichts in dieser Richtung unternehmen wird. Als es mit der DGT App Probleme gab war DGT froh, dass findige Entwickler eine gute Lösung gefunden haben, mit welcher der DGT Pegasus problemlos läuft.

Hierzu zählt in erster Linie die WhitePawn-App von Khadim, welche sowohl für iOS, als auch für Android kostenlos und werbefrei verfügbar ist und u.a. auch das Spielen auf dem Lichess-Server mit dem DGT Pegasus ermöglicht.

Weiterhin gibt es die ChessDojo-App von Gerhard, mit welcher man mit dem DGT Pegasus lokale Partien gegen diverse Engines in verschiedenen Spielstufen spielen kann.

Mit BearChess von Lars steht die erste Desktop-Software-Windows-Schachsoftware zur Verfügung, welche den DGT Pegasus unterstützt.

Eine Reihe weiterer Entwickler steht in den Startlöchern, den DGT Pegasus in ihre Software/App einzubinden. Selbstverständlich werde ich zu gegebener Zeit hierüber informieren.

Bis bald

Euer Benny

DGT Sets im CT-Magazin im Test

Als vor einigen Wochen der HEISE-Verlag (CT-Magazin) beim niederländischen Marktführer für elektronische Schachbretter DGT durchgeklingelt hat, war noch nicht klar, wohin die Reise führen wird. Der andauernde Schachboom blieb natürlich auch dem CT-Magazin nicht verborgen und so dachte man sich, dass ein Test von elektronischen Schachbrettern keine schlechte Idee sei. Die Anfrage machte mich zunächst etwas skeptisch, da für das Testen von elektronischen Schachbrettern und deren Feinheiten eine enorme Erfahrung und Marktkenntnis erforderlich ist.

HEISE Magazin DGT Test

Den umfangreichen Test findet man ab Seite 114 des CT-Magazins Ausgabe 25/2021

Nachdem ich heute den Testbericht in den Händen halte muss ich zugeben, dass der Autor Hartmut Gieselmann vom CT-Magazin ganze Arbeit geleistet hat und mit Fachkenntnis bis ins kleinste Detail die auf dem Markt befindlichen Produkte getestet und bewertet hat. Gerne hätte ich hierbei auch den DGT Pegasus im Test gesehen, jedoch war dieser zum Zeitpunkt des Tests noch nicht verfügbar. Dennoch ließ es sich der Autor Hartmut Gieselmann nicht nehmen, auf den DGT Pegasus hinzuweisen.

Ein guter und objektiver Testbericht, bei welchem man am Ende das Gefühl hat, dass die elektronischen Schachbretter von DGT im Bezug auf die Qualität und den vielen Einsatzmöglichkeiten, nach wie vor die beste Wahl sind.

Hier geht’s zum Artikel:

https://www.heise.de/select/ct/2021/25/2121609430468825983

Hinweis: Der Testbericht befindet sich online hinter einer Paywall. Wer keinen Zugang hat, findet den kompletten Testbericht auch in der Printversion des aktuellen CT-Magazins (Ausgabe 25/2021) im Zeitschriftenhandel.

Bis bald

Euer Benny

DGT Centaur V2 Modifikation mit dem Raspberry Pi Zero 2

Wie bereits bekannt, bricht der Bootvorgang des Centaur V2 (Modifikation) wegen Unterspannung ab, wenn man den neuen Raspberry Pi Zero 2 verwendet. Durch einen etwas uneleganten Quickhack konnten wir den Abbruch verhindern und den DGT Centaur V2 starten. Ich teste nun, ob das System genauso stabil läuft, wie mit dem Zero W und wie sich die Mehrpower des Zero 2 auf die Akkulaufzeit auswirkt.

DGT Centaur V2 Zero 2

Da man momentan wesentlich einfacher an den Zero 2 rankommt, als an den 1er, ist das eine gute Möglichkeit für alle DGT Centaur Besitzer, doch noch die begehrte Modifikation zum Laufen zu bekommen 🙂

DGT Centaur V2 Zero 2

Ich halte euch auf dem Laufenden. 😉

Update 06.11.2021:

Ich habe nun sowohl den Quickhack „avoid_warnings=1“, als auch den Quickhack „avoid_warnings=2“ getestet. Grundsätzlich muss man hierbei wissen, dass mit diesen Quickhacks das Problem nicht gelöst, sondern umgangen wird. Die Programmierer unter uns werden sich noch daran erinnern, wie man bei frühen BASIC-Programmen beim Auftauchen von Fehlermeldungen einfach die Zeile „ON ERROR RESUME NEXT“ im Code eingefügt hat und damit die Fehlermeldungen unterdrücken konnte.

Genau das findet bei diesen Quickhacks auch statt. Folgendes ist hierbei allerdings zu beachten. Während „avoid_warnings=1“ die laufenden Schutzmechanismen des Zero 2 noch am Laufen hält (drosseln der CPU-Geschwindigkeit bei zu viel Hitzeentwicklung zum Beispiel), werden bei „avoid_warnings=2″ alle Schutzmechanismen außer Kraft gesetzt. Übertrieben gesprochen, könnte man damit einen Zero 2 auch soweit Übertakten, dass sich der Prozessor von selbst aus der Platine lötet. 😉 – Hier werden Erinnerungen an den ersten ausgelieferten Pentium-Prozessor in den 90ern wach, dessen Stifte sich tatsächlich trotz Kühlung verflüssigt haben. 🙂

Auf den Befehl „avoid_warnings=2“ sollte man daher nach Möglichkeit verzichten. Eine weitere Besonderheit ist die Akkulaufzeit. In meinen Tests hat sich diese beim Verwenden von „avoid_warnings=1“ gegenüber dem Zero 1 um etwa 30% reduziert. Verwendet man „avoid_warnings=2“ , kommt man auf eine Reduzierung der Akkulaufzeit von etwas mehr als 50%. Auffällig war bei meinen Tests auch, dass bei „avoid_warnings=2“ keine Akku-Schutzmechanismen gegriffen haben. Der Akku wurde ohne Reduzierung der Leistung einfach leergesaugt. Ein weiterer Grund, warum man auf „avoid_warnings=2“ verzichten sollte.

Meine Tests habe ich nicht unter Laborbedingungen durchgeführt und auch nicht mehrfach reproduziert. Ein wissenschaftlich sauberes Ergebnis meiner Tests schließe ich daher aus. Die Verwendung des Befehls „avoid_warnings=1“ funktioniert recht gut und auch die Akkulaufzeit ist passabel. Inwieweit sich das Unterdrücken von Warnmeldungen im Langzeitbetreib auswirkt, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

Bis bald

Euer Benny

DGT Pegasus – Cloud API

Schon wenige Tage nach dem Vorverkaufsstart hat sich sich der DGT Pegasus bereits zu einem weiteren Bestseller der niederländischen Firma DGT entwickelt. Die ersten Anfragen von Entwicklern, welche den Pegasus zum Onlinespielen in ihre Apps und Desktop-Software integrieren möchten, ließen nicht lange auf sich warten. Wer den DGT Pegasus in seine Software einbinden möchte, kann dies über die DGT-Cloud-API machen. Es handelt sich hierbei um eine Cloud-Schnittstelle zur hauseigenen DGT-App, mit welcher Drittanbieter auf die Hardware des DGT Pegasus zugreifen können.

Wie funktioniert die DGT-Cloud-API?

Diese Frage habe ich in den letzten Tagen ziemlich oft gehört. Folgendes Schema zeigt es auf:

DGT Pegasus Cloud API

Dreh und Angelpunkt ist die DGT-App, welche den DGT Pegasus ansteuert. Durch den Weg über die Cloud-API könnte man auf den ersten Blick den Eindruck bekommen, dass es zu Latenz in der Übertragung kommt. Im praktischen Tests konnte ich aber keine Unterschiede zu einer direkten Verbindung feststellen. Die gesamte Kommunikation lief gefühlt in Echtzeit ab. Die Vorteile dieser Cloud-API-Lösung sind, dass innerhalb der DGT App die Apps von Drittanbietern aufgeführt sind und damit jeder Besitzer eines DGT Pegasus direkt in der DGT App sieht, welche Apps den DGT Pegasus unterstützen. Auch wird sichergestellt, dass die Anbindung zum DGT Pegasus über eine App eines Drittanbieters den hohen Qualitätsansprüchen der Firma DGT entspricht. 

Ein weiterer Vorteil ist, dass auf diese Weise eine Kompatibilität zu zukünftigen DGT-Produkten, welche ebenfalls die DGT-Cloud-API nutzen, vorhanden ist. Ich möchte dies an einem einfachen Beispiel aufzeigen. Ein Drittanbieter, welcher über die DGT-Cloud-API den DGT Pegasus in seine App integriert hat, lässt am DGT Pegasus eine Feld-LED blinken. Nun bringt DGT irgendwann ein weiteres Produkt auf den Markt, welches pro Feld 4 LEDs besitzt. Um mit diesem neuen Produkt kompatibel zu sein, muss der Drittanbieter seine App nicht umprogrammieren. Die DGT-Cloud-API kann für Kompatibilität sorgen und übersetzt den Code so, dass bei dem neuen Produkt in Verbindung mit der Drittanbieter-App die 4 Feld-LEDs blinken.

Es handelt sich hierbei um ein ziemlich einfaches und abstraktes Beispiel, welches aber die Vorteile der DGT-Cloud-API gut aufzeigt.

Hat jeder Zugriff auf die Cloud-Schnittstelle?

Auch diese Frage wird oft gestellt. Die DGT-Cloud-API steht mit der Veröffentlichung des DGT Pegasus zunächst nicht öffentlich zur Verfügung, da hier noch ein paar Dinge getestet werden müssen. Wer den DGT Pegasus in seine App integrieren möchte, sollte am besten DGT kontaktieren.

Ein wichtiger Punkt ist natürlich auch der Datenschutz. Hier verweise ich auf folgende Erklärung von DGT:

https://digitalgametechnology.com/privacy-policy-dgt-chess-app

Unter folgendem Link kann der DGT Pegasus bestellt werden:

https://www.topschach.de/pegasus-online-schachspielen-p-4236.html

In der kommenden Woche werde ich ein Video veröffentlichen, in welchem ich den DGT Pegasus auf Herz und Nieren testen werde.

Bis bald

Euer Benny

DGT Centaur V2 – Das Finale Release

Online Schach spielen mit dem DGT Centaur

Online Schach spielen auf Lichess mit dem DGT Centaur

Mit dem DGT Centaur online Schachspielen auf Lichess und das Speichern von Partien war die Idee. Am Ende wurden noch mehr Ideen umgesetzt, wodurch der DGT Centaur zum Alleskönner wurde. Hindernisse gab es mehr als einmal. Die ersten „Lösungen bestanden darin, auf dem vorhandenen Originalprogramm des DGT Centaur aufzusetzen und dieses zu modifizieren. Zwar konnten hier Ergebnisse erzielt werden, aber die Sache war einfach zu aufwendig in der Umsetzung.

Durch das Reengineering des DGT Centaur von Ed kamen wir zu dem Schluss, dass eine komplett eigenständige Neuprogrammierung des DGT Centaur mit allen möglichen Features die sinnvollste Lösung ist. Das Resultat dieser über hunderte von Stunden enthaltenen Arbeit möchte ich in diesem Artikel vorstellen.

Zuvor noch ein wichtiger Hinweis. Bei der Modifikation handelt es sich um ein Open Source Projekt. Dies bedeutet, dass jeder an dem Code herumbasteln und seine eigenen Versionen erstellen und veröffentlichen kann. Ich beziehe mich bei meinen Ausführungen in diesem Artikel ausschließlich auf die Originalversion und verwende diese auch bei meinen Umbauten. Wer einen umgebauten DGT Centaur von mir erhält kann sich sicher sein, dass dieser funktioniert und einem im Garantiefall geholfen wird.

DGT Centaur – Raspberry Pi Zero W

Zum Zeitpunkt des Schreibens an diesem Artikel, kommt man an einen Raspberry Pi Zero W nur sehr schwierig ran. Auch die Preise für diese kleine Hardware sind durch den Mangel an Chips und den gestiegenen Fertigungskosten in die Höhe geschossen. Relativ einfach aber auch mit Preissteigerung kann man aber den Raspberry Pi Zero W/H ordern. Der Unterschied zum reinen Zero W liegt lediglich darin, dass beim Zero W/H bereits eine 40-Pol Leiste auf dem Zero aufgelötet wurde. Mit ein paar Handgriffen kann man den Zero W/H jedoch passend für einen DGT Centaur machen.

Für den Betrieb im DGT Centaur werden nur die außen liegenden Pins der GPIO-Schnittstelle benötigt, weshalb wir die innen liegenden Pins mit einer Zange abknipsen.

Anschließend werden die außen liegenden Pins um 90 Grad nach außen gebogen. Hierbei ist es ratsam, jeden einzelnen Pin nacheinander zu bearbeiten. Wer meint, dass man einfach alle Pins auf einmal an der Tischkante umbiegen kann und damit Zeit spart, wird sich wundern. 😉 – Zeit sparen ist nicht! Beim Verbiegen muss man sehr genau arbeiten. Hier gibt es keine zweiten Versuche. Wer einen Pin ein paarmal hin- und herbiegt, darf ihn anschließend wieder an die Leiste löten. 🙂

Raspberry Pi Zero W/H

Mit etwas Übung ist dieser Arbeitsschritt in etwa 5-10 Minuten erledigt. Im nächsten Schritt öffnet man beim DGT Centaur die Unterseite (Schrauben lösen) und >> !ganz wichtig! <<< steckt das Verbindungskabel vom Akku zur Platine ab. Der im DGT Centaur verwendete Raspberry Pi Zero ist nicht verlötet, sondern einfach mit den GPIO-Pins in die DGT-Platine eingesteckt. Wir heben die Platine etwas an und ziehen den Raspi Zero aus der Steckleiste einfach heraus. Ich denke es versteht sich von selbst, dass wir bei diesem Arbeitsschritt kein Werkzeug wie etwa einen Hammer, eine Zange, usw. verwenden und darauf achten, dass wir nicht elektrostatisch aufgeladen sind. 😉

Beim Anheben der DGT-Platine muss man etwas vorsichtig sein, da das e-Ink-Display auf der Platine nicht festsitzt und auf grobe Behandlung sehr allergisch reagiert. Ein gewisses Maß an Vorsicht und Feinmotorik in den Händen sollte auf jeden Fall vorhanden sein.

Hat man den Zero aus dem DGT Centaur entfernt, ziehen wir die darin befindliche SD-Karte heraus und machen uns zur Sicherheit eine Image-Kopie, welche wir auf unserem Computer speichern. Anschließend schreiben wir das DGT Centaur V2 Image auf diese Karte und stecken sie in unseren passend gemachten Raspberry Pi Zero W/H, welchen wir anschließend in den DGT Centaur stecken. Da die gebogenen Pins beim W/H-Modell etwas kürzer sind, als bei normalen 90 Grad GPIO-Leisten, muss man beim Einstecken darauf achten, dass es sicher sitzt und sich nicht bei der kleinsten Erschütterung aus der Steckverbindung löst.

Zum Schluss legen wir die DGT-Platine mit angestecktem Raspi Zero W/H wieder passend in die Halterung. Auch hier muss man wieder vorsichtig sein, dass man das e-Ink-Display nicht beschädigt. Im Prinzip geht das alles ziemlich einfach, aber ich habe schon Bastler gesehen, welche nebenbei ne Currywurst essen und mit ihren Ketchup-Fingern an Platinen rumgedrückt haben. Deswegen lieber einmal zu viel vorsichtig sein, als einmal zu wenig.

Wer die Klappe von der Unterseite vom DGT Centaur bereits jetzt wieder angebracht und zugeschraubt hat, darf alle Schrauben nochmal lösen, die Klappe entfernen und den Anschluss vom Akku zur Platine hineinstecken. Ein gerne gemachter Fehler 🙂 Haben wir den Akku wieder mit der Platine verbunden, können wir den DGT Centaur mit der entfernten Klappe schließen und zuschrauben.

Wir drehen den DGT Centaur auf die Oberseite und schalten ihn mit der Starttaste ein. Der Startvorgang wird durch die kreisenden LED-Lichter angezeigt und dauert beim ersten Start etwas länger (ca. 90 Sekunden). Wenn der Umbau geklappt hat, erscheint im Display folgende Auswahl als Menü, durch welche man sich mit den Tasten „nach oben“ und „nach unten“ navigieren kann. Mit der Häkchen-Taste bestätigt man seine Auswahl.

Was hinter den einzelnen Punkten im Menü steckt, ist an für sich selbsterklärend. In Kürze veröffentliche ich hierzu aber noch eine genaue Anleitung.

Wer sich den Umbau nicht zutraut, kann sich gerne bei mir melden und einen DGT Centaur V2 bei mir ordern.

Hier nun der Download-Link zum Image: >>>Download<<<

Noch ein wichtiger Hinweis > Das Image funktioniert aktuell nur mit DGT-Centaur-Versionen, welche nach November 2019 gefertigt wurden. Also die Centauren, bei welchen die LED-Ringe im ausgeschalteten Zustand nicht permanent als graue Ringe auf den Feldern sichtbar sind. 

Und jetzt viel Spaß mit dem DGT Centaur V2

Benny

DGT Centaur – Modifikationen Update

Die letzten Tage waren ziemlich intensiv, was die Modifikationen des DGT Centaur betrifft. Während Dirk am Lichess-Feature geschraubt hat, widmete sich Ed dem DGT-Board-Mode. Letzteres ist als neues Feature hinzugekommen und lässt den DGT Centaur zur eierlegenden Wollmilchsau werden. 🙂

Den DGT Centaur als DGT Brett zu verwenden bietet viele interessante Möglichkeiten. Beispielsweise ist damit eine Anbindung an Tornelo möglich und damit das Durchführen von Hybrid-Turnieren am DGT Centaur mit Feld-LEDs. Und das komplett kabellos! Man benötigt auch keinen Monitor oder sonstige Hardware. Die Zeitkontrolle lässt sich bequem im eInk-Display des DGT Centaur ablesen. Auch eine Anbindung an das DGT Pi ist vorstellbar.

Damit das alles aber reibungslos funktioniert, muss noch etwas Code geschrieben werden. Vorab aber schonmal ein kleines Video, in welchem der DGT Centaur von der WhitePawn-App als DGT-Brett erkannt wird. Allerdings noch ohne LED-Unterstützung. Offiziell existiert diese sogar im Code vom DGT-Treiber, da es die LED-Unterstützung beim DGT Revelation II AE gibt.

 

Kommen wir zu dem Spielen auf Lichess. Bei den bisherigen Tests war es so, dass man mit dem DGT Centaur in laufende Partien einsteigen konnte. Man startete am PC eine Partie und stellte mit dem DGT Centaur einen Connect her. Relativ unkomfortabel, aber es ging hierbei zunächst darum, das praktische Spiel auf Lichess zu ermöglichen. Seit gestern kann man nun auch direkt am DGT Centaur mit Lichess verbinden und eine Partie starten. Anmerken muss ich, dass wir in unseren Tests einen DGT Centaur mit einem Raspberry Pi Zero W verwenden und damit komplett kabellos sind.

Damit ist der DGT Centaur das erste und einzige Gerät, welches das Spielen auf Lichess komplett als Stand-Alone-Gerät ermöglicht. Hier das Video:

 

Gestern konnte Dirk dann auch zum ersten Mal eine komplette Partie auf Lichess spielen, nachdem er einige Bugs bezüglich des Schlagens von Figuren und der Rochade behoben hat. Er ist damit der erste Schachspieler weltweit, welcher auf Lichess eine Schachpartie mit einem Stand-Alone-Gerät gespielt hat. 🙂

In etwa 2 Wochen wird diese Lichess-Version veröffentlicht, sofern nichts dazwischenkommt. Auf den DGT-Mode muss aber noch etwas gewartet werden, da dieser momentan noch experimentell läuft und hier noch recht viel Arbeit zu leisten ist.

Natürlich darf dabei der Spaß nicht zu kurz kommen. Das man mit dem DGT Centaur auch „Musik“ machen kann, ist ein netter Gag:

 

Soweit das Update zu den Modifikationen. Es geht ziemlich gut voran.

Bis bald

Euer Benny

DGT Centaur Crystal Edition

Nachdem der in meinem Bericht über das Entwicklermeeting bei DGT gezeigte DGT Centaur im transparenten Case viel Anklang bei meinen Lesern gefunden hat, wird DGT nun eine limitierte Version dieses Bestseller-Schachcomputers im November auf den Markt bringen.

DGT Centaur Crystal Edition

Der DGT Centaur Crystal Edition wird auf Grund der limitierten Produktion etwa 50,-€ mehr kosten, als das Standard-Modell. Technisch sind beide Versionen identisch.

DGT Centaur durchsichtig

 

DGT Centaur durchsichtig

Für Sammler und Technik-Freaks ein Pflichtkauf, aber auch der Schachspieler mit dem Wunsch nach etwas Besonderem wird mit dieser Sonderedition fündig. Im November ist es soweit. Vorbestellungen sind ab nächster Woche möglich. 😉

Bis bald

Euer Benny

DGT Pegasus – Das DGT Schachbrett zum Onlinespielen

Das DGT Pegasus Online-Schachset ist das neuste Produkt aus Hause DGT, welchem die Schachcommunity schon seit geraumer Zeit entgegenfiebert. Anfang letzten Jahres wurden mir die ersten Konzepte vorgelegt. Einfache Bedienbarkeit, transportabel und technisch up to date stand im Pflichtenheft. Gleichzeitig spielte auch die Brettgröße eine wichtige Rolle. Nicht zu groß, aber auch nicht zu klein. Ist ein Display notwendig? Ja! Und da heutzutage praktisch jeder ein hochauflösendes Display in Form eines Smartphones besitzt, liegt es nahe, dass man dieses nutzt. Über ein Jahr hat die Firma DGT nun fleißig entwickelt und als ich vor etwas mehr als einem Monat beim Entwicklermeeting von DGT in den Niederlanden vor Ort war, wurde mir der erste Prototyp vorgestellt. Mit kindlicher Freude machte ich mich auch sofort ans Testen.

DGT Pegasus

Wie beim DGT Centaur, befindet sich auch im DGT Pegasus ein austauschbarer Akku, welcher für tagelangen Spielspaß sorgt. Über das mitgelieferte USB-C Netzteil wird dieser auch ziemlich flott aufgeladen. Um den DGT Pegasus Leben einzuhauchen, stellt man per Bluetooth eine Verbindung zum Smartphone her und startet die von DGT entwickelte Schach-App. Sowohl für iOS, als auch für Android steht das Programm zur Verfügung.

Das Koppeln des DGT Pegasus mit einem Smartphone ist ein Kinderspiel und nur wenige Sekunden später steht mir die Auswahl zur Verfügung, mich entweder auf Lichess oder auf Chess.com online ins Gefecht zu stürzen. Kurz anmelden und es kann losgehen. Ein Konfigurieren des Lichess-Accounts ist nicht notwendig. Die Erstellung eines Lichess-Token und alle weiteren Einstellungen konfiguriert die App automatisch.

Als ich meine erste Partie startete, war ich überrascht, wie gut der Prototyp bereits funktionierte. Sowohl die gegnerischen Züge, als auch meine eigenen Züge wurde praktisch in Echtzeit übertragen. Durch die in den Feldern eingebauten LEDs war es ein Leichtes, den gegnerischen Zug auf dem Brett auszuführen. Ein Drücken auf die Felder ist nicht notwendig, da jedes Feld mit einem Sensor ausgestattet ist, welches automatisch auf die Figuren reagiert. Um Zeit zu sparen, testete ich, ob auch Premoves möglich sind. Dies bedeutet, dass mir der gegnerische Zug auf dem Brett per LED angezeigt wird und ich, bevor ich den gegnerischen Zug auf dem Brett ausführe, bereits meinen Antwortzug spiele und erst danach den gegnerischen Zug ausführe. Auch das hat prima geklappt!

Damit sind selbst Blitzpartien mit dem DGT Pegasus keine schweißtreibende Angelegenheit. Alles funktioniert schnell und zuverlässig. Auch beim Design gibt es nichts zu meckern, was aber auch nicht verwunderlich ist, da DGT alleine für das designen von Schachfiguren eine extra Arbeitsstelle geschaffen hat. Jede einzelne Figur liegt gut in der Hand und es fühlt sich einfach gut an, diese über das Brett zu ziehen. Hierbei spielt es auch keine Rolle, ob die Figuren gehoben oder über das Brett geschliffen werden. Der DGT Pegasus erkennt jede Eingabe zuverlässig und sicher. Gleiches gilt auch bei Schlagzügen. Besonders gut gelungen ist hierbei das Design des Springers. Er wirkt futuristisch modern und gleichzeitig zeitlos. Hier wurde ganze Arbeit geleistet.

DGT Pegasus

Was das Onlinespielen betrifft, hat DGT einen absoluten Volltreffer gelandet! Als Hard- und Softwareentwickler schaue ich bei meinen Test  aber auch auf andere Dinge. Eine API-Schnittstelle ist ein Muss! Von Anfang an habe ich mich dafür eingesetzt, dass der DGT Pegasus eine offene Schnittstelle besitzen muss, über welche jeder per Entwickler auf die Hardware zugreifen kann, um eigene Software für den DGT Pegasus zu entwickeln.

Der freie Zugang zur Hardware sorgte für viele gute Diskussionen. Für eine offene Schnittstelle spricht, dass der DGT Pegasus durch ein großes Softwareangebot noch mehr Interessenten erreicht. Gegen eine offene Schnittstelle spricht, dass ein Hobbyentwickler mit seiner eigens entwickelten Software die Hardware beschädigen könnte und es zu Garantiefällen kommt. DGT hat hier einen sehr schönen Mittelweg gefunden, um auf der einen Seite Hardware-Probleme durch unsachgemäße Programmierung von Dritten auszuschließen und trotzdem Programmierern indirekt kompletten Zugang zur Hardware zu geben. Die Lösung ist eine API-Schnittstelle welche über einen DGT-Cloud-Service läuft. Über diese Cloud-Schnittstelle können Entwickler problemlos eigene Apps für den DGT Pegasus programmieren. Gleichzeitig verhindert die Cloud-Schnittstelle, dass schädlicher Code die Hardware vom DGT Pegasus erreicht. Eine gute Lösung, welche ich allerdings noch praktisch testen muss.

Aber auch DGT ist klar, dass sich früher oder später ehrgeizige Entwickler finden werden, welche die Cloud-Schnittstelle umgehen und die Hardware direkt ansprechen werden. Aber das ist das nicht mehr das Problem von DGT. 😉

DGT Pegasus Topschach Benny

Spannende Diskussion über die Cloud-Schnittstelle

Wie bereits geschrieben, wird werden die Onlineschach-Plattformen Lichess und Chess.com von Beginn an unterstützt. Weitere Anbieter sind bereits in der Pipeline und werden nach und nach über Updates der App bereitgestellt. Selbstverständlich stehen die Apps kostenlos zum Download bereit. Viele Schachspieler fragten mich in den letzten Wochen, ob man mit dem DGT Pegasus auch offline Schach spielen kann. Also einfach Stockfish 14 in die DGT-App integrieren und los geht’s. Hier kann ich mit einem sicheren Ja antworten, allerdings liegt der Schwerpunkt des DGT Pegasus beim Onlinespielen und ich bin mir sicher, dass das Offline-Spielen erst im nächsten Jahr realisiert wird. Dadurch, dass die DGT-App der Dreh- und Angelpunkt des DGT Pegasus ist, lassen sich zukünftige Updates sehr einfach bereitstellen. Ein Feature, welches von Anfang an dabei sein wird, ist das Erstellen von PGNs und das Analysieren von gespielten Partien. Hier kann man wahlweise seine Partie direkt auf dem Smartphone unter die Lupe nehmen, oder direkt am PC.

Kommen wir nun zum Preis des Komplettpaketes. Hier konnte DGT trotz massiver Preissteigerungen im Elektronik-Bauteile-Bereich eine Preisspanne von 250 bis 300 Euro nennen. Irgendwo zwischen diesen beiden Zahlen wird sich der Endkundenpreis befinden. Wenn ich mir den DGT Pegasus anschaue und sehe, was das Teil leistet, bin ich damit sehr zufrieden. Der DGT Pegasus wird voraussichtlich in 1-2 Monaten verfügbar sein. Für Vorbesteller steht sehr bald ein Link bereit. In den nächsten Wochen wird es weitere News und Bilder geben.

Update 17.09.2021:

Der DGT Pegasus kann ab sofort unter folgendem Link geordert werden:

https://www.topschach.de/pegasus-online-schachspielen-p-4236.html

Bis bald

Euer Benny